Feuerwehren nach Großbrand weiterhin im Einsatz Leckage im Chemikalienbehälter

Auch am Freitagmorgen zogen im Lingener Ortsteil Holthausen nach dem Großbrand am Vorabend bei einem Lohnunternehmen an der Biener Straße immer noch Rauchschwaden über den Ort hinweg. Von den drei 100 mal 30 Meter großen Lagerhallen, in denen Heu- und Strohvorräte sowie Erntemaschinen und Fahrzeugen ein Raub der Flammen wurden, waren nur noch Trümmerhaufen zu sehen.

Lingen. Am Freitagvormittag machte sich Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Recht und Ordnung der Stadtverwaltung Lingens, ein Bild vor Ort. Sie erklärte: „Der Brand der Lagehallen ist mittlerweile gelöscht. Das brandbelastete Stroh wird auf einen benachbarten Acker gefahren und zwischengelagert. Dort wird es weiterhin abgelöscht. Im Zuge der Löscharbeiten wurden auch mehrere Behälter mit Säurehaltiger Flüssigkeit geborgen. Eines davon ist so beschädigt, das es durch den Gefahrgutzug der Lingener Feuerwehr umgepumpt werden musste.“

Die Fachbereichsleiterin erläuterte auf die Frage nach Schadstoffbelastungen: „In den Fahrzeugen, die sich in den abgebrannten Hallen befanden, war auch Diesel. Es ist aufgrund der großen Hitze nicht auszuschließen, dass Kraftstofftanks geschmolzen sind. Bislang haben die entnommenen Gewässerproben keine stärkere Belastung ergeben. Es wurde zwar Kohlenwasserstoff festgestellt, aber das belastete Wasser wird kontrolliert und durch die Schmutzwasserkanalisation zur Kläranlage gepumpt. Dort kann es entsprechend aufbereitet werden. Nach Auskunft der Einsatzleitung werde der Einsatz auf jeden Fall noch den ganzen Tag andauern.“

Aus einem 1000-Liter-Behälter mit Chemikalien, der mit einem Gabelstapler aus den Trümmern der Hallen herausgeholt wurde, tropfte ein Gemisch (80 Prozent Propion- und 20 Prozent Ameisensäure). Der Staplerfahrer stellte den Behälter ab und fuhr aus dem Gefahrenbereich,

der von der Feuerwehr abgesperrt wurde. In Chemieschutzanzügen gingen die Einsatzkräfte des alarmierten Gefahrgutzuges der Lingener Wehr vor und sicherten das Leck. Danach wurde das Säuregemisch in einen anderen Behälter umgepumpt. Die Säuren werden z. B. bei der Einlagerung von Korn oder Silage gegen Schimmelpilzbildung versprüht.

Von der Alarmierung am Donnerstagabend um 19.40 Uhr bis zum Ende des Einsatzes am Freitag waren zehn Feuerwehren, der Rettungsdienst und das DRK mit über 240 Kräften im Einsatz. Aufgrund der Nachlösch- und Aufräumarbeiten war die unmittelbar am Brandort vorbeiführende Meppener Straße im Zuge der alten B 70 auch am Freitag für den Autoverkehr gesperrt.

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Foto: Lindwehr

 

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