Emsland und Grafschaft gehören zu den sichersten Landkreisen in Niedersachen

Rückgang der Straftaten und höhere Aufklärungsquote
Polizeichef fordert Sperrstunde

 Die Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim hat in Lingen die Kriminalitätsstatistik 2013 vorgestellt. „Die beiden Landkreise gehören zu den sichersten in Niedersachen. „Wir haben zum Einen ein Rückgang der Kriminalität zu verzeichnen und zu Anderen eine kleine Steigerung in der Aufklärungsquote“, erklärte Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann. Der bezüglich der steigenden Körperverletzungen in die Nachtsunden eine Sperrfrist fordert.

Die Zahl der Straftaten im letzen Jahr betrug 27.196 (im Vorjahr  28.446). Im Emsland waren es 18354 und in der Grafschaft Bentheim 8842 Delikte. Die Aufklärungsquote betrug 61,33 Prozent (61,25 im Vorjahr). Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um 9.735 Männer und 2.672 Frauen. 2.860 waren nichtdeutsche. 15,53 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt standen unter Alkoholweinwirkung, bei den Gewaltdelikten waren es 35,94 Prozent. Sechs von zehn Straftaten wurden aufgeklärt.

„Wenn man die Anzahl der Straftaten pro hundert Einwohner sieht, liegen wir deutlich niedriger als die Großstädte und das Land“, betonte Brüggemann, der zusammen mit dem stellvertretenden Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Erster Kriminalhauptkommissar Ludger Tetenburg, Polizeioberkommissar Rolf Havenga und Polizeikommissar Matthias Albert vorstellte.

Im Zusammenhang mit der Zunahme der Körperverletzungen forderte der Polizeiinspektionsleiter eine Sperrstunde in beiden Landkreisen. Dazu erklärte Brüggemann: „Eine Vielzahl der Körperverletzungen passiert in den Nächten von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag. In der Zeit ab 2 Uhr nachts haben wir mehr als ein Drittel der polizeilich aufgenommenen Körperverletzungen. Und der Großteil derjenigen sind alkoholisiert. Ich glaube mit einer Sperrzeit werde es Inspektionsweit eine deutliche Entlastung geben.“ In 111 Fällen sei Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet worden. Bei einem Viertel der Delikte seien Polizisten verletzt worden. „90 Prozent der Täter waren Männer, von denen 75 Prozent alkoholisiert waren“, erklärte Brüggemann.

Bei den zehn Tötungsdelikten (Vorjahr 19) liege die Aufklärungsquote annähernd bei 100 Prozent. Dank der guten Präventionsarbeit hab es insbesondere deutlich weniger Fahrraddiebstähle gegeben. „Es werden nicht nur teure Fahrräder, sondern auch teure Schlösser gekauft. Wichtig ist, dass man sein Fahrrad auch bei der Polizei registrieren lässt. Dass sind alles Dinge, die uns die Kontrollen im Nachhinein erleichtern“, meinte Brüggemann. Im Bereich der Sachbeschädigungen sei der Rückgang darauf zurückzuführen, dass viele Täter von der Polizei ermittelt wurden. Sie seien dann auch zivilrechtlich zur Kasse gebeten worden, um den angerichteten Sachschaden zu begleichen.

Große Sorgen bereiteten immer noch die Wohnungseinbrüche, so Tetenburg. Es gebe örtliche Täter und sehr gut organisierte Banden. Ein Schwerpunktthema in diesem Jahr sei daher diese Einsbruchsart. „Die Leute müssen aber alles tun, um Haus und Hof sicherer zu machen. Unsere Partnerschaft mit dem Handwerk zeigt, dass man dies schon mit einfachen Dingen erreichen kann“, so Tetenburg. Dass im Internet als Kriminalitätsdrehscheibe alles möglich sei, stellten die Experten fest, die Eltern raten, im Umgang mit dem Internet auf ihre Kinder zu achten.

Polizeiinspektion Kriminalstatistik 2013 HLW

Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann und Erster Kriminalhauptkommissar Ludger Tetenburg (v. links) freuten sich über die positiver Kriminalstatistik 2013.

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