Bedrückende Situation in Sierra Leone im Wöhlehof spürbar

Spelle – Wie bedrückend die medizinische Situation in Sierra Leone nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Ebola-Ausbruchs ist, wurde während eines ergreifenden Vortrages von Dr. Sean Patrick Denny im Speller Wöhlehof eindrucksvoll deutlich.

Denny, der seit August 2013 in Spelle eine internistische Hausarztpraxis betreibt, wurde 1944 in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones geboren. Dank eines Staatsstipendiums des Landes Sierra Leone kam Denny zum Studium der Humanmedizin nach Deutschland. Bereits seit Mai 2010 errichtet der Mediziner mit Eigenmitteln ein Krankenhaus in der 951.000-Einwohner-Stadt Freetown. Angesichts der aktuellen Ebola-Epidemie gewinnt das Projekt an besonderer Bedeutung. Norbert Borner, Vorsitzender des Forum Kultur Erleben, gab interessante Einblicke in die politische und soziale Situation vor Ort. „Während statistisch gesehen in Niedersachsen 261 Patienten auf einen Arzt kommen, ist in Sierra Leone ein Arzt für 30.000 Menschen zuständig“, verdeutlichte Borner die verheerende Lage in dem Westafrika-Staat. „Es ist mir ein dringendes persönliches Anliegen, meinem Geburtsland für das verliehene Stipendium zu danken. Um die desolate Gesundheitsversorgung zu verbessern, habe ich mich dazu entschlossen, das Hospital zu bauen“, erklärte Denny den Auslöser dieses Projektes. Das mehrgeschossige Gebäude entsteht in zentraler Lage und ist damit gut erreichbar. Noch sind die Arbeiten nicht abgeschlossen: Es fehlen Fenster, Türen, Elektrik, Maler- und Fliesenarbeiten. Medizinische Geräte für die Inneneinrichtung hingegen warten in Deutschland für den Transport zum künftigen Einsatzort. Die Strukturen in diesem Hospital würden für die Behandlung, Impfungen, Schulungen von medizinischem Personal als auch für die Untersuchung der erkrankten Menschen genutzt, legte der Mediziner, der zuletzt im Jahr 2013 die Baustelle besuchte, den künftigen Einsatz dar. „Die Menschen sterben in Massen. Es ist wichtig, dass wir das Hospital so schnell wie möglich fertigstellen und eröffnen können zum Nutzen der gesamten Bevölkerung“, bittet Denny um finanzielle Unterstützung dieses Hilfsprojektes. Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf zeigte sich berührt von der Situation in Westafrika und unterstützt das Projekt. „Wir sollten an diese Not leidenden Menschen denken“, appellierte Hummeldorf. Spenden für den Klinikbau können mit dem Überweisungstext „Hilfsprojekt Sierra Leone Ebola“ auf das Konto der Samtgemeinde Spelle bei der Volksbank Süd-Emsland eG IBAN DE50 2806 9994 0100 0675 00, BIC GENODEF1SPL bis Jahresende eingezahlt werden. Spendenquittungen werden auf Wunsch durch die Samtgemeinde Spelle ausgestellt, wenn bei der Überweisung Name und Adresse angegeben werden. Die 100-prozentige Verwendung der Spenden zur Verbesserung der medizinischen Versorgung ist gesichert.

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BU: Setzen sich gemeinsam für die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Sierra Leone ein: Dr. Sean Denny, Norbert Borner, Johanna Denny, Bernhard Hummeldorf (v.l.)

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