Lingener Tafel zog Bilanz Lebensmitteln gehören nicht in den Müll

In der Jahreshauptversammlung der Lingener Tafel erklärte deren Vorsitzende Edeltraud Graeßner, dass die Tafel-Zentrale in Lingen mit ihren personellen Möglichkeiten am absoluten Limit angekommen sei. „Es fehlt an Personal und logistischen Mitteln, denn durch die Flüchtlinge kommen immer mehr Aufgaben auf die Tafel zu“, erklärte die Vorsitzende.

Lingen  Lingener Tafel Mitgliederversammlung 2016 HLW 3

Lingen. Der Schirmherr der Lingener Tafel, Oberbürgermeister Dieter Krone, sehe es als gutes Zeichen, wenn Bedürftigen durch die Tafel schnell und unbürokratisch geholfen werde. „Von den 427 Helferinnen und Helfern der Lingener Tafel sind knapp 300 ehrenamtlich tätig. Was sie leisten ist aller Ehre wert. Die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten haben die ersten Kontakte bei den Tafeln. Hier gibt es ein nettes Wort und Hilfe, was sie gar nicht mehr gewohnt sind. Ich wünsche, dass es nicht nur ein Nehmen ist, sondern dass sie etwas zurückbekommen, auch wenn es nur ein Lächeln ist“, sagte Krone.

Besonders lobte der Schirmherr das Engagement von Edeltraud Graeßner, die mit viel Enthusiasmus viele Spendenaufrufe gestartet und viele Spenden eingeworben habe. „Die Lingener Tafel wird in der Öffentlichkeit sehr wohl wahrgenommen. Es sind nur wenige Vereine, die Spendengelder dieser Größenordnung in einem Jahr akquiriert haben, wie die Lingener Tafel mit Edeltraud Graeßner an der Spitze“, erklärte Krone, der kein Verständnis für den unmenschlichen Zwischenfall am Flüchtlingsheim neben der Lingener Tafel am Langschmidtsweg habe.

Diese Tat des Mannes, für den die Heimat doch so wichtig sei, bringe die Stadt Lingen mit den freundlichen Menschen deutschlandweit in Misskredit, bedauerte Graeßner. Aus dem Flüchtlingsheim hätten sich vier junge Männer gemeldet, um bei der Tafel mitzuhelfen. Die Vorsitzende dankte besonders der Stadt Lingen, die seit der Gründung der Tafel im Jahr 1997 deren Engagement mit bisher 200.000 Euro unterstütz habe.

Die Mitarbeiter in den Ausgabestellen: Freren, Haren, Haselünne, Lathen, Lingen, Meppen, Spelle und Twist würden immer mehr gefordert. Die Zahl der unterstützten Personen sei gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. „Es sind 518 Haushalte mit zusätzlich 1.154 Personen dazugekommen, so dass es am Jahresende insgesamt 6.850 Personen in 3.502 Haushalten waren: 65,7 Prozent Erwachsene und 34,3 Prozent Kinder. Bis Ende Mai 2016 beträgt die Steigerung noch einmal 269 Haushalte mit 830 Personen. Aktuell bekommen 7.680 Menschen Unterstützung durch die Lingener Tafel“, führte Graeßner im Rechenschaftsbericht des Vorstandes an.

Die Zahl der Warenabgaben (Einkäufe) im letzten Jahr sei gegenüber 2014 um ca. 4.200 auf 55.617 angestiegen. Der Bringdienst werde weiterhin gut angenommen, denn die ehemaligen Bürgerarbeiter der Tafel hätten dies als Starter-Jobber bzw. Bundesfreiwillige weitergeführt, freute sich Graeßner. Die Zahl der Lieferanten sei um 15 auf 195 gestiegen. „Wir sammeln inzwischen mit unseren sechs Kühlfahrzeugen rund 25 Tonnen Lebensmittel wöchentlich ein. Die Arbeitsstunden waren in etwa gleich, und das bei den vielen zusätzlichen Kunden“, erklärte Graeßner.

Eine wichtige Stütze sei die Veranstaltung Track & Drivers CON in Nordhorn, die in diesem Jahr über 24.000 Euro für die Lingener Tafel erbracht habe. Da einige Spendenquellen für das laufende Jahr ausgeschöpft sein, habe sie andere Möglichkeiten gefunden, meinte Graeßner. Nach dem Kassenbericht von Lisa Röller und dem OK der Kassenprüfer wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Große Anerkennung zollte Graeßner den Studenten Florian Birkenkamp, Matthias Haverland, Kevin Hermeling und Malte Wöste, die an der FH Osnabrück / Campus Lingen Betriebswirtschaft und Management studieren. Sie haben in einem Projekt für die Lingener Tafel einen Schlüssel entwickelt und ein Programm geschrieben, mit dem am besten und einfach die Gemeinkosten auf die einzelnen Ausgabestellen verteilt werden können.

Abschließend wies Edeltraud Graeßner auf das Benefizkonzert im nächsten Jahr mit dem Luftwaffenmusikcorps Münster hin, dass im September zum 20-jährigen Bestehen der Lingener Tafel im Theater gegeben werde.

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