„Hunger auf Kultur“: Kulturminister Thümler übergibt Förderbescheid an das Emslandmuseum – 40.000 Euro für neue Dauerstellung


Lingen.
Das Land Niedersachsen fördert die Neugestaltung der Dauerausstellung des Lingener Emslandmuseums mit 40.000 Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid übergab der Niedersächsische Minister für Kultur und Wissenschaft Björn Thümler an den Ersten Vorsitzenden des Museumsvereins Emslandmuseum Lingen e.V. Willi Brundies. Im Rahmen eines Ortstermins besichtigte der Minister zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Christian Fühner, dem Ersten Kreisrat Martin Gerenkamp, Oberbürgermeister Dieter Krone, den Vorstandsmitgliedern des Museumsvereins und Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck das Emslandmuseum, das sich derzeit noch in den letzten Zügen des Um- und Neubaus befindet.

„Durch die Corona-Pandemie blieb ein Museumsbesuch lange verwehrt, sodass wir jetzt Hunger auf Kultur haben und diese auch anschaulich erleben möchten. Dazu gehört nun bald auch die neue Dauerausstellung“, freute sich Oberbürgermeister Dieter Krone. Die bisherige Dauerausstellung zur Geschichte des Emslandes und der Stadt Lingen wurde bereits 1993 eingerichtet und stetig erweitert, sodass die Räumlichkeiten des Emslandmuseums mittlerweile zu klein waren. „30 Jahre nach der Eröffnung ist die Dauerausstellung zudem auch in die Jahre gekommen. Viele Bildtafeln und Großfotos bekamen allmählich einen Grauschleier. Gerade im Hinblick auf den neuen Erweiterungsbau mit modernster Präsentationstechnik passte das bisherige Ausstellungskonzept nicht mehr ins Gesamtbild“, beschrieb Willi Brundies die Notwendigkeit der Neugestaltung der Dauerausstellung.

„Das Emsland zeichnet sich durch sein Bekenntnis zu seiner Geschichte und Kultur aus, daher ist es umso wichtiger, dass wir diese Kulturschätze selbstbewusst darstellen und kleine Kultureinrichtungen bei dieser Aufgabe unterstützen“, betonte Minister Thümler bei der Übergabe des Förderbescheides. Die neue Dauerausstellung wurde von dem Rotterdamer Ausstellungsdesigner und gebürtigen Laxtener Thomas Schaper konzipiert. Die Ausstellung rückt zentrale Themen in den Mittelpunkt, die mithilfe von digitalen Medien, einer ansprechenden Gestaltung und einer veränderten Wegeführung für die Besucherinnen und Besucher aufbereitet wurden. Die neue Wegeführung beginnt nun im Neubau des Museums und führt über eine Treppe in den ersten Stock des Altbaus zur neuen Dauerausstellung.

In der Ausstellung ist je ein Raum einem Themengebiet gewidmet. Dies macht sich auch durch die Farbgebung bemerkbar. Je nach thematischem Schwerpunkt wurde die Wandfarbe gewählt. Die Schatzkammer der Kivelinge ist beispielsweise im Rot der Stadt Lingen entworfen. Eine Neuheit der Dauerausstellung ist, dass die Inhalte hybrid angeboten werden. „Alle Inhalte, die im Museum digital gezeigt werden, sind auch im Internet abrufbar. Wir sind uns aber sicher, dass die Menschen dennoch in die Ausstellung kommen, da sie die Geschichte in dieser tollen Atmosphäre erleben möchten“, erklärte Museumsleiter Eiynck.

Nach wie vor sind das Mittelalter und die Lingener Festungen ein zentraler Punkt der Ausstellung, ebenso wie die Industrialisierung des Emslandes, der Nationalsozialismus und die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Darüber hinaus wird in der Dauerausstellung auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eingegangen. Genauer wird hier die Integration der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg und die Industrialisierung ab 1950 thematisiert. Des Weiteren widmet sich ein Raum gänzlich der Alltags- und Freizeitkultur vergangener Jahrzehnte. Auch ganz besonders wertvollen Exponaten aus der Geschichte Lingens kommt ein Raum zugute. So werden in der Schatzkammer der Thronschatz der Kivelinge und weitere wertvolle Exponate präsentiert. „Insbesondere die interessante Geschichte der Kivelinge, die sogar im bundesweiten Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe vertreten sind, möchten wir Besuchern unserer Stadt näher bringen“, machte Oberbürgermeister Dieter Krone deutlich.

Die neue Ausstellung nach den Entwürfen von Thomas Schaper wird derzeit von Patrick Köster und Thomas Vieth vom „MedienAtelier Emsland“ gestaltet. Die Gestaltung verbindet digitale Medien mit Museumspädagogik. „Mit diesen neuen museumspädagogischen Mitteln kann sich die Dauerausstellung zeitgemäß auf zentrale Themen fokussieren“, so der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp. Dem stimmte Oberbürgermeister Krone zu. Für ihn steht fest: „Mit der neuen Dauerausstellung und dem neuen Emslandmuseum stärken wir Lingen als Kulturstandort.“ Die neue Dauerausstellung ist nach der Eröffnung des erweiterten Emslandmuseums ab Ende Juli zu sehen.

Das Land Niedersachsen fördert die Neugestaltung der Dauerausstellung des Emslandmuseums mit 40.000 Euro: Kulturminister Björn Thümler (6. v. l.) zusammen mit Vertretern von Landkreis, Stadt und Museumsverein vor dem Emslandmuseum.

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