Jugendkammer verurteilt 20-Jährigen wegen Brandstiftung

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OSNABRÜCK. Die 3. große Strafkammer – Jugendkammer – des Landgerichts Osnabrück hat heute die Unterbringung eines 20-jährigen Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet, den Vollzug dieser Maßregel aber unter strengen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.
Der Angeklagte hatte am 09. November 2014 nach einem Streit um ein Auto und ein Handy zunächst seine Adoptiveltern geschlagen und sodann verschiedene Gegenstände im elterlichen Haus sowie ein Fahrzeug angezündet. Während die Brände im Haus schnell gelöscht werden konnten, griff das Feuer vom Pkw auf einen Carport über und beschädigte auch die Hausfassade. Insgesamt entstand ein Schaden von ca. 80.000,- €. Bei der Tatausführung handelte der Angeklagte in einem Zustand verminderter Schuldfähigkeit wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung, die im Rahmen der Beweisaufnahme auch von einem psychiatrischen Sachverständigen bestätigt wurde.

In rechtlicher Hinsicht wertete die Kammer die Taten des Angeklagten als Körperverletzung in zwei Fällen, Sachbeschädigung in drei Fällen und vorsätzliche Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung. Aufgrund der Tat und der Persönlichkeit des Angeklagten sei zudem von einer erheblichen Gefährlichkeit des Angeklagten für die Allgemeinheit auszugehen, die dessen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich mache. Der Vollzug dieser Maßregel könne aber unterbleiben, wenn sich der Angeklagte einer stationären Therapie mit ambulanter Nachsorgebehandlung unterziehe und weitere gerichtliche Weisungen und Auflagen befolge.

Nach Verkündung des Urteils haben sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichtet. Das Verfahren ist damit abgeschlossen und das heutige Urteil rechtskräftig.

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