Großkontrolle auf der Autobahn 30 An jedem zweiten Fahrzeug gab es Mängel

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hlw Bad Bentheim Am Donnerstag wurde zwischen 9 und 16 Uhr bei Bad Bentheim auf den Rastplätzen „Waldseite Süd und –Nord“ an der Autobahn 30 eine Großkontrolle durchgeführt. Das Ergebnis war bedenklich, denn bei jedem zweiten kontrollierten Fahrzeug gab es Mängel. So war die Ladung ungenügend gesichert oder Reifen wiesen erhebliche Beschädigungen auf, die zu Unfällen führen können.

Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Albin Trüün musste selbst als alter „Hase“ staunen: Da befanden sich 24 Tonnen Kunststoffschrott in schlecht gesicherten Pappkisten auf der Ladefläche eines niederländischen Sattelzuges. Diese hätten sowohl in einer Kurve oder bei einer Vollbremsung ins Rutschen geraten können. Dem niederländische Fahrer wurde die Weiterfahrt untersagt. Sein Spediteur musste einen Lastwagen mit zertifiziertem Aufbau entsenden, um die Ladung zu übernehmen. Fahrer, Spediteur und Auftraggeber können mit einer Geldstrafe rechnen.

Wie Trüün erklärte, sei auch ein Lkw-Fahrer aus der Ukraine gestoppt worden, dessen stark beschädigte Reifen bei der Kotrolle auffielen. Der Mann musste an Ort und Stelle die Reifen wechseln. Auch ein Reserverad wies ein Loch auf, sodass einen neuer Reifen geordert wurde. „Reifenplatzer gehören zu den häufigen Unfallursachen im Güterverkehr und können schwere Unfälle auslösen“, erklärte Trüün, der mit seinen Kollegen von der regionalen Kontrollgruppen, der Bundespolizei, Vertretern des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), des Zolls und der Kreisverwaltung Grafschaft Bentheim im Einsatz war. Zusammen waren 80 Männer und Frauen vor Ort, denen Polizeipräsident Bernhard Witthaut einen Besuch abstattete, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Marco Ellermann, Polizeisprecher der Polizeidirektion Osnabrück, kommentierte das bedenkliche Ergebnis. 200 in Richtung Niederlande rollende Fahrzeuge seien kontrolliert worden. Jedes zweite sei beanstandet worden.

Dabei reicht die Bandbreite der Mängel von überzogenen Lenkzeiten, fehlende Ruhephasen, manipulierte EG-Fahrtenschreiber bis hin zu Mängeln der Ladungssicherung und weitere Delikte. In neun Fällen seien die Mängel so gravierend gewesen, dass eine Weiterfahrt untersagt wurde. Ein britischer Schwertransport ei festgehalten worden, bis die gültige Zulassungs- und Versicherungspapiere vorgelegen hätten.

Die Einsatzkräfte hätten ebenso abnorme Verstöße aufgedeckt, die geahndet worden sein. Viele Autofahrer hätten 40 Euro berappen müssen, da sie während der Fahrt am Steuer mit dem Handy telefonierend ertappt worden sein, erklärte Ellermann, der herausstellte, dass sogar eine junge Mutter telefoniert habe, deren Kind auf dem Rücksitz nicht ordnungsgemäß mit einem Rückhaltesystem gesichert worden war. Ein Schrottsammelnde Niederländer habe in seinem Kleintransporter in einer Wanne etliche Autobatterien sowie Kabel- und Kupferreste gepackt. Dies sein laut Polizeiexperten eine brandgefährliche Mischung, da die Batteriepole ungesichert offen lagen. Wenn dann

Kriechströme entstehen würden und durch Kupfer geleitet an PVC-Beschichtungen weitere Kabel oder weiterem Müll gelangten, könne es zu einem Brand kommen. Nachdem der Niederländer umgeladen hatte, durfte er seine Fahrt fortsetzen.

Als dumm und lebensmüde darf man den Erfindungsgeist eines Autofahrers einstufen, der sich nicht anschnallen will. Der Gurtmuffel hatte ein altes abgeschnittenes Endstück eine Sicherheitsgurtes in das Gurtschloss eingesteckt, um damit das Warnsignal in seinem Auto zu überlisten. Aber auch Waffen ein Totschläger oder verbotenes Messer wurden in einem Pkw entdeckt und sichergestellt. Ebenso wurde von einem Autofahrer die Entnahme einer Blutprobe veranlasst, da er im Verdacht stand, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein.

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