Demenz – den Weg gemeinsam gehen

Demenz – den Weg gemeinsam gehen

Strategiegespräch über Versorgungssituation demenzerkrankter Menschen stieß auf großes Interesse

Spelle.- Angesichts der steigenden Lebenserwartung der Menschen rückt das Thema „Demenz“ immer stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Diese Entwicklung stellt auch die Kommunen vor neue Herausforderungen, was jetzt bei einem auf Einladung der Samtgemeinde Spelle durchgeführten Strategiegespräch deutlich wurde.  Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf freute sich über die gute Resonanz an der Gesprächsrunde, zu der rund 25 Personen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens der Samtgemeinde in den Wöhlehof gekommen waren. Für fachkompetente Auskünfte und Informationen standen den Teilnehmern Johanna Sievering und Rita Wallmann vom Demenz-Servicezentrum des Landkreises Rede und Antwort.

Und Fragen gab es viele, die den Gesprächsteilnehmern auf den Nägeln brannten. Hier nur eine kleine Auswahl: Welche Demenzformen gibt es?, Wo kann ich mich beraten lassen?, Was kann ich dazu beitragen, dass ich trotz Demenz so lange wie möglich in meiner vertrauten Umgebung leben kann?, Wie können pflegende Angehörige entlastet werden?, Welche Angebote für Menschen mit Demenz gibt es in der Samtgemeinde Spelle und welche Angebote müssten weiter ausgebaut werden? Johanna Sievering erläuterte in ihrer Funktion als ärztliche Leiterin des Demenz-Servicezentrums die medizinischen Zusammenhänge und die unterschiedlichen Ausprägungen einer Demenz-Erkrankung. Leider – so die Psychiaterin – zögerten die von einer Demenz betroffenen Personen zu lange, bevor sie sich um ärztliche und therapeutische Hilfen bemühten. Und auch pflegende Angehörige nähmen erfahrungsgemäß erst dann Unterstützung von außen an, wenn sie am Ende ihrer Kräfte angelangt seien. Dazu Sievering: “Wir dürfen dabei nicht nur die professionellen Hilfsmöglichkeiten im Auge haben sondern müssen vielmehr auch ehrenamtliche, freiwillige und nachbarschaftliche Netzwerke fördern, in denen die Betroffenen und deren Angehörigen sich einbezogen und unterstützt fühlen.“ Erfreulicherweise gibt es in der Samtgemeinde Spelle schon jetzt diverse professionelle Hilfs- und Betreuungsangebote. Dies wurde im weiteren Gesprächsverlauf deutlich. So bieten die Caritas-Sozialstation, der Kranken- und Altenpflegedienst Tenkleve sowie das Deutsche Rote Kreuz bedarfsorientierte Hilfen für pflegebedürftige Menschen sowie für Menschen mit einer Demenzerkrankung in ambulanter Form an. Auch das stationäre Angebot ist mit dem Seniorenzentrum St. Elisabeth in Schapen und dem Wohn- und Pflegeheim St. Johannisstift in Spelle gut aufgestellt. Eine Tagepflege mit verschiedenen Freizeit-, Pflege und Betreuungsangeboten halten das Seniorenzentrum am Rathaus und das Seniorenzentrum St. Elisabeth vor. Das Demenz-Servicezentrum des Landkreises will in erster Linie die Funktion einer zentralen Koordinierungsstelle übernehmen. „Wir möchten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen mit Demenz und diejenigen, die sich um sie kümmern, rechtzeitig die Unterstützung finden, die sie benötigen, um trotz der Erkrankung weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung leben können“, erläuterte Wallmann. Unter den Teilnehmern des Strategiegesprächs war man sich zum Schluss einig: Unbürokratische, wohnortnahe Hilfen und ein informiertes soziales Umfeld sowie ein funktionierendes Versorgungsnetz tragen zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen bei. Da jeder früher und später selbst mit diesem Thema konfrontiert werden kann, sei es wichtig, über das Krankheitsbild und die Möglichkeiten des Umgangs mit den Betroffenen Bescheid zu wissen. Für Informationen und Beratung steht das Demenz-Servicezentrum im Fachbereich Gesundheit des Landkreises Emsland zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist Rita Wallmann, Telefon 05931 441171, E-Mail: rita.wallmann@emsland.de.

Vortrag Demenz 03

Bild: 50plus-Koordinator Herbert Schweer, Kreistagsabgeordnete Magdalena Wilmes, Johanna Sievering, Rita Wallmann (beide Demenz-Servicezentrum Emsland) und Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf (v.l.) konnten zur Informationsveranstaltung zum Thema Demenz viele interessierte Zuhörer begrüßen.

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