„,Das schönste Konzentrationslager Deutschlands´ (,Lagerarchitekt´ Bernhard Kuiper“ Gedenkstätte Esterwegen eröffnet am Sonntag Sonderausstellung

Esterwegen. Während das Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen für den polnischen Schriftsteller Andrzej Szczypiorski, der als Jugendlicher dorthin verschleppt wurde, „die Landschaft meiner bösen Träume“ war, rühmte der „Lagerarchitekt“ Bernhard Kuiper es als „das modernste, schönste und größte Lager seiner Art im deutschen Reiche“. Dieses Spannungsverhältnis ist Thema der Sonderausstellung mit dem provokanten Titel „‘Das schönste Konzentrationslager Deutschlands‘ (‚Lagerarchitekt‘ Bernhard Kuiper). Vom KZ Esterwegen zum KZ Sachsenhausen“, die ab Sonntag, 12. Juni, in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, zu sehen sein wird.

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Die Ausstellung, die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten – Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen erarbeitet wurde, zeigt am Beispiel der von dem SS-Architekten Bernhard Kuiper entworfenen Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen die Verwandlung von Naturlandschaften in Stätten von Terror und Mord.

Ab 1934 gestaltete der 27-jährige Kuiper aus Möhlenwarf (Weener) das KZ Esterwegen, wo Häftlinge die emsländischen Moorlandschaften kultivieren mussten, vollständig um. Nach seinen Entwürfen mussten die Häftlinge unter anderem einen Park mit Teich, ein Schwimmbad und ein repräsentatives Haupttor errichten. 1936 wurde der „Lagerarchitekt“, wie er sich selbst nannte, mit den Planungen für ein neues Musterlager bei Berlin betraut. Am Stadtrand von Oranienburg entwickelte Kuiper auf einem als Naherholungsgebiet genutzten Forstgelände das KZ Sachsenhausen als riesiges „Ideal-Lager“, zu dem auch Kasernen und Siedlungshäuser für die SS gehörten.

Vor dem Hintergrund der im 19. Jahrhundert beginnenden Geschichte des Lagers als provisorisches Massenquartier zeigt die Ausstellung anhand von Entwürfen, Fotos, Objekten und Modellen die Planungen und den Aufbau der Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen. Auch die Biografie des „Lagerarchitekten“ Bernhard Kuiper, der nach 1945 als freier Architekt in Leer tätig war und 1988 starb, wird thematisiert. Gezeigt wird auch, wie die Häftlinge den Aufbau der Lager erlebten, die unter dem brutalen Arbeitstempo und dem Terror der SS litten.

Die Ausstellung wird bis zum 9. Oktober in der Gedenkstätte Esterwegen während der Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr) zu sehen sein.

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2015 „gestalten – nutzen – bewahren. Landschaft im Wandel“. Das Kulturland Brandenburg 2015 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, unterstützt von den brandenburgischen Sparkassen sowie der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Das Ausstellungsprojekt wird zudem gefördert durch die Emsländische Landschaft e.V. und den Landkreis Emsland.

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