Durchschnittsalter im Kreistag alarmierend!

PM JU Emsland - Kreistag

Junge Union im Emsland fordert Sitzungszeiten ab 17.00 Uhr Kreistagssitzung Montagnachmittag 15:00 Uhr, Ausschusssitzung Mittwochnachmittag 15:00 Uhr, Fraktionssitzung Samstagmorgen 8:30 Uhr. So gestaltet sich der aktuelle Sitzungskalender des Emsländischen Kreistages in Meppen. Für die Junge Union im Emsland ist dies im Hinblick auf die Kommunalwahlen im September 2016 ein unhaltbarer Zustand: „Wenn die dringend notwendige Verjüngung der Kommunalparlamente von den aktuellen Entscheidungsträgern wirklich beabsichtigt ist, muss sich hier dringend etwas ändern“, so der Tenor der JU-Vorsitzenden der drei Altkreise im Emsland.

Dass das Durchschnittsalter in emsländischen Orts-, Samtgemeinde- und Stadträten noch immer teilweise stark über dem Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt, ist eines der Kernthemen mit dem sich die Junge Union vor Ort seit Jahren beschäftigt. „Bei der letzten Kommunalwahl haben wir für eine Vielzahl von JU-Mitgliedern vordere Listenplätze im Emsland erkämpft. In vielen Räten ist mit diesen engagierten Jungpolitikern frischer Wind eingezogen“, erklärt Andreas Krummen, Kreisvorsitzender der Jungen Union Lingen. „Anders sieht es allerdings im Emsländischen Kreistag in Meppen aus.“ ergänzt die kürzlich neugewählte Kreisvorsitzende Veronika Eilers aus Aschendorf-Hümmling. Hier liege das Durchschnittsalter der Abgeordneten bei fast 60 Jahren. Das Parlament würde von vielen Jugendlichen gar als Rentnerparlament angesehen. Bei einem Durchschnittsalter der emsländischen Bevölkerung von knapp 40 Jahren stellt das für die Nachwuchspolitiker eine deutliche Fehlrepräsentation gerade junger Menschen dar, denn gerade diesen Personenkreis möchte der Landkreis in Zeiten des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels doch eigentlich an die Region binden. Damit das Emsland aber auch in Zukunft für junge Menschen und Familien so attraktiv bleibt, dass sie nach ihrer Ausbildung oder einem Studium hier

sesshaft werden möchten, müssen auch junge Nachwuchspolitiker in den entsprechenden Gremien vertreten sein, damit die Interessen aller Altersgruppen repräsentiert werden.

Aktuell stimmen allerdings die Rahmenbedingungen zur Gewinnung junger Leute für den Kreistag nicht. Ein wichtiger Grund für die alarmierende Situation im Kreistag sind nach Ansicht der JU Kreisvorsitzenden im Emsland auch die Sitzungszeiten. Sowohl Kreistagssitzungen als auch Ausschuss- oder Fraktionssitzungen finden hauptsächlich werktags um 15:00 Uhr statt. Für Berufseinsteiger, Studenten und Auszubildende ist eine Teilnahme an Sitzungen so nahezu unmöglich. Arbeitgeber erwarten insbesondere von Jungangestellten nach abgeschlossenem Studium oder beendeter Ausbildung höchste Einsatzbereitschaft und Flexibilität. Demzufolge sei es schlichtweg unmöglich, die aktuellen Sitzungszeiten in den beruflichen Alltag zu integrieren. „Feste Sitzungstage sowie Sitzungszeiten ab 17:00 Uhr wären für junge Erwachsene und Berufseinsteiger planbar und arrangierbar und würden so dazu beitragen, dass Nachwuchspolitiker sich überhaupt mit dem Gedanken an eine Kandidatur aus einander setzten können“, so der Meppener Kreisvorsitzende Arne Fillies. Die Junge Union fordert daher die Politik im Landkreis Emsland auf, jetzt, knapp ein Jahr vor den Kommunalwahlen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es nicht nur einer ausgewählten Gruppe von Berufstätigen oder Selbstständigen ermöglichen, sich auf Kreisebene zu engagieren. Politik muss die gesamte Bevölkerung repräsentieren. Mit der Beteiligung am landesweiten Mentoring-Programm „Politik braucht Frauen“ hat der Kreistag bereits einen ersten guten Schritt in die richtige Richtung getan. Frauen aller Altersgruppen wird durch das Programm der Zugang zu Politik erleichtert, indem sie eine Kommunalpolitikerin oder einen -politiker ca. eineinhalb Jahre begleiten. Eine ähnliche Förderung wäre auch im Bereich junger Menschen ein offenes Bekenntnis der emsländischen Politik, junge Generationen tatsächlich frühzeitig einbinden zu wollen.

Es gilt jetzt junge Nachwuchstalente aus allen Bereichen zu aktivieren. Dabei muss der Kreistag auch transparenter und vor allem moderner werden. Für die Verbreitung von Informationen wie auch Beschlüssen müssen deshalb vermehrt neue Medien genutzt werden, so die drei emsländischen Kreisvorsitzenden unison, „denn dies sind die Plattformen auf denen sich die junge Generation informiert und austauscht“. „Politik, gerade auf kommunaler Ebene, darf die Digitalisierung nicht verschlafen, sondern muss als Vorreiter junge Menschen für ehrenamtliches Engagement über verschiedene Wege begeistern“, so die jungen Christdemokraten abschließend.

 

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