Die Strohpresse löst den Mähdrescher ab

L P D – Stroh, also die Halme von Gerste, Weizen, Roggen oder Hafer, sind ein wichtiger Rohstoff. Stroh dient als Einstreu in Ställen, als Energielieferant oder, kleingehäckselt auf dem Acker zurückgelassen, als Dünger. Landwirte, die das Stroh nicht im eigenen Betrieb benötigen oder regional verkaufen können, müssen mit spitzem Bleistift rechnen, ob sich die Strohernte lohnt oder der Düngerwert den Gewinn dabei übersteigt, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Dabei müssen Maschinenkosten, Nährstoffentzug, Verladung, Transport, Lagerung, Kosten für Dünger zum Ausgleich und auch das Risiko des Landwirts einbezogen werden. Je nach regionalen Gegebenheiten kann der Gewinn recht schnell dahinschmelzen.

Foto: Landvolk

Dennoch sind im ganzen Land derzeit die Strohpressen unterwegs. Überwiegend wird das Stroh zu Rundballen mit einem Gewicht von über 200 Kilogramm gepresst. Technisch aufwändiger, aber besser zu Verladen sind große Quaderballen mit bis zu 300 Kilogramm Gewicht. Vor allem für weitere Strecken sind sie gut geeignet. Immer seltener kommen kleine Ballenpressen zum Einsatz. Pferdebetriebe oder kleinere Höfe nutzen die Quaderballen mit einem Gewicht von etwa 20 Kilogramm gern, wenn die Maschinen für das Auf- und Abladen fehlen. Allerdings müssen auf den Höfen dann die Familie und Freunde bei der Einlagerung mit anpacken. Die gleiche Menge Stroh in Großballen lässt sich mit einer Person und dem Trecker oder Teleskoplader sieben Mal schneller abladen.

Ins Gespräch gekommen ist das Stroh aktuell auch bei den Betreibern von Biogasanlagen. Es kann für kleinere und mittlere Anlagen eine gute Ergänzung zur Maissilage darstellen. Wenn viel Gülle und Jauche, also große Mengen nährstoffreiche Flüssigkeiten zur Verfügung stehen und die Transportwege für das Stroh überschaubar bleiben, kann es relativ problemlos eingesetzt werden – allerdings immer nur in Ergänzung zu anderen Rohstoffen. Über die Kombinationsmöglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit und die verfahrenstechnische Umsetzung können die Anlagenbetreiber nur individuell entscheiden. Auch wenn Stroh niedersachsenweit in nahezu einheitlicher Qualität zur Verfügung steht, so ist der Wert in den Regionen je nach Struktur der Landwirtschaft sehr unterschiedlich.

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