Junge Union Lingen sieht Schulgelderhöhung des Bistums Osnabrück kritisch

Lingen (Ems). Wie das Bistum Osnabrück bekannt gegeben hat, soll zum 01. August 2021 das Schulgeld erhöht werden. Hiervon sind auch einige Einrichtungen im Emsland betroffen. Grund für eine solche Erhöhung soll eine Kürzung der Zuschüsse um 10 % sein. Für die Schulstiftung bedeutet dies ein Volumen von über 1,2 Millionen Euro.

Wie dem Haushaltsplan des Bistums Osnabrück zu entnehmen ist, wird für das Jahr 2020 insgesamt mit einem Haushalt von 182,4 Millionen Euro gerechnet. Geht man von Ausgaben für die Schulstiftung in Höhe von 12 Millionen Euro aus, entspricht das ungefähr 6 Prozent. Der Anteil der Aufwendungen für Bildung, Medien und Kultur wurde im Vergleich zum Jahr 2020 bereits gekürzt. Betrachtet man hingegen den Haushaltsplan des Bistums Münster, ist zu erkennen, dass hier im Jahr 2020 ungefähr 29 Prozent der Gesamtaufwendungen für den Bereich der Schulen verwendet wird. Der Aufwand des Bistums Münster für Schulen ist also fast 5 Mal so hoch wie der Aufwand des Bistums Osnabrück.

Die vom Bistum Osnabrück geplante Schulgelderhöhung gilt insbesondere auch für die Ausbildung im Bereich der sozialen Berufe. Für eine Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin wird beispielsweise für vier Ausbildungsjahre ein Schulgeld in Höhe von 2.960 Euro erhoben. Für die Ausbildung in der Fachhochschule Heilpädagogik für drei Jahre 4.500 Euro. „Man müsse bei der Erhöhung des Schulgeldes auch an die Menschen denken, die dieses Geld bezahlen müssen. Gerade die jungen Menschen, die sich für einen sozialen Beruf interessieren und engagieren wollen, sollten nicht durch eine zusätzliche Belastung benachteiligt werden“, bemerkt Julian Korte, Vorsitzende der JU Lingen. Wichtig sei auch, dass in den letzten Jahren immer wieder der Fachkräftemangel in diesen Bereichen beklagt wird. „Eine Erhöhung des Schulgeldes um 20 Prozent wirkt bei der Entscheidung zur Ausbildung zu einem solchen Beruf nicht fördernd. Während das Land Niedersachsen seit August 2019 Fördergelder bereit stellt, um eine Schulgeldfreiheit für angehende Sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten sowie angehende Erzieher und Erzieherinnen zu erreichen, handelt das Bistum hier gegensätzlich. Das Bistum Osnabrück spart mit der Erhöhung des Schulgeldes offensichtlich am falschen Ende“, so Korte. Die JU Lingen vertritt die Ansicht, dass eine Umverteilung der Zuschüsse seitens des Bistums sinnvoll ist, um so soziale Berufe zu stärken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

„Die JU Lingen lädt die Vertreter des Bistums Osnabrück gerne zu einem gemeinsamen Gespräch ein“; so Korte.

 

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