Weltkriegsbombenfund sorgte für Evakuierung in Salzbergen

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Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärften Sprengkörper
Salzbergen. Am Dienstag wurde gegen 15 Uhr auf dem Gelände der Firma ISP GmbH (Institut für Schmierstoffprüfung) an der Neuenkirchener Straße bei Baggerarbeiten für einen Erweiterungsbau eine fünf Zentner Bombe (250 Kilogramm Freifallbombe) aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Gegenüber der Fundstelle an der Neuenkirchener Straße befindet sich die Raffinerie. Zunächst bestand der Verdacht, dass es sich um einen Säurezünder handelte.

Der Baggerführer, der die Fliegerbombe bereits in der Schaufel hatte, setzte diese vorsichtig ab, warnte seine Kollegen, die sich daraufhin mit ihm entfernten. Sie alarmierten die Polizei, die die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Oldenburg anforderte. Als diese an der Einsatzstelle eingetroffen waren, stand fest, dass ein Sicherheitskreis von 1000 Meter Radius um die Fundstelle evakuiert werden muss, bevor versucht werde, die Entschärfung der Bombe vorzunehmen. Die Räumung des Gebietes betraf rund 3000 Bewohner Salzbergens aus dem Ortskern und den umliegenden Bereichen. Durch die Gemeinde Salzbergen wurde für die Bürgerinnen und Bürger, die ihre Häuser verlassen mussten, Sammelstellen im Dorfgemeindehaus und Grundschule Holsten eingerichtet. Die Gemeinde hat zudem eine Hotline unter Telefon (05976) 344 630 eingerichtet. Die Evakuierten und alle anderen Bürger Salzbergens bangten bis in die späten Abendstun­den hinein.

Polizei, Feuerwehr, DRK-Kräfte und Mitarbeiter der Gemeinde forderten die Bevölkerung auf, entweder zum Dorfgemeinschaftshaus nach Holsten oder zur Grundschule Holsten zu fahren. Dort hatte die Polizei Sam­melpunkte und die schnelle Eingreiftruppe SEG Süd des DRK eine Verpfle­gungsstelle eingerichtet. Die Evakuierung sei ruhig verlaufen, erklärte Bürgermeister Andreas Kaiser, der die Zahl der evakuierten Men­schen auf rund 3000 bezifferte. „Wir hatten Glück, denn es war kein Altenheim be­troffen“, erklärte Kaiser.

Nach Abschluss der Evakuierungsmaßnahmen versuchten die Kampfmittelbeseitigungsexperten gegen 21.30 Uhr die amerikanische Fliegerbombe zu entschärfen. Dabei stellten sie fest, dass der Sprengkörper mit einem Aufschlagzünder ausgestattet war. Gegen 21.50 Uhr teilte Polizeieinsatzleiter Franz Timmer mit, dass die Bombe ohne Probleme entschärft worden sei. Die evakuierten Bewohner konnten danach wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Der Erste Polizeihauptkommissar Franz Timmer erklärte zum Schluss: „Sir sind alle froh darüber, dass kein Mensch zu Schaden gekommen und der Einsatz so reibungslos abgewickelt werden konnte.“ Großes Lob sprach Timmer der Gemeinde Salzbergen aus, die mit Andreas Kaiser an der Spitze in Holsten die Sammelstelle eingerichtet hatte und dabei sogar dafür gesorgt hatte, dass die kleinen Mädchen und Jungen im Kindergarten spielen konnten.

Ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Oldenburg erklärte, dass die entschärfte amerikanische Fliegerbombe mit 250 Lbs zu einer Spezialfirma nach Munster transportiert werde, wo sie in mehrere Teile zerschnitten werde. Die ohne Zünder nicht sprengfähige Masse werde Wiederverwertung zugeführt.

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