Digitalisierung bringt Chancen für gesundheitliche Versorgung der Zukunft

Spelle – Die bedarfsgerechte Versorgung mit Ärzten und Gesundheitseinrichtungen bleibt weiterhin eine wichtige Zukunftsaufgabe. Das wurde während eines weiteren Austauschgespräches im Speller Rathaus zur „Ärztlichen Versorgung in der Samtgemeinde Spelle“ mit den ansässigen Ärzten sowie medizinischen und pflegerischen Einrichtungen deutlich.

Nach Darstellung von Andrea Poppen, Beraterin der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), seien im sogenannten Bedarfsplanungsbereich Lingen, dem auch die Samtgemeinde Spelle angehört, ein Hausarzt für je 1.712 Einwohner zugrunde zu legen. Nicht zuletzt das steigende Durchschnittsalter der Fach- und Hausärzte erfordere neue Impulse und Ideen, um auch in Zukunft die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich zu gewährleisten. Um die Sicherung der ärztlichen Versorgung frühzeitig anzugehen, wurde vor einigen Jahren vom Landkreis Emsland die Weiterbildungsgesellschaft „Meilenstein“ gegründet, die Programme zur Gewinnung von Medizinern entwickelt. Darüber hinaus wurde die „Gesundheitsregion Emsland“ ins Leben gerufen, die eine umfassende Versorgung der Bevölkerung in den Blick nimmt und mit vielen Akteuren vor Ort neue Versorgungswege gestaltet. Johanna Sievering, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit beim Landkreis Emsland, gab einen Einblick in die derzeitige Situation und stellte ausgewählte Projekte beispielhaft vor. Über die Chancen und Möglichkeiten digitaler Techniken zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf dem Land informierte Jörg Reytarowski, Unternehmensbereichsleiter Ärzte der Allgemeinen Ortskrankenkasse Niedersachsen. So sei denkbar, dass künftig auf Basis einer elektronischen Patientenakte Beratungsgespräche durch ein Chat-Gespräch stattfinden und notwendige Rezepte elektronisch übermittelt werden können. Neben der Ausschöpfung der Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt, wurde von den teilnehmenden Ärzten gefordert, die systemischen Voraussetzungen für Medizinstudenten zu verbessern, beispielsweise durch die Herabsetzung des Numerus clausus, einer Zulassungsbeschränkung zum Studium. Neben dieser Forderung, die sich auf kommunaler Ebene nicht umsetzen lässt, wurde angeregt, angesichts der Alterung der Bevölkerung verstärkt die Schaffung ausreichender Pflegeplätze sowie die angemessene personelle Ausstattung der Pflegeeinrichtungen im Auge zu behalten. „Die adäquate Versorgung der Bevölkerung mit ärztlichen, medizinischen und pflegerischen Einrichtungen ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und wesentlicher Beitrag zur Grundversorgung. Insofern wird dieses eine wichtige kommunale Zukunftsaufgabe bleiben“, markierte Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf die große Bedeutung der Thematik und warb für eine weitere Vernetzung aller Akteure, um mit vereinten Kräften an der Sicherung einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung zu arbeiten.

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