Beschulung von Flüchtlingskindern Vorbereitungsklassen werden an allen weiterführenden Schulen der Stadt Rheine eingerichtet

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Rheine. Eine Vereinbarung über die Beschulung von Flüchtlingskindern an den weiterführenden Schulen der Stadt Rheine traf die Schulverwaltung zusammen mit der Schulaufsicht aktuell mit den betroffenen Schulleitungen. Wöchentlich kommen derzeit rund 70 Flüchtlinge in Rheine an. Nicht nur die räumliche Unterbringung und Betreuung der Menschen stellt die Stadt vor eine enorme Herausforderung. Auch die Kindertagesbetreuung und die Integration der Flüchtlingskinder in Schulen erfordern Anpassungen im bisherigen System.

Die Stadt Rheine als Schulträger hatte daher die Leitungen der weiterführenden Schulen zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen, an dem auch die zuständige Schulrätin vom Schulamt für den Kreis Steinfurt, Barbara Becker, teilnahm. Eine enge Abstimmung zwischen der Stadt als Schulträger und der zuständigen Schulaufsichtsbehörde ist erforderlich, da die Stadt die erforderliche Sach- und Raumausstattung zur Verfügung zu stellen hat, die Schulaufsichtsbehörde indes die Lehrerversorgung an den Schulen sicherstellt. Aktuelle Hochrechnungen der Stadt Rheine zeigen, dass bei Anhalten der derzeitigen Zuweisungszahlen im Laufe des Jahres 2016 rund 450 Flüchtlinge im Alter von 10 bis 16 Jahren in die Sekundarstufe I der Schulen zu integrieren sind. „Wir müssen daher an allen weiterführenden Schulen Vorbereitungen treffen, die spätestens ab Beginn des zweiten Halbjahres des Schuljahrs 2015/2016 greifen“, appellierte die zuständige Beigeordnete Christine Karasch an die anwesenden Schulleitungen.

Vereinbart wurde, an der Overberg-Hauptschule vier Auffangklassen einzurichten, eine weitere Auffangklasse gibt es an der Sekundarschule „Am Hassenbrock“. In den Auffangklassen erfolgt während des laufenden Schuljahres zunächst eine Erstorientierung für die Schülerinnen und Schüler im Schulsystem. Spätestens zu Beginn eines neuen Schulhalbjahres besuchen die Schülerinnen und Schüler dann eine Vorbereitungsklasse. Vorbereitungsklassen sollen zum kommenden Schuljahr an allen weiterführenden Schulen eingerichtet werden, zunächst am Emsland-Gymnasium, dann am Kopernikus-Gymnasium sowie an der Fürstenberg- und Elsa-Brändström-Realschule. Je eine weitere Vorbereitungsklasse wird es auch am Gymnasium Dionysianum, an der Nelson-Mandela-Sekundarschule sowie an der Euregio-Gesamtschule geben.

In einer Vorbereitungsklasse werden 15 bis max. 24 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Schwerpunkt der Beschulung ist die deutsche Sprachförderung, wofür mindestens 10 Stunden vorgesehen sind. Nach spätestens zwei Jahren ist dann ein Wechsel der Schülerinnen und Schüler in das Regelschulsystem vorgesehen.

Sorge bereitete nicht nur den anwesenden Schulleitungen das Vorhandensein notwendiger Unterrichtsräumlichkeiten wie auch besonders die notwendige Versorgung mit Lehrerinnen und Lehrern. „Die gegenwärtige Situation erfordert größte Anstrengungen und zugleich größte Flexibilität von allen Beteiligten“, warb Christine Karasch um Verständnis. Sie dankte den Schulleitungen für die Bereitschaft, ein strukturiertes System für die Beschulung der Flüchtlinge einzurichten.

In den nächsten Wochen stehen weitere Planungen für den Bereich der Kitabetreuung und der Grundschulversorgung an.

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