Aktion „Inklusion braucht Aktion“ startet in Nordhorn Schirmherr Landrat Kethorn lud zum Mitradeln ein

In Nordhorn haben sich am Karsamstag vor den Vechte Arkaden weit über 100 begeisterte Radfahrer getroffen. Sie nahmen am Fest für die “Oster-Radtour für alle“ für die Aktion „Inklusion braucht Aktion“ teil. Mit von der Partie war Projektbotschafter Hans-Peter Durst aus Dortmund, bei den Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro im Paracycling zweimal Gold geholt hat.

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Nordhorn. Initiator und Stammfahrer der Aktion „Inklusion braucht Aktion“ Karl Grandt aus Flensburg vom Verein „Health Media“ freute sich, dass 107 Radsportler mit und ohne Handicap an der Tour teilnahmen – im letzten Jahr waren es 40. Er sagte: „2017 führt die Tour „Inklusion braucht Aktion“ vom Vereinssitz Flensburg über Nordhorn, Lingen, Hannover, Köln, Bonn, München, Berlin zurück nach Flensburg. Die Gesamtstrecke beträgt 2800 Kilometer. In mehreren Bundesländern finden Empfänge bei den Ministerpräsidenten/innen sowie Innen- und Sozialministern/innen statt. Wir werden dann Gespräche über die Inklusions-Bemühungen und -Fortschritte führen.“

In Nordhorn moderierte Tom Wolf das Fest für „Inklusion braucht Aktion“. Musikalisch umrahmten die „Alltagshelden“ und Sängerin „Milo“ die Party mit den „Nordhorn Vikings“ und ihren „Cheerleadern“ sowie die Breakdance-Gruppe „BWNation“. Schirmherr der Inklusions-Radtour Landrat Kethorn erklärte: „Die Aktion „Inklusion braucht Aktion“ findet in der Grafschaft auch in der Politik und Verwaltung breite Unterstützung. Wir haben einen Behindertenbeirat, in dem jede Art von Handicap vertreten ist. In enger Zusammenarbeit gestalten wir alles, was mit Maßnahmen der Barriere-Freiheit zu tun hat, sodass auch Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Hilfen diese nutzten und wahrnehmen können.“

Kethorn lobte besonders die Aktion „Inklusion braucht Aktion“, die seit sieben Jahren von Karl Grandt vorangetrieben wird. Er hat weltweit zigtausende Kilometer gefahren, um das Bewusstsein zu sensibilisieren, damit die Menschen mit Handicap am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Grandt meinte: „Ich bin auf Nordhorn gekommen, als mich im November 2016 Sabine Nuffer vom Grafschafter Online-Stammtisch eingeladen hat, um über meine Radtour zum Papst zu berichten. Schnell habe ich sehr viele Leute kennengelernt, gute Kontakte geknüpft und reichlich Unterstützung erhalten.“

Grand betonte: „Um die Thematik „Inklusion“ verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, führt „Health Media“ die Radtouren „Inklusion braucht Aktion“ durch. Ziel der Projekte ist es, Vorurteile und „Barrieren in den Köpfen“ abzubauen und durch inklusive Aktionen während der Touren neue Verbindungen, Partnerschaften und Netzwerke zwischen Vereinen und Institutionen sowie Menschen mit und ohne Handicap zu schaffen.“

Auf dem Parkplatz „Neumarkt“ reihten sich die Teilnehmer der “Oster-Radtour für alle“ auf und warteten auf den symbolischen Startschuss vom Landrat, der es sich wie Bürgermeister Thomas Berling nicht nehmen ließ, selbst in die Pedalen zu treten. Auch Kati Jördel aus Rheda-Wiedenbrück, die seit zwei Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist, nahm mit ihrem Gatten Carsten an der Tour teil. „Ich habe einen Block bei Facebook und bin mittlerweile in 14 Ländern vertreten. Es ist sehr wichtig für mich, an der Kampagne „Inklusion braucht Aktion“ mit Karl Grandt teilzunehmen“, sagte Kati Jördel.

Die Teilnehmer machten sich mit dem Rad, E-Bike, Trike, Liege- und Handbike oder Inlinern auf den Weg nach Wietmarschen. Dieser führte über den Altendorfer Ring und Hohenkörbener Weg immer am Ems-Vechte-Kanal entlang, abseits der stark befahrenen Straßen zum Ziel „Stiftscafé Menke“ in Wietmarschen. Hier wurden sie von den die Straße säumenden Zuschauern und den Cheerleader umjubelt. Einen Sonderapplaus erhielt Oliver Nuffer, der die 12,9 Kilometer lange Strecke gelaufen war. Er traf kurz nach dem von den Johannitern unter Regie von Thomas Deters eskortierten “Oster-Radtour für alle“ ein.

Teilnehmer und Begleiter stärkten sich im idyllischen Stiftscafé-Garten mit der vom Lohner DRK zubereiteten Erbsensuppe. Vertreter der Politik erklärten, dass die Inklusion irgendwann soweit vorankommen werde, dass sie nicht mehr betont werden müsse. Um dieses Ziel zu erreichen, sei noch ein langer Weg zu beschreiten. Karl Grandt übermittelte die Grüße der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, die ihm ein T-Shirt für Thomas Berling mitgegeben hatte. Sie wolle mit Nordhorn eine Partnerschaft für das Projekt „Inklusion braucht Aktion“ eingehen. Diesem stimmte Berling spontan zu und war sich sicher, dass es in den politischen Gremien Nordhorns nur Befürworter geben werde.

Eine weitere Überraschung hatte Grandt für Claus Menke vom Stiftscafé parat. Er überreichte ihm als Symbol der Zusammengehörigkeit die Skulptur des Vereins „Health Media“ für „Besonderes Engagement und Leistungen für die Inklusion“. „Diese Auszeichnung wird nur an Menschen verliehen, die sich besonders verdient gemacht haben, so wie Claus Menke und seine Familie“, sagte Grandt. Claus Menke erklärte, dass er in dem barrierefreien „Stiftscafé“ ab Mai regelmäßig „Inklusionstage“ veranstalten werde. Hier könnten sich dann aus der Region Menschen mit und ohne Handicap treffen, sich austauschen und ein paar schöne Stunden verbringen.

Lingens Erster Bürgermeister Heinz Tellmann radelte anschließend mit den Tour-Teilnehmern zum Lingener Marktplatz, wo sie herzlich empfangen wurden. Von hieraus setzten Karl Grandt und Heinz-Peter Durst allein die Radtour nach Osnabrück fort. Am nächsten Tag trennten sich ihre Wege, denn Durst fuhr nach Italien, um hier fünf Rennen zu fahren, und Grand weiter nach Hannover. Beide dankten ihren Partnerinnen und waren sich einig, dass ein starker Mann eine starke Frau brauche, die ihm den Rücken stärke.

 

Weitere Informationen:  www.facebook.com/events/1318045938226213/ und www.inklusion-braucht-aktion.de

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