FAZ in Holsterfeld schult Busfahrer – Abbiegeassistenz-System gibt Einblick in den toten Winkel

Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) in Holsterfeld hat zwei Busfahrerinnen und 13 Busfahrer aus dem Kreis Steinfurt und dem Emsland im Umgang mit dem Abbiegeassistenz-System geschult. Thema war ebenso der Umgang mit Busfahrgästen mit Handicap.

Holsterfeld. Die Unternehmen Emsdettener Busreisen, Rolandreisen aus Beckum und van der Ahe Reisen aus Groß Berßen (Emsland) haben die Chauffiere ihrer Busse im Fernverkehr und dem Öffentlichen-Personen -Nahverkehr (ÖPNV) zum Fahrsicherheitstraining beim FAZ entsandt. „Wir feiern ein kleines Jubiläum, denn wir lassen unsere Fahrerinnen und Fahrer schon seit 30 Jahren beim FAZ schulen“, erklärte der Betriebsleiter von Emsdettener Busreisen, Guido Scholz, der größten Wert auf Sicherheit lege.

Zur Berufskraftfahrerweiterbildung beim FAZ zählt das Abbiegeassistenz-System ebenso wie der Umgang mit Fahrgästen mit Handicap. Moderator und FAZ-Chef Ewald Rühlmann führte am Samstag in Holsterfeld im Ausbildungszentrum und auf dem alten Militärflugplatz in Dreierwalde eine ganztägige Schulung durch. Er führte in der Theorie und Praxis mit einem Bus des Emsdettener Unternehmes vor, wie wichtig das Abbiegeassistent-System im Straßenverkehr ist und die Buslenker enorm unterstütze.

Rühlmann erläuterte „Wenn im Bus der Blinker nach rechts betätigt wird, erfasst die moderne Technik neben dem Bus gehende Personen und Kraftrad- oder Radfahrer, zeigt sie auf dem Monitor im Bus und warnt dessen Fahrer/in sofort mit einem lautem Signal. Man  kann den rechten Bereich neben dem Fahrzeug sehr weit mit dem Monitor einsehen.“ Guido Scholz sagte: „Wir haben bereits zehn unserer Busse mit dem Luis- Abbiegeassistenz-System nachgerüstet. Ein kürzlich hinzugekommener neuer Bus verfügt serienmäßig über den Assistenten.“

Den 15 Absolventen der Schulung erklärte Scholz in einem nachgerüsteten Omnibus, dass der Hauptsicherheitsbereich auf dem Monitor für den Fahrer mit grün, gelb und rot gekennzeichnet sei. „Wir können uns auf das Luis- Abbiegeassistenz-System verlassen. Wenn sich jemand von vorne dem Bus nähert, sieht der Fahrer dies ebenfalls auf dem Monitor. Man kann noch so viele Spiegel haben, die reichen aber nicht aus.“

Betriebsleiter Guido Scholz erklärte den Teilnehmern die Funktionsweise des Luis-Abbiegeassistenz-Systems, dass jetzt Einblick in den toten Winkel gewährt

Als es die Möglichkeit gegeben habe, Omnibusse nachzurüsten, habe das Emsdettener Unternehmen sofort zehn der 26 Fahrzeuge – 12 bis 14 Meter lang – mit dem Luis-System ausgestattet, was rund 25.000 Euro gekostet habe. „Der Abbiegeassistent sieht in Winkel und Ecken, die den 39 Fahrer/innen des Unternehmens bislang verborgen geblieben sind. Für sie ist jetzt der tote Winkel besser einzusehen. Das Unternehmen lädt regelmäßig Grundschulen ein und lehrt den Kindern das Verhalten an Haltestellen und in den Bussen“, erklärte Scholz.

 

Seit 20 Jahren fahre Manuela Hermanns aus Emsdetten Omnibus im Nah- und Linienverkehr. Deutschlandweite Schultouren zählten hinzu. „Kinder dürften wegen der Corona-Pandemie derzeit nur hinten einsteigen und mit Maske und vorgeschriebenem Abstand Platz nehmen. Wir führen im Bus Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel mit“, sagte Buslenkerin, und meinte: „Nachdem um fünf Uhr der Wecker geklingelt hat, bin ich um sechs auf dem Platz von Emsdettener Busreisen. Nach der Abfahrtskontrolle geht es dann los. Das Abbiegeassistenz-Systeme ist super, denn jetzt sieht man die Fußgänger oder Radfahrer, die man ohne einfach nicht sieht!“

Rühlmann ging abschließend auf das Thema „Umgang mit mobilitätseingeschränkten Menschen Sensibilisierung für Behinderungen und angemessenes Verhalten gegenüber mobilitätseingeschränkten Fahrgästen“ ein. Er wies auf Hindernisse für die Busfahrgäste mit Handicap hin, denen sie beim Ein- und Aussteigen gegenüberstehen und wie Fahrer oder Fahrerin mit unerwarteten Situationen umgehen würden. Wichtig seien ebenso Möglichkeiten der Kommunikation mit gehörlosen sowie blinden Menschen und der sorgfältige Umgang mit anerkannten Begleithunden, Rollstühlen, anderen Mobilitätshilfen und dem Gepäck, die mit einem Lift oder anderen Hilfsmittele in den Bus gelangten.

Rühlmann stellte in Frage, wie lange er noch auf dem ehemaligen Militärflugplatz die für alle Verkehrsteilnehmer so wichtigen Sicherheitsschulungen durchführen könne. Von Seiten der Behörden würden ihm immer mehr „Knüppel“ zwischen die Beine geworfen.

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