62.200 Euro Förderung für ambulante Hospiz-Arbeit

Die AOK hat den fünf Hospiz-Hilfen Grafschaft Bentheim, Lingen, Meppen, Spelle und  Salzbergen insgesamt Fördermittel in Höhe von 66.619,04 Euro zukommen lassen. Die Hospiz-Hilfe Grafschaft Bentheim erhielt davon 20.435,31 Euro. AOK-Regionaldirektor Horst Hillmer überreichte am Dienstag in Lingen im AOK-Gebäude den obligatorischen Scheck an die Vertreter der Hospiz-Vereine.

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Foto(v. links) Petra Menger, Holger Vos, Antonia Gruber, Susanne Klaußner, Dr. Birgit Stoßberg, Dr. Walter Höltermann, Beate Bertels und Horst Hillmer freuen sich über den Geldsegen für die Hospiz-Hilfe.

Lingen / Nordhorn. Auf natürlichem Wege, dabei ohne Angst und Schmerzen aus dem Leben zu scheiden, habe offenbar einen unverändert hohen Stellenwert für viele Menschen – trotz oder vielleicht wegen der seit langem geführten Debatte um verschiedene Formen von Sterbehilfe, sagte Horst Hillmer im Gespräch mit den Hospiz-Vertretern. Dieses positive Resümee habe die AOK Niedersachsen aus der Statistik des vergangenen Jahres für das ambulante Hospiz-Wesen gezogen. Im vergangenen Jahr habe allein die Zahl der ehrenamtlichen Sterbebegleiter im Vergleich zum Vorjahr um fast 7,7 Prozent auf 3174 Frauen und Männer; die Zahl der Sterbebegleitungen sogar um fast 15 Prozent auf 3424 Einsätze zugenommen. „Unsere Region kann mittlerweile auf 253 ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und -begleiter zurückgreifen. Das ist wirklich ein eindrucksvolles Engagement für gelebte Mitmenschlichkeit!“, würdigte Hillmer die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Gesetzliche Krankenkassen und – seit diesem Jahr – auch private Krankenversicherer unterstützten die Arbeit der ambulanten Hospiz-Dienste finanziell. So sehe es das Sozialgesetzbuch vor, meinte Hillmer, der erläuterte: „Der jetzt rückwirkend gezahlte Förderbetrag beläuft sich für Niedersachsen auf 4,443 Millionen Euro, wovon die AOK Niedersachsen als größte Krankenkasse 1,441 Millionen Euro trägt.“

Niemand solle das Gefühl haben, in der Zeit seines nahenden Lebensendes ohne Hilfe und Anteilnahme da zustehen, betonte Hillmer und sagte, dass aus dieser empfundenen Perspektivlosigkeit heraus eben häufig der Gedanke an Sterbehilfe entstehe. „In solchen Situationen bieten die ambulanten Hospiz-Dienste den Menschen aber eine bewusst bejahende Alternative.“

In den allermeisten Landkreisen würden die möglichen Fördergelder nicht ausgeschöpft, manchmal sogar nur zu weniger als der Hälfte – was eben immer auch eine verpasste Chance bedeute, so Hillmer, der den positiven Rückblick mit dem Appell an die Öffentlichkeit verbinde, sich in der Aufgabe der Sterbebegleitung zu engagieren. „So gelingt es gemeinsam, Menschen in der Phase des Abschieds den gebührenden Raum unter uns, in der Mitte der Gesellschaft, zu geben.“  AOK-Pressesprecherin Petra Menger wies daraufhin, dass die gesetzlich vorgesehene Förderung nur eines der finanziellen Standbeine für die ambulante Hospiz-Arbeit sei und sagte: „Spenden sind ebenso wichtig.“

Die Hospiz Hilfen Lingen, Spelle, Salzbergen erhielten 22000 Euro, Meppen 12.000 Euro und Grafschaft Bentheim Spelle 20.335 Euro. Das die Hospiz-Hilfe Grafschaft Bentheim e.V. habe 555 Mitglieder, erklärte dessen stellvertretender Vorsitzender Holger Vos aus Nordhorn, der der vor sechs Jahren durch den Tod seiner Tante zur Hospiz-Hilfe gekommen sei. „Wir haben in diesem Jahre bereits 118 Sterbebegleitungen durchgeführt. Wir haben aktuell über 100 Ehrenamtliche, die wir ausgebildet haben. Die 200-stündige Ausbildung kostet rund 1000 Euro  Eine Begleitung kann zwei Tage oder auch zwei Jahre dauern. Wir bieten die Sterbehilfe für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche an.“ Wer der Hospiz-Hilfe Grafschaft Bentheim helfen wolle, deren Ideen nachhaltig zu verwirklichen, der könne der Hospiz-Stiftung eine Zustiftung / Spende zukommen lassen. Vos gebe gern unter Telefon (05921) 3045822 weitere Informationen. Die Hospizen aus Lingen, Meppen Salzbergen und Spelle würden am Mittwoch, den 04. November 2015 ab 09.30 Uhr zum 2. Emsländischen Hospiz- und Palliativtag ins Ludwig-Windhorst-Haus in Lingen-Holthausen einladen, erklärten Dr. Birgit Stoßberg (1. Vorsitzende Lingen) und Dr. Walter Höltermann (2. Vorsitzender Lingen). Die Hospiz-Gruppe Spelle sei unter Telefon (05977 / 93960 zu erreichen und bietet an jedem 1. Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr im Trauercafé eine Beratungsstunde, sagte die 2. Vorsitzende Beate Bertels.

Die 2. Stellvertretende Vorsitzende der Hospiz-Hilfe Meppen e.V. Antonia Gruber und Vorstandsmitglied Susanne Klaußner erklärten, dass die Hospiz-Hilfe unter Telefon (05931) 845680 zu erreichen sei und zusammen mit der Hospiz Haselünne/Herzlake zu einem besonderen Gesamttreffen am Donnerstag, den 24. September 2015, um 19 Uhr in die Kapelle im Krankenhaus Ludmillenstift einlade.

Die Hospiz-Hilfen im Internet: www.hospizgruppe.spelle.netwww.hospizhilfe.de (Grafschaft Bentheim) www.lingener-hospiz.de www.hospiz-team-abendstern.de (Salzbergen) www.hospiz-meppen.net

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