Jahresrückblick der Ehrenamtlichen in der Migrantenarbeit

Rheine. Wer zeigt mir, wie ich meinen Fahrradreifen flicken kann? Wer unterstützt mich in meinem Alltag? Wie oder wo kann ich sinnvoll meine Freizeit verbringen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigen sich täglich zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in unserer Stadt. Menschen, die ihre Zeit verschenken, um andere Menschen zu unterstützen oder interessante Projekte und Veranstaltungen zu organisieren.

Als Einstimmung auf das neue Jahr luden Kevin Löcke (Caritasverband Rheine e.V.) und Jessica Stallmann (Stadt Rheine), Koordinatoren des Netzwerkes „Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation“ in der Migrantenarbeit, zu einem Jahresrückblick in die Mitte51 ein.

Begrüßt wurden die Gäste durch Raimund Gausmann, Beigeordneter der Stadt Rheine. Er lobte den Einsatz vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger in Rheine, ohne die die vielen Aktionen und Projekte nicht möglich wären. Er betonte, dass über 60 Veranstaltungen im letzten Jahr organisiert und durchgeführt wurden. Auch für dieses Jahr laufen bereits die ersten Vorbereitungen vieler Projekte und Veranstaltungen. Im Juni ist ein großes Afrikafest im Dorenkamp geplant und wie in jedem Jahr die interkulturelle Woche mit den zahlreichen Mitveranstaltern. Auch die Neuwahl des Integrationsrates im September sei ein wichtiges Ereignis. Diese Beispiele seien nur ein kleiner Ausblick auf das Jahr 2020, fasste Gausmann zusammen.

Den begrüßenden Worten des Beigeordneten schloss sich Dieter Fühner, Vorstand des Caritasverbandes Rheine e.V. an. „Der heutige Abend soll besonders als Wertschätzung für das geleistete Engagement der Ehrenamtlichen dienen. Das Miteinander gut zu gestalten und Integration zu ermöglichen ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe zu der viele ehrenamtliche Einzelpersonen, Gruppen und Vereine beitragen. In dieser Hinsicht sind wir in Rheine seit langer Zeit sehr gut aufgestellt. Ohne die vielen engagierten Personen, wäre die Integration der zugewanderten und geflohenen Personen kaum möglich“, erläuterte Dieter Fühner.

Auch die musikalische Unterhaltung aller Gäste kam an diesem Abend nicht zu kurz. Der erst im letzten Jahr gegründete ukrainische Frauenchor, gekleidet in landestypischen und bunten Trachten, sang Lieder aus der fernen Heimat. Auch das durch Fördergelder neu erworbene Akkordeon kam an diesem Abend erstmalig zum Einsatz. Dass die temperamentvollen Frauen mit Freude singen, dürfte an diesem Abend jedem klargeworden sein. „Wir möchten mit unseren Auftritten die ukrainische Kultur und Folklore vorstellen und unser Publikum mit unsere Lebensfreude und unseren Spaß am Gesang begeistern und anstecken“, erklärt die musikalische Leitung der Gruppe. Erste Bühnenerfahrungen konnten sie im letzten Jahr auch schon sammeln. „Wir durften das erste Mal am 3. Oktober 2019 auf dem Bürgerpicknick auftreten“, erinnert sich eine Sängerin des Chores.

Nach der offiziellen Eröffnung konnten die zahlreichen und bunten Plakate der Veranstaltungen und Projekte begutachtet werden, die die  Vereine, Interessensgemeinschaften, Träger und Ehrenamtlichen im letzten Jahr durchgeführt haben. Anhand zahlreicher Fotos und kleiner Texte hatte jeder Gast die Möglichkeit, sich über andere Gruppen und Ehrenamtliche und deren Tätigkeitsfelder und Aktionen zu informieren: Projekte, die berührten und zum Nachdenken anregten, wie die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ der Niederdeutschen Bühne Rheine. Zeit und Raum für Begegnungen, wie die Veranstaltungen der Migrantenselbstorganisationen. Die Interkulturelle Woche mit über 30 Veranstaltungen. Nicht zu vergessen die Veranstaltung von WelcomeIn und ihrem Ehrengast Erna de Fries. Oder die vielen Interessensgruppen, Menschen die sich treffen um gemeinsam Zeit zu verbringen, wie in der Nähwerkstatt des Centro S. Antonio, in den Kochgruppen, oder die Gruppenangebote gezielt für Mädchen. Projekte die informieren und aufklären, oder sich für gemeinsame Werte einsetzten, wie die Ausstellung „Stiftung Weltethos“ oder das Projekt „Für Demokratie- gegen Rassismus“. Und nicht zu vergessen die Einzelkämpfer unter den Ehrenamtlichen, diejenigen die sich Familien oder Einzelpersonen angenommen haben, um ihnen im Alltag unterstützend zur Seite zu stehen. Alles nur Beispiele und sicherlich nur ein kleiner Auszug der zahlreichen Aktionen und Projekte im letzten Jahr.

Kevin Löcke und Jessica Stallmann freuten sich, dass viele Ehrenamtliche ihrer Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt waren. Für alle war es eine willkommene Gelegenheit sich untereinander auszutauschen und sich kennenzulernen. Auch an diesem Abend präsentierte sich Rheine von seiner bunten, vielfältigen und weltoffenen Seite.

 

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