25 Jahre Rad Sport Club Lohne Ein viertel Jahrhundert Freundschaft ohne Grenzen

Vor 25 Jahre haben 26 Lohner Sportsfreunde den Radsportclub RSC Lohne gegründet. Dessen Leiter Bernd Rakers betonte währen des Festaktes zum Jubiläum: „In den 25 Jahren ist ebenso eine dauerhafte Freundschaft mit den Randonneurs aus Mortagne au Perche entstanden, die bis heute hält.“

Lohne. Rakers begrüßte zur Jubiläumsveranstaltung des RSC in der Landwehr Akademie ganz besonders die Gäste aus Mortagne au Perche, die vier Tage in Lohne weilten, und die Gründungsmitglieder. „Lohnes Partnergemeinde in der Normandie hat wohl den größten Anteil an unserem Jubiläum. Ohne die Städtepartnerschaft und Deutsche Einheit hätten wir uns vor 25 Jahren nicht für die Gründung der Radsportabteilung entschieden“, betonte Rakers, der stellvertretend als Ehrengäste Hans und Elisabeth Kamprolf, Günther Tebbel und Hans Borker willkommen hieß.

In der Laudatio, die Dolmetscherin Jordane Schrader übersetzte, ging Rakers auf die Gründung des RSC ein. „Wir sind eine kleine Abteilung des SV Union Lohne“, meinte Rakers. „Als die Deutsche Einheit kam, richteten die „Alten Herren“ ein Fußballturnier in Lohne aus. Teilnehmer waren: Weimar, Sint Michielgestel, Mortagne au Perche und Lohne. Hier hatten wir den ersten Kontakt mit Francois Beaudouin und seinen Fußballern. Sie haben uns eine Wette angeboten und wollten in sechs Tagen von der Normandie in die Grafschaft radeln. Für uns damals eine unvorstellbare Leistung. 1991 haben sie die Wette eingelöst und gewonnen.“

Präsident Dominique Naslin (2. v. rechts) und Bernadette Mousset (2. v. links) überreichten einen Banner, eine Bilder-Collage und Präsente an Bernd Rakers (links) sowie Manfred Wellen (rechts).

Im Gegenzug seien in sieben Tagen Gerd Kamprolf, Hubert Alken, Josef Schnieders, Hans-Hermann Foppe und Josef Fimpel und er nach Mortagne au Perche geradelt. So sei in 25 Jahren eine dauerhafte Freundschaft mit den Randonneurs du Perche (französisch Wanderer, gebräuchliche Bezeichnung für Langstreckenradfahrer, die große Distanzen ab 200 km in sportlichem Tempo mit nur geringen Pausen und möglichst autark zurücklegen) aus Mortagne au Perche entstanden, die bis heute gehalten habe, erklärte Bernd Rakers.

Mit Gründung des RSC sollte die Freundschaft über Grenzen hinweg eine feste Struktur erhalten. Sie sollte auf breiter Basis fortgeführt werden und nicht auf wenige Kontakte beschränkt bleiben. „Wir wollen ein Europa mit offenen Grenzen, mit Freizügigkeit und einer gemeinsamen Währung. Wir wollen für unser Leben und unsere Zukunft in Europa keine Abschottung und keinen alten Nationalismus mehr. Die Erinnerung an die blutige Vergangenheit ist uns die Verpflichtung für eine gemeinsame Zukunft. Wir sind Freunde und wollen es bleiben. Uns verbindet mehr als das, was uns trennen könnte“, stellte Rakers heraus.

Mit einer Powerpoint Präsentation ließ Rakers die 25 Jahre des RSC und der Freundschaft Revue passieren. „In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns regelmäßig zu feststehenden Terminen zum Rennradfahren getroffen. Wir haben in den Jahren sehr viel in Mortagne kopiert: Die Ems-Vechte-Tour, den Radmarathon Lohne-Nordsee-Lohne, die Organisation der Brevet (Langstreckenfahrt) Paris-Brest-Paris oder des Semaine Federale“, so Rakers.

In den 90.ger Jahren hätten sie französische Spuren in Lohne gesucht, die 1997 zum wohl letzten noch lebenden Kriegsgefangenen Francois Leroux geführt. Eine Gedenktafel erinnert heute an das Lager in Lohne, in dem Leroux mit 23 Jahren als Kriegsgefangener eingesperrt worden sei. Mit 27 Jahren sei er 1945 in seine Heimat in der Nähe von St. Malo zurückgekehrt. „1997 haben wir Francois in St. Broladre besucht und seine Familie kennengelernt. 1998 hat er eine Einladung nach Lohne angenommen. 2001 ist Francois Leroux dann gestorben“, sagte Rakers, der betonte: „Wir wollen durch unsere Bemühungen zur Entwicklung eines vereinten Europas im Geiste der Freiheit und des Friedens beitragen.“

Seit einigen Jahren danke der RSC den Randonneurs dafür, dass die Kontakte lebendig bleiben und sie sich mindestens einmal im Jahr zur Semaine Federale (Woche des Sports) treffen. „In diesem Jahr ist unsere Wahl auf eine Frau gefallen, die von Anfang an dabei war und einen großen Anteil am Erfolg unserer Freundschaft hat. Es ist Marie-Noell Naslin“, erklärte Rakers, der ihr mit einem Präsent und Blumen dankte.

Bürgermeister Manfred Wellen lobte die Freundschaft zwischen dem RSC und den Randooneurs, die schon 25 Jahre bestehe. „Wenn etwas so lange und ausdauernd funktioniert, dann ist das ein guter Grund zum Feiern. Sie alle waren immer wieder der „Motor“ der Städtepartnerschaft und sind der Beweis dafür, dass der „Europäische Gedanke“ Erfolg haben kann. Wenn wir uns in Europa besser kennenlernen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten wie z. B. die Liebe zum Radfahren feststellen, dann entwickeln wir gegenseitiges Verständnis und Toleranz als Basis für Freundschaften“, sagte Wellen.

Dies stellte ebenso der Vorsitzende des SV Union Lohne Heinz Herbers heraus und ergänzte: „Die Freundschaft mit Mortagne au Perche ist ein sehr guter Weg zur Verständigung in Europa ohne Bedingungen.“ Dominique Naslin, Präsident der Randonneurs du Perche, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Mortagne au Perche, Bernadette Mousset, und Francois Beaudouin unterstrichen, dass sie seit 25 Jahren die Partnerschaft, den Austausch und die Freundschaft in Frieden pflegten und hofften, dass diese noch lange halte. Sie überreichten einen Banner, eine Bildercollage und Präsente an Bernd Rakers sowie Manfred Wellen.

Bookmark the permalink.

Comments are closed.