Kinder sicher unterwegs in Rheine mit der neuen Notinsel-APP

Rheine. Seit 2002 steht das Kinderschutzprojekt Notinsel bundesweit für den Schutz von Kindern und die Gestaltung der sicheren Wege zur Schule oder nach Hause. Rheine ist seit 2007 Notinsel-Standort und damit Teil des größten Kinderschutzprojektes im öffentlichen Raum in Deutschland. „Hier in Rheine gibt es aktuell mehr als 70 Notinseln. Sie haben eine offene Tür für Kinder in Not- und Gefahrsituationen und bei „kleineren“ Problemen“, erläutert Sabine Wensing vom Familienbeirat das Projekt.

Mit dem Notinsel-Aufkleber an der Eingangstür setzen die Geschäfte ein Zeichen für mehr Kinderfreundlichkeit und dafür, dass sich Kinder und deren Eltern auf die Hilfe der Notinsel-Partner verlassen können. Denn als Geschäft, Apotheke, Bankfiliale und sonstige öffentliche Einrichtung, die ebenerdig liegt, leicht zugänglich ist und regelmäßige Öffnungszeiten hat sowie geschulte Mitarbeitende, die im Notfall wissen, was zu tun ist, ist man eine wichtige Anlaufstelle für Kinder in Not und bei Gefahrensituationen.

„Notinseln sind wichtig, auch wenn es bislang noch keine oder nur wenige Vorfälle gab, denn Notinseln erinnern Erwachsene daran, besser auf Kinder und deren Bedürfnisse zu achten. Notinseln setzen ein klares Zeichen, dass Kinder mehr in den Blick genommen und beschützt werden müssen. Zudem zeigt eine Stadt, Gemeinde oder ein ganzer Landkreis, dass hingeschaut wird und TäterInnen nicht geduldet werden“, betont Jerome Braun, Gründer der Notinsel-Initiative und Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel die Notwendigkeit des Projektes.

Mit der neuen Notinsel-App für Eltern, Großeltern und Kinder wird die sichere Wegeplanung zur Familiensache. Entlang der Geschäfte können Erwachsene mit den Kindern die sicheren Wege planen. Dabei lernen die Kinder auch alle Geschäfte kennen und bauen im Gespräch mit den Erwachsenen Ängste und Hürden ab, damit sie auch die Notinseln nutzen, wenn es denn nötig wird.

Die Notinsel-App ist ab sofort in den APP-Stores kostenlos erhältlich. Mit der App können Kinder bis zu zehn wichtige Telefon-Nummern direkt anrufen. Auch die Polizei kann mit zwei Klicks angerufen werden. Die Kinder sehen bei Verwendung der App in ihrem direkten Umkreis von 2,5 km die nächsten Notinseln und können sogar dahin navigieren. Sogar weitere Informationen, welche die Notinsel-Geschäfte hinterlegen, insbesondere die Öffnungszeiten können abgerufen werden. Zudem können Kinder sog. „Privatinseln“ hinterlegen, z.B. das Elternhaus, das Haus der Oma oder des besten Freundes und diese zusätzlichen Privatinseln in die sichere Wegeplanung einbinden

Die Geschäfte erhalten in diesen Tagen einen Zusatzaufkleber mit QR-Code, der neben dem eigentlichen Notinsel-Aufkleber angebracht wird. Damit können Passanten direkt zur Webseite www.notinsel.de und damit auch zu den Standorten sowie den hiesigen Notinsel-Geschäften gelangen. „Wir hoffen, dass möglichst viele Erwachsene und die Kinder die Notinsel-APP nutzen, damit deren Wege sicherer werden und die Notinsel als Hilfestelle weiter bekannt und verbreitet wird“, wünscht sich auch Sabine Wensing.

Foto: Sabine Wensing vom Familienbeirat der Stadt Rheine stellt die neue Notinsel-App vor

 

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