DLRG Niedersachen hilft Flüchtlingen Wasserrettungszug Emsland / Grafschaft Bentheim im Einsatz

Der Flüchtlingsstrom in Deutschland reißt nicht ab. Überall wird händeringend nach Notunterkünften gesucht. Auch der DLRG Landesverband Niedersachsen hat hier seine Hilfe angeboten. Mitglieder des DLRG Wasserrettungszugs Emsland und Grafschaft Bentheim haben in Lüneburg 700 Menschen ein Dach über dem Kopf geschaffen und sie mit dem notwendigsten versorgt. Zu ihnen zählten Benjamin Winter aus Nordhorn und Michael Arens aus Lingen.

DRLG Emsland und Grafschaft Bentheim im Einsatz

Foto:(v. links) Prof. Dr. Thomas Steinkamp und Prof. Dr. Stefanie Seeling haben Michael Arens für den Einsatz in der Flüchtlingshilfe sofort freigestellt.

Lingen/ Nordhorn. Mittlerweile haben fast alle Bundesländer in Deutschland mit dem Thema „Flüchtlingskrise“ zu tun. Und alle stehen vor der gleichen Herausforderung: Flüchtlinge aufnehmen und entsprechend unterbringen. Das niedersächsische Innenministerium hat alle Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz offiziell um Unterstützung gebeten und die zentrale Koordination der Flüchtlingsunterbringung übernommen. Hier waren auch Michael Arens und Benjamin Winter für 14 Tage eingesetzt.

Arens, er ist examinierter Krankenpfleger, hat Gesundheit- und Sozialwirtschaft studiert, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück am Campus Lingen. Ehrenamtlich engagiert er sich als Zugtruppführer im DLRG-Wasserrettungszug (WRZ) Emsland / Grafschaft Bentheim -Bezirks Emsland. Er wurde von der Hochschule für zwei Wochen freigestellt. In einem Pressegespräch berichtete Arens Dekan und Vizepräsident für gesellschaftliches Engagement und Internationalisierung, Prof. Dr. Thomas Steinkamp, sowie Prof. Dr. Stefanie Seeling, Studiengangsbeauftragte Pflege dual, und Projektleiter der DLRG von dem Einsatz.

Fachberater der DLRG würden die jeweiligen Landkreise und Einsatzleitungen unterstützen. Die DLRG-Einsatzkräfte seien in der Logistik / Registrierung und im Sanitätsdienst eingesetzt, sagte Arens. Zu den vielfältigen Aufgaben zählten von der Beschaffung von Material und Dienstleistungen bis zur Organisation von Helfern sowie der Überführung der ehrenamtlich begonnenen Hilfe in hauptamtliche Strukturen. Ebenso würden die Kontakte zu Behörden und Ministerien sowie die Öffentlichkeitsarbeit bewältigt.

Ende August besetzte der DLRG Landesverband Niedersachsen die Koordinierungsstelle, in Bad Nenndorf, in der seit dem 08. September ein DLRG-Projektteam rund um die Uhr im Einsatz ist, um die Flüchtlingshilfe zentral zu steuern. Arens und Winter, der Technischer Leiter Einsatz beim DLRG Ortsgruppe Nordhorn ist, waren mit Einsatzkräften aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim unmittelbar nach der Anforderung und Absprache mit den Arbeitgebern nach Bad Nenndorf gefahren. Hier wurden sie in der zentralen Koordinierungsstelle eingesetzt und steuerten mit insgesamt zehn Helfer/innen die Abläufe sowie Einsätze der einzelnen DLRG-WRZ und die Materialverteilung.

„Am 15. September hat die DLRG Niedersachsen eine Behelfsunterkunft in einer ehemaligen Kaserne in Lüneburg übernommen. Diese wurde am 17. September in Betrieb genommen. Die ersten Flüchtlinge trafen am 18. September ein. Während wir mit einer Kapazität von hundert Plätzen begonnen hatten, wurde diese sehr kurzfristig auf insgesamt 700 Plätze erhöht. Diese dann sehr schnell belegt.“, sagte Arens, der sich auch im Flüchtlingscamp in Lüneburg engagierte, dass nach zwölf Stunden Vorlaufzeit von der DLRG eingerichtet wurde.

„Wir trafen auf Menschen, die mit nichts als der getragenen Kleidung und einer Plastiktüte voll Habseligkeiten zum Beispiel aus Syrien größtenteils zu Fuß durch den Libanon, der Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland gekommen sind. Mit ihnen zu sprechen und von deren Odyssee zu erfahren, hat mich tief bewegt. Der Kontakt  mit den Schutzsuchenden, bei denen Krankheiten und einfache Verletzungen versorgt wurden, war außerordentlich freundlich und erfolgreich. Besonders das positive Verhalten der Kinder war eine große Motivation für die Einsatzkräfte“, resümierte Arens, der die kulturelle Barriere höher einstufte als die der Sprache. „Die Dankbarkeit der Menschen uns gegenüber war überwältigend“, betonte Arens, der sich in seiner Freizeit in seinem Home-Office weiter für die Flüchtlingshilfe engagieren werde.

Die DLRG  stellt aber nicht nur Personal, sondern der Bundesverband hält auch wie andere Hilfsorganisationen für den Aufbau von Flüchtlingsheimen umfangreiches Material wie z.B. Zelte, Feldbetten und Tischgarnituren vor. Die DLRG- Kräfte, die die verantwortlichen Tätigkeiten übernahmen, danken allen Arbeitgebern, die wie bei Arens und Winter schon in den großen Flutkatastrophen unbürokratisch einer Freistellung zugestimmt hatten. Die Professoren Dr. Steinkamp und Dr. Seeling hatten den Antrag von Arens sofort bewilligten, obwohl er erst am 1. September 2015 als Mitarbeiter des Campus Lingen eingestellt worden war. Die Wissenschaftler schließen nicht aus, dass Michael Arens erneut für weitere Einsätze freigestellt werde.

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