25 Jahre Ukraine Hilfe aus Lingen Besuch von ehemaligen Zwangsarbeiten löste große Hilfsbereitschaft aus

 

Lingen 25 Jahre UA Hilfe Chronik an OB Krone HLW

(v. links) Dezernentin Monika Schwegmann, Hinrikus Ude, Hermann H. Lindwehr, Dieter Krone, Fachdienst Soziales Erwin Heinen und Hans-Joachim Wiedorn wissen wie wichtig die Hilfe für die Menschen in der Ukraine ist.

25 Jahre Ukraine Hilfe aus Lingen Besuch von ehemaligen Zwangsarbeitern löste große Hilfsbereitschaft aus

Seit 25 Jahren wird von Lingen aus die Region in der Ukraine mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgt, aus der Zwangsarbeiter während des II. Weltkrieges nach Lingen verschleppt worden waren. Drei Urkraine-Fahrer haben zum Jubiläum eine Chronik erstellt, die sie druckfrisch Oberbürgermeister Dieter Krone überreichten.

Lingen. Hajo Wiedorn, Hinrikus Ude und Hermann Lindwehr sind Autoren der 70-seitigen, mit vielen Fotos von den bisher 35 Transporten versehen Chronik. „Wir konnten das Werk dankt der großartigen Unterstützung von Erwin Heinen und der Stadt Lingen erstellen“, erklärte die Ukraine-Fahrer bei der Übergabe an Dieter Krone und der Leiterin des Dezernats II, Monika Schwegmann.

Auftakt der Welle der Hilfsbereitschaft war der Besuch am 24  Juni 1991 von Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk aus Juskovzy in der Westukraine. Sie gehörten zu den 20 Männern aus Juskovzy, die wie weitere 262 Fremd- und Zwangsarbeiter sowie 247 Kriegsgefangene aus allen von deutschen Truppen besetzten Ländern von 1940 bis 1945 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) arbeiten mussten. An der heutigen Halle IV an der Kaiserstraße erinnert ein Ehrenmal an sie. Alle, die den Krieg überlebt hatten, waren 1945 teilweise in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Der Vater von Heinz Peters war damals Werkmeister im RAW und hatte sich besonders um Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch aus Juskovzy mit Familienanschluss gekümmert. Damals „Franz“ und „Marian“ genannt hatten die beiden ab 1945 nach ihrer Heimkehr ständigen Briefkontrakt mit Familie Peters. Später äußerten „Franz“ und „Marian“ auch den Wunsch, einmal Lingen widerzusehen. Dieses Anliegen hatte Cilli Peters, die in der Stadtverwaltung arbeitete, an Oberstadtdirektor a. D. Karl-Heinz Vehring herangetragen. Sie stieß sofort auf offene Ohren.

„Dem damaligen Spendenaufruf folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft und so kannte im Februar 1992 unter Regie des DRK Kreisverband Lingen der erste Hilfsgütertransport nach Juskovzy erfolgen. In den 25 Jahren sind es mittlerweile 35 Transporte geworden“, erklärten die drei Autoren und ergänzten: „Da „Franz“ und „Marian“ schon verstorben sind, wollten wir eigentlich die Hilfsgütertransporte einstellen, aber die Kriegswirren im Osten der Ukraine haben uns bewegt, weiterzumachen.“

Zum harten Kern zählen zwölf Freunde. Bisher sind 75 Personen aus Lingen und dem Altkreis mitgefahren. Kürzlich ist eine Delegation zur 25-Jahrfeier nach Juskovzy gefahren. Für die Ukraine-Fahrer waren Empfänge und  Feiern arrangiert worden. Dieter Krone stellte die ehrenamtliche Arbeit der Ukraine-Fahrer als Beispielhaft heraus und lobte das Engagement des Freundeskreises, der auch weiterhin auf die machbare Unterstützung der Stadt Lingen rechnen könne.

Die Chronik ist gegen eine freiwillige Spende bei Hinrikus Ude, Telefon (0160) 969 02 620 erhältlich.

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