Kreispolizeibehörde Steinfurt gelang in dieser Woche ein Schlag gegen eine international straff organisierte Betrügerbande, die bundesweit agierte

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt

Festnahme

Der Kreispolizeibehörde Steinfurt gelang in dieser Woche ein Schlag gegen eine international straff organisierte Betrügerbande, die bundesweit agierte. In den seit Juni 2015 laufenden Ermittlungen stellten die Ermittler fest, dass ausnahmslos älteren Mitmenschen im gesamten Bundesgebiet aus sogenannten Callcentern im Ausland in Telefonanrufen suggeriert wurde, sie seien das Ziel von Kriminellen.

Die Anrufer täuschten den älteren Menschen dabei vor, die Polizei sei diesen Banden dicht auf den Fersen und man benötige die Mitwirkung der Angerufenen, um Täter festzunehmen bzw. deren Hab und Gut zu schützen. Die Anrufer stellten sich ausnahmslos als Kriminalbeamte von Polizeidienststellen, unter anderem auch des Bundeskriminalamtes, vor und forderten die älteren Menschen auf, Bargeld und Schmuck an avisierte  verdeckt arbeitende Ermittler/ Kriminalbeamte zu übergeben oder aber auch vor oder auf dem eigenen Anwesen zu verstecken. In vielen Fällen gingen die angerufenen älteren Menschen auf die Täuschung ein, lösten Sparguthaben auf, verpackten Schmuck und andere Wertgegenstände und händigten diese dann den eintreffenden „verdeckten Ermittlern“ aus, die noch während der Telefongespräche aus dem Ausland persönlichen Kontakt zu den potentiellen Opfern aufnahmen . In einigen Fällen gelang es den Ermittlern aus Steinfurt, die Übergaben durch örtlich alarmierte echte Kriminalbeamte zu unterbinden. Dabei hatten es die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten in fast allen Fällen zunächst schwer, sich bei den Opfern als tatsächliche Freunde und Helfer zu legitimieren. Bei der Festnahme eines Abholers wurde ein hoher fünfstelliger Bargeldbetrag sichergestellt. Der Täter hatte das Geld kurz zuvor einer älteren Dame in Ostwestfalen abgenommen. Am Mittwoch dem 30.09.2015 schlugen die Ermittler dann in Rheine und Bremen zu. Mit Unterstützung von Spezialeinheiten wurden dabei zwei der Haupttäter, im Alter von 30 und 55 Jahren, in Rheine vorläufig festgenommen. Bei den anschließenden Durchsuchungen wurden größere Mengen Schmuck und benutzte Handys sichergestellt. In Bremen fanden die Beamten zudem vier Schusswaffen. Der sichergestellte Schmuck wird derzeit katalogisiert und zu einem späteren Zeitpunkt im Internet veröffentlicht, um diesen den Opfern auszuhändigen, die bislang noch keine Anzeige erstattet haben. Von der Ermittlungsgruppe wird der bislang festgestellte Beuteumfang auf etwa 250.000 Euro beziffert.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster wurden die festgenommenen Männer noch am Mittwoch dem Haftrichter in Münster vorgeführt, der beide Männer in Untersuchungshaft nahm.

Diese Betrugsmasche ist leider kein Einzelfall. Die Polizei rät daher allen Betroffenen: Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen. Die Polizei würde Sie niemals auf diese Weise zu der Herausgabe von Wertgegenständen nötigen! Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten und Details zu ihren finanziellen Verhältnissen preis. Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers.

Übergeben Sie nie Bargeld und/oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Ziehen Sie immer eine Vertrauensperson hinzu. Vergewissern Sie sich, ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um einen Polizeibeamten (Amtsträger) handelt. Beenden Sie das Telefonat und informieren sofort die Polizei über 110.

Tagged , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.