Die Rheine Kultur in der Partnerstadt Borne

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Rheine. Gut 45 Rheinenser ließen es sich nicht nehmen, am Samstag in die niederländische Partnerstadt Borne zu reisen, um in Anwesenheit der Bürgermeister beider Städte der Eröffnung der Kunstausstellung Rheiner Künstler in Borne und am Abend dem gemeinsamen Konzert des Blasorchesters Rodde und des Stedelijk Orkest Borne beizuwohnen. Bornes Bürgermeister Rob Welten hob in seiner auf Deutsch gehaltenen Eröffnungsansprache hervor, dass diese erstmalige Ausstellung mit Bildern des Kunstkreises Spektrum 88 eine willkommene Erweiterung der Begegnungsmöglichkeiten auf kulturellem Gebiet und damit der Kommunikation von Bürgerinnen und Bürgern beider Städte darstelle.

Da Kommunikation auf Dauer nur zweiseitig funktionieren könne, wünschte er, dass es im nächsten Jahr zu einer Ausstellung niederländischer Künstler, z.B. des Ateliers Davina, in Rheine kommen werde. Auch Rheines neuer Bürgermeister, Dr. Peter Lüttmann, der in den wenigen Monaten seiner Amtszeit bereits zum zweiten Mal in der Partnerstadt weilte, griff das Thema der Ausstellung, „Kommunikation“, in seiner Ansprache gleich zweifach auf. Zum einen, indem er die Gäste auf Niederländisch begrüßte und damit deutlich machte, dass Kenntnisse der Sprache des Partnerlandes nicht einseitig zu interpretieren seien. Zum zweiten mit dem Hinweis, dass das Ziel von Kommunikation nicht die bloße Verständigung zweier Menschen, sondern auch das „einander verstehen“ beinhalte.

Gerrit Hermeling, der Vorsitzende des Partnercomité BorneRheine stellte erfreut und nicht ohne Stolz fest, dass der Austausch und die Begegnung von Menschen der beiden Partnerstädte sich nunmehr auf alle Bereiche des Lebens erstrecken. Auch Ingrid Bonk, die Vorsitzende von Spektrum 88, hob diesen Aspekt in  ihrer Rede hervor und ergänzte: „Vielleicht ist das ja der Anfang, auch auf künstlerischem Gebiet, die Partnerschaft noch zu vertiefen und Freundschaften zu schließen.“  Mit der Aufforderung an die Besucher, „nun auf Entdeckungsreise zu gehen und zu ergründen, was den einzelnen Künstler antrieb, sein Werk so und nicht anders zu gestalten,“ eröffnete sie die Ausstellung, die noch bis zum 22. April in der Bibliothek im Kulturhuis Borne zu besichtigen sein wird. An den Rundgang durch die Ausstellung schloss sich für die Besucher eine Stadtführung an.

Am Abend folgte dann der zweite Höhepunkt dieses kulturellen Austausches mit Borne, das gemeinsame Konzert des Blasorchesters Rodde mit dem Stedelijk Orkest Borne. Wer befürchtet hatte, nur klassische Marschmusik zu hören, wurde beschwingt überrascht. Zwar wurde das Konzert mit dem von beiden Orchestern gemeinsam gespielten zeitgenössischen Euregio Marsch von Hugo Klein Severt eröffnet und mit dem Marsch der Medici des in Rheine geborenen Komponisten Johan Wichers beendet, in der Zwischenzeit aber wurde ein Feuerwerk an musikalischen Stilrichtungen entfacht. Beide Orchester boten die ganze Breite der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten moderner Blasorchester dar und wurden zu Recht mit „standing ovations“ verabschiedet. So wurde in dem Werk „Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler, mit dem das Blasorchester Rodde unter der Leitung von Reinhard Gress seinen Konzertteil eröffnete, die Klimaerwärmung plastisch und nachvollziehbar thematisiert. Ähnlich eindrucksvoll gelang auch die Interpretation von „The Wizard of Oz“. Und das Stedelijk Orkest Borne unter der Leitung von Marc ter Breul zeigte mit „Gulliver´s Travels“ oder Imagasy – ein Wortneubildung aus „imagination“ und „phantasy“ – die ganze Breite seines Könnens und der Möglichkeiten des Ausdrucks von Stimmungen und Gefühlen mit den Mitteln der Musik. Es war ein Konzert das Appetit macht auf eine Wiederholung. Und die steht schon bald an. Dieses Mal in Rheine in der Stadthalle, am 2. April, mit dem Gegenbesuch des Bornenser Orchesters beim Blasorchester Rodde.

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