Krank außerhalb der Sprechzeiten Bereitschaftsdienst steht zur Verfügung – Bundesweite Rufnummer 116117

Meppen. Krankheiten kennen keine Sprechzeiten. Unerwartet hohes Fieber oder Magenschmerzen, die am Abend oder Wochenende auftreten und damit genau dann, wenn der eigene Hausarzt nicht zu erreichen ist, stellen Betroffene vor die Frage: An wen soll ich mich wenden? „Für solche Fälle gibt es   die  kassenärztlichen Bereitschaftspraxen mit der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Telefonnummer 116117“, sagt Dr. Wolfgang Hagemann, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Landkreis Emsland.

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Unter dieser Nummer erreichen Betroffene den Ärztlichen Bereitschaftsdienst überall in Deutschland und damit auch im Landkreis Emsland. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl und ist kostenlos – egal, ob sie vom Handy oder vom Festnetz angerufen wird. Niedergelassene Ärzte sind hier außerhalb der Sprechzeiten im Einsatz. Sie behandeln Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant. In Papenburg geschieht dies in der Bereitschaftspraxis am Marienkrankenhaus, in Sögel in der Bereitschaftspraxis im Hümmling Krankenhaus, in Meppen in der Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Ludmillenstift und in Lingen im St. Bonifatius-Hospital. Darüber hinaus gibt es einen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst für Meppen und Lingen, der unter der Rufnummer 0591/9103336 zu erreichen ist.

Dies sei ganz klar zu trennen von akut auftretenden schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen sowie Verletzungen, die stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssen oder der dortigen Abklärung bedürfen. Für solche wirklichen Notfälle gibt es den Rettungsdienst, wenn eine Erstversorgung am Notfallort und der Transport mit dem Rettungswagen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser erforderlich sind. „Leider sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten der Notaufnahmen in den Krankenhäusern und der Bereitschaftspraxen zu wenig bekannt bzw. werden oft nicht beachtet“, betont Hagemann. Er verweist auf eine Studie, wonach Betroffene mit  leichteren Gesundheitsstörungen, vermehrt Hilfe in der Notfallaufnahme der Krankenhäuser suchten und damit häufig eine schnelle Versorgung von schweren  Notfällen gefährdteten. „Das ist ein echtes Problem. Auch der Rettungsdienst, der rund um die Uhr über den Notruf 112 für Hilfeersuchen zu erreichen ist, wird zunehmend durch Inanspruchnahme für leichtere Erkrankungen belastet, und steht dann für echte Notfälle unter Umständen nicht rechtzeitig zur Verfügung“, betont Hagemann.

Überblick über die Regelungen, Sprechzeiten und die entsprechenden Rufnummern verschafft der neu aufgelegte Informationsflyer des Landkreises Emsland. Er ist beim Landkreis Emsland, bei den emsländischen Städten, Samtgemeinden und Gemeinden sowie künftig in Kliniken, Arztpraxen und Seniorenheimen erhältlich.

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