Grenzübergreifende Zusammenarbeit wichtiger Vorteil im Wettbewerb um Fördermittel

Bürgermeister und Kommunalvertreter aus dem südlichen Emsland, der Grafschaft Bentheim und dem nördlichen Münsterland beraten gemeinsam mit Vertretern der Landkreise und der Bezirksregierung Münster über Projektideen zur nachhaltigen Stärkung der Grenzregion

05.23.PM Zweiter Regionaler Workshop_red

In Rheine trafen sich zahlreiche Bürgermeister und Kommunalvertreter, um gemeinsam mit Vertretern der Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim und Steinfurt sowie der Bezirksregierung Münster über Strategien und Projektideen zur Stärkung der Grenzregion zu beraten. Hintergrund für den im TaT – Transferzentrum für angepasste Technologien – veranstalteten „Zweiten regionalen Workshop“ ist eine auf Beschluss des Rates der Stadt Rheine Mitte 2013 gestartete Initiative, angesichts des Strukturwandels in der Region die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Kommunen im nördlichen Münsterland / südwestlichen Niedersachsen zu vertiefen. Rheines Bürgermeisterin Dr. Angelika Kordfelder würdigte die Bereitschaft der Kommunen und Kreise zur Zusammenarbeit: „Nur mit einem gemeinsamen Blick auf die Stärken unserer Region können wir eine aktive Fördermittelakquise betreiben, um mit neuen Projekten zur Stärkung des Wirtschaftsraumes beizutragen und damit die Attraktivität der Region für Leben, Wohnen und Arbeiten weiter verbessern.“ Sie sei erfreut, dass die Bezirksregierung diesen Prozess von Beginn an konstruktiv begleite. Jetzt werde intensiv daran gearbeitet, auch das Land Niedersachsen als Kooperationspartner zu gewinnen.

 

Bereits im vergangenen Jahr haben die an der Initiative beteiligten Kommunen im Rahmen des „Ersten regionalen Workshops“ entsprechende Vorarbeiten geleistet und verschiedene regionale Handlungsfelder, darunter die Themen Wissenschaft und Technologie, Verkehr, Tourismus, Konversion und Energie, definiert und in Expertenrunden erste Projektvorschläge erarbeitet.

Zum aktuellen Stand der Expertenrunde „Tourismus“ berichtete zunächst Franz Möllering, Bürgermeister der Gemeinde Neuenkirchen. In vielen Tourismusbereichen sei man sowohl im Münsterland als auch auf niedersächsischer Seite gut aufgestellt. Gleichwohl liege gerade in einer intensivierten Vernetzung bestehender Maßnahmen und Angebote eine besondere Chance, von der die Region profitieren könne.

Große Chancen durch die regionale Kooperation stellte auch der Bürgermeister der Stadt Nordhorn, Thomas Berling, in seinem Bericht zum Thema „Verkehr“ heraus. Das Beispiel Lückenschluss bei der A 31 habe in der Vergangenheit deutlich gezeigt, welche wichtige Rolle eine leistungsfähige Infrastruktur für die Region spiele. Neben weiteren Maßnahmen zur Stärkung der Verkehrswege, unter anderem Reaktivierungen im SPNV, könne insbesondere eine bessere Anbindung an die Niederlande für zusätzliche wirtschaftliche Impulse sorgen.

In seinem Bericht zum Stand der Gesprächsrunden „Wissenschaft und Technologie“ sowie „Energie“ betonte Dr. Manfred Janssen, Geschäftsführer der EWG – Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH: „Bei der Bewältigung des regionalen Strukturwandels kommt den Themen Wissenschaft und Energie eine Schlüsselrolle zu“. Als ländlich geprägter Raum läge gerade in der Verknüpfung dieser beiden Themen großes Potenzial, von dem neben der Bevölkerung speziell auch die Unternehmen erheblich profitieren könnten.

Abschließend berichtete Jan Kuhlmann, Erster Beigeordneter der Stadt Rheine, zur Expertenrunde „Konversion“. Vor dem Hintergrund des Abzugs der Bundeswehr in Rheine, der Zechenschließung in Ibbenbüren und der zukünftigen Abschaltung des Kernkraftwerks in Lingen müsse man in der Region an einem Strang ziehen und gemeinsam eruieren, wie man diesen Einschnitten und den damit verbundenen Folgen für den Arbeitsmarkt begegnen könne. Die Konversion der frei werdenden Flächen sei dabei jedoch nicht als Ziel, sondern vielmehr als Mittel anzusehen, um Projekte von regionaler Bedeutung umzusetzen.

Parallel sollen nun erste Gespräche mit Fördermittelgebern auf unterschiedlichen Ebenen geführt sowie die vorliegenden Projektideen weiter konkretisiert werden. Mit der voraussichtlich Ende des Jahres anlaufenden Förderperiode 2014 – 2020 ergeben sich unter anderem auf EU-Ebene vielfältige Chancen, zusätzliche Mittel für regionale Projektideen einzuwerben. Diese Einschätzung teilte auch Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin der Bezirksregierung Münster: „Als grenzüberschreitender Kooperationsraum verfügt die Initiative über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, um im Wettbewerb um Fördermittel zu punkten.“

 

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