Flyer bei Wohnungseinbrüchen Polizei und Handwerkerschaft arbeiten zusammen

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(v. links) Dieter Rothluebbers, Sascha Wittrock, Horst Hagemann und Karl-Heinz Brüggemann setzten auf den neuen Flyer.

Aufgrund der drastisch angestiegenen Wohnungseinbrüche im Emsland und der Grafschaft Bentheim hat die Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim je einen Flyer für die Bereiche Emsland-Süd, -Mitte, -Nord und die Grafschaft herausgebracht. Diese werden im Rahmen einer Tatortaufnahme nach einem Einbruch an die unmittelbaren Anwohner des aufgesuchten Objektes mit dem Hinweis verteil, dass in ihrer Nachbarschaft eingebrochen wurde.

Lingen. Der Leitende Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann, Chef die Polizeiinspektion (Pi), Polizeioberkommissar Dieter Rothluebbers vom Präventionsteam sowie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim Sascha Wittrock und der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd Horst Hagemann haben den neuen Flyer vorgestellt. Die Experten bedauerten, dass immer noch trotz der Bemühungen und Aufklärungskampagnen viele Hausbewohner Fenster auf kipp oder Garagentore offen stehen lassen.

„Der Bereich Wohnungseinbrüche ist für uns immer noch ein großes „Sorgenkind“. Von 2010 bis 2016 haben wir eine deutliche Steigerung. So waren es von Januar bis Mai 2010 in der gesamten Pi 168 Einbrüche, im gleichen Zeitraum waren es 2016 schon 369. Dies ist ein deutlicher Anstieg, der uns sehr viele Sorgen bereitet. Bundesweit gibt es rund 500 Millionen Einbruchssachschäden“, betonte Brüggemann, der diese überwiegend Banden aus Osteuropa zuschrieben.

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Ein geübter Täter brauche maximal 15 Sekunden für den Einbruch, den er bevorzugt durch Fenster oder Terrassentüren verübe. Mal eben schnell einkaufen und das Fenster oder die Terrassentür auf kipp stehen lassen, lade zum Einbruch ein, mahnte Brüggemann, der hier die Hausbewohner in der Pflicht sehe. Ebenso sei es mit weniger Aufwand machbar, das Haus / die Wohnung sicherer zu machen. „Wir wollen die Menschen für die Sicherheit von Haus und Hof sensibilisieren“, so Brüggemann. „Wir müssen an das Bewusstsein appellieren. Wenn die Menschen tagtäglich von Wohnungseinbrüchen hören oder lesen, sind ja nicht selbst betroffen. Erst wenn es einen selber trifft, sieht man dies mit ganz anderen Augen.“

Dieter Rotlübbers erklärte: „Entweder rüste ich die vorhandenen Fenster und Türen mit den Experten vom Handwerk nach, oder achte beim Neubau auf moderne Sicherheitsstandarts. Hier sind auch die Architekten gefordert. Es gibt auch Förderungen für die Nachrüstung.“ Der neue Flyer mit Informationen rund um das Thema Wohnungseinbruch werde bereits im Rahmen der Tatortaufnahme von den Ermittlern in der Nachbarscht des von Einbrechern aufgesuchten Objektes an die Haushalte verteilt. Damit würden die Anwohner darüber informiert, dass in ihrer Nachbarschaft eingebrochen worden sei.

Die Polizei bittet in dem Flyer nicht zuletzt um Hinweise auf das Tatgeschehen, sondern gibt auch Verhaltenstipps zur polizeilichen Einbruchsprävention. Betroffene und Anwohner finden darüber hinaus Hinweise auf Sicherheitspartner des Handwerks, die Beratungen im Sinne der polizeilichen Einbruchsprävention durchführen. Die Kreishandwerkerschaften Emsland Mitte-Süd und Grafschaft Bentheim hätten die Sicherheitspartnerschaft auf den Weg gebracht, damit für alle Beteiligten eine „Win-Win-Situation“ entstehe. „Unsere Handwerksbetriebe haben die Kompetenzen, Fenster und Türen so zu bauen, dass der Einbruch erschwert werden kann“, ergänzte Wittrock.

Weiter Informationen können im Internet unter www.polizei-emsland.de unter Rubrik „Themen“ oder www.k-einbruch.de abgerufen werden.

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