100 Traktoren behindern Autoverkehr auf der A 31 Landwirte protestieren gegen Politik

Am frühen Donnerstagmorgen haben 100 Traktoren den Autoverkehr auf der A 31 zwischen den Anschlussstellen Emsbüren und Lingen-Lohne stark beeinträchtigt. Die Landwirte haben an der bundesweiten Protestaktion teilgenommen. Ein Sprecher meinte: „Wir sind hier, weil wir weiterhin auf unsere diffamierende Lage aufmerksam machen wollen.“

Lohne. Der Autoverkehr staute sich ab 7 Uhr an den A-31-Anschlussstellen Emsbüren und Lingen-Lohne kilometerweit. Der Grund: Landwirte waren mit 100 Traktoren und weiteren Fahrzeugen auf der A 31 auf dem Weg von Emsbüren in Richtung Anschlusstelle Geeste. Einsatzkräfte der Autobahnpolizei, aus Lingen, Nordhorn und von der Bundespolizei stoppten den gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und leiteten den Konvoi in Lohne auf eine Nebenstraße.

Der Sprecher der friedlich demonstrierenden Bauern aus der Grafschaft Bentheim und dem Emsland erklärte: „Wir wollen, bevor das wieder auf dem Acker losgeht, auf unsere Probleme aufmerksam machen. Die Politik macht uns einfach zu wenig. Wir kriegen ständig irgendwelche „Beruhigungspillen“ vorgeworfen und es passiert nichts. Das Messstellennetz fußt nach wie vor auf Messpunkte, die ausgewählt wurden, damit man unbedingt etwas findet. Mit uns wird sehr unfair umgegangen.“

Der Landwirt betonte: „Es muss endlich Druck aufgebaut werden, damit es endlich ein repräsentatives Messnetz gibt, wo nicht unter der „Krume“ gemessen wird. Natürlich findet man in den zwei bis zehn Meter tiefen Messbrunnen  immer etwas. Unsere Umweltpolitik ist vollkommen durch ideologisiert: Sie lässt weder Biobauern noch konventionellen Landwirten „Luft zum Atmen“. Wer organisch düngt, hat natürlich irgendwann eine Mineralisation, die ins Oberflächenwasser übergeht und denitrifiziert. Wir sind ja schon krank vor irgendwelchen Grenzwerten. Wenn man unterhalb von zehn Meter Tiefe misst, findet man schon fast nichts mehr“, so der Landwirt.

Der Sprecher betonte fest davon überzeugt: „Deutschland wollte verurteilt werden und ist verurteilt worden. Jetzt stehen wir da mit dem „Salat“. Das geht nicht nur um die Düngeverordnung sondern auch die ganzen anderen Sachen, die hinterher kommen und uns unsere Arbeit mehr oder weniger unmöglich gemacht wird. Wir können nicht zu internationalen Preisen produzieren, wenn die deutschen Gesetzte immer noch einen obendrauf setzten. Jeder Politiker, egal welcher Partei er ist, soll sich hinter die Ohren schreiben, dass diese himmelschreiende Symbolpolitik dazu führt, dass ganz sicher ist, dass in den nächsten zehn Jahren 90 Prozent der Landwirt hier weg sind.“

Die Politik könne sicher sein, dass die Landwirte ihnen diese Misspolitik ihr Leben lang übelnehmen würden und sie es sehr schwer haben würden, die Landwirte wieder zu mobilisieren, die alteingesessenen Parteien zu unterstützen. „Es kann nicht sein, dass die Leute in  Brüssel und Berlin beim Früchtetee zusammensitzen und sich die Welt malen, wie sie gerne hätten!“ Keiner frage die Grünen, wo sie die ganzen Windkraftanlagen hinstellen wollten und wie das Meer in 20 Jahren aussehe. „Es kann nicht sein, dass die Lasten auf uns abgewälzt werden und andere sich die „Haare schön kämmen“, so der Landwirt.

Dieser Meinung waren auch seien Kollegen, die an der spontanen Aktion teilgenommen haben. Zum Schluss fuhren die Protestierenden mit ihren Schleppern und weiteren Fahrzeugen über die Süd-Nord-Straße auf das Gelände der AGRAVIS an der Autobahnanschlussstelle Meppen-Nord zur Abschlusskundgebung. Mit rechtlichen Konsequenzen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr müssen die beiden Traktorfahrer rechnen, die auf der A 31 den Konvoi angeführt haben.

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