Gottesdienst in plattdeutscher Sprache in Lünne

„Denn datoo bin ih uproop“, heißt es auf dem Liederzettel für eine besondere Heilige Messe, die in St. Vitus, Lünne am Sonntag, 26.01. um 10:30 Uhr gefeiert wird. Der Gottesdienst findet in plattdeutscher Sprache statt. 

Der Vers stammt aus dem ersten Petrusbrief (1 Petr 2,21) und macht deutlich, dass die Nachfolge Jesu auf ganz verschiedene Weise erfolgen kann.

„Der Vorschlag, eine Heilige Messe in plattdeutscher Sprache zu feiern, ist im Pfarrgemeinderat entstanden“, sagt Pastoralreferent und Pastoraler Koordinator Dominik Witte. Damit verbunden war die Schwierigkeit, einen Priester zu finden, der dem Plattdeutschen insoweit mächtig ist, dass er die Sprache frei und ohne zu sehr abzulesen, sprechen kann. Da die fünf Priester, die in der Pfarreiengemeinschaft Spelle mit den Kirchorten Spelle, Schapen, Lünne und Venhaus tätig sind, das Plattdeutsche nicht als Muttersprache sprechen und der Gottesdienst keine Theateraufführung werden sollte, musste eine Alternative gefunden werden: Jürgen Krallmann, Pfarrer in Freren, sagte gerne zu.

Der gebürtige Heeder ist mit der Sprache vertraut, auch wenn der aus dem nördlichen Emsland stammende Priester, kein perfektes südemsländisches Plattdeusch spricht, wie er selbst sagt.

„Das Plattdeutsche ist eine herzliche und direkte Sprache und wir dürfen mit Gott einfach und gradlinig sprechen“, sagt Witte, der selbst mit dem Plattdeutschen aufgewachsen ist, es aber nicht aktiv sprechen kann.

In der Vorbereitung auf den Gottesdienst mussten einige Texte übersetzt werden. Besonders die liturgischen Antworten der Gemeinde, die in jedem Gottesdienst normalerweise auswendig gesprochen werden, sind auf dem Liederzettel vermerkt, damit der Dialog zwischen Vorsteher und Gemeinde funktionieren kann. Denn auch wenn die plattdeutsche Sprache in früheren Zeiten die Umgangssprache zuhause und im Dorf war, ist die Liturgie auf plattdeutsch etwas völlig Ungewohntes und eine kleine Herausforderung für die Lektoren und die Mitfeiernden.

Einige Lieder, die Schriftlesungen, die Predigt und die Fürbitten werden plattdeutsch gesprochen und gesungen. Das kirchlich genormte Hochgebet mit seinen theologisch anspruchsvollen Formulierungen lässt sich laut Krallmann nur schwer ins Plattdeutsche übertragen, weshalb er es auf Hochdeutsch beten wird, um den vollständigen Sinn zu erhalten.

Die ersten Reaktionen auf die Planungen im Pfarrgemeinderat sind positiv und so hoffen die Pfarrgemeinderäte auf eine große Gottesdienstgemeinde aus dem eigenen Ort und auf Gäste aus der Region.

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