„Ausbildung von Betreuungskräften mit Nachdruck vorantreiben“ Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetz im Landkreis Emsland – Über 12,37 Mio. Euro stehen zur Verfügung

Meppen. Mit dem Gute-KiTa-Gesetz unterstützt der Bund die Länder bei der Verbesserung
der Kita-Qualität. Rund 5,5 Milliarden Euro stellt der Bund insgesamt bereit, um die
Kindertagesbetreuung bundesweit weiterzuentwickeln. Das Land Niedersachsen will von
den zur Verfügung stehenden 526 Mio. Euro dem Landkreis Emsland für den
Förderzeitraum von Anfang Januar 2020 bis Ende Juli 2023 über 12,37 Mio. Euro
zukommen lassen. Davon sind für 2020 insgesamt über 3,45 Mio. Euro vorgesehen.
Die Mittel sollen u. a. verwendet werden, um den Personalschlüssel in den Einrichtungen zu
verbessern, Fachkräfte in den Kitas zu gewinnen, sie dort zu binden und die
Einrichtungsleitungen zu entlasten sowie Qualifizierungsmaßnahmen für diese anzubieten. Dazu
ist die Richtlinie „Qualität“ im Januar 2020 in Kraft getreten. Mit ihr werden die bislang erfolgreich
durchgeführten Maßnahmen aus der bis Ende Dezember 2019 geltenden Richtlinie „QuiK“
(Qualität in Kindertagesstätten) fortgeführt bzw. weiterentwickelt.
„Wir haben zunächst in Kooperation mit den emsländischen Kommunen ein Verwendungs- und
Verteilungskonzept erstellt, das dem Ziel einer Qualitätssicherung und -verbesserung bei der
Kinderbetreuung hier im Emsland Rechnung trägt“, erläutert Landrat Marc-André Burgdorf. Das
Konzept sieht im Schwerpunkt vor, dass vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels vorrangig
zum/zur staatlich geprüften sozialpädagogischen Assistenten/in ausgebildet wird. Ausgehend von
​zwei Ausbildungsgängen können bis zu 186 Ausbildungsstellen in den emsländischen
Kindertageseinrichtungen geschaffen werden, darüber hinaus bis zu 49 Stellen pro Jahr
(ausgehend von 19,5 Std/Woche) für den Bereich „Zusatzkräfte Betreuung“. Der erste
Ausbildungsgang soll in Absprache mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg
Hauswirtschaft und Soziales, BBS Meppen, BBS Lingen Agrar und Soziales sowie der
Fachschule St. Franziskus in Lingen zum 1. August starten.
„Wir brauchen – auch angesichts der geplanten umfänglichen Investitionen von Trägern,
Kommunen und Landkreis in den bedarfsgerechten Neubau und die Erweiterung von
Kindertagesstätten – qualifizierte Fachkräfte. Da aber nur wenige Fachkräfte auf dem
Arbeitsmarkt vorhanden sind, müssen wir selbst die Ausbildung in die Hand nehmen und mit
Nachdruck vorantreiben“, macht Burgdorf deutlich.
Zugleich ist nach dem erstellten Konzept vorgesehen, dass Auszubildenden Zuschüsse zu den
Sachkosten, die in der Ausbildung anfallen, in Höhe von maximal 150 Euro monatlich gewährt
werden. Zudem sollen Fachkräfte befristet angestellt bzw. bereits tätigen Fachkräften in den Kitas
befristet zusätzliche Stunden gewährt werden. Ebenfalls wird vorgeschlagen, zusätzliche
Fachkräfte zur Unterstützung von Leitungspersonal befristet anzustellen sowie
Qualifizierungskurse für Einrichtungsleitungen oder Einführungskurse für „Zusatzkräfte
Betreuung“, die über keine Qualifizierung nach § 4 des Gesetzes über Tageseinrichtungen für
Kinder verfügen, anzubieten.
Es stelle sich darüber hinaus die Frage, ob das Land die Mittel nur für den benannten
Förderzeitraum gewährt oder auch darüber hinaus eine künftige Finanzierung in Betracht ziehe,
sagt Burgdorf. Er gibt zu bedenken, dass andernfalls nach Ablauf der Förderung die Träger von
Kindertagesstätten für die Personalkosten dieser Kräfte aufkommen müssten.
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