Meppen und Haren werden zu „Schutzräumen“ Ausweitung des Präventionsprogramms CTC auf nun sechs Standorte

Meppen. Als einziger Flächenlandkreis in Niedersachsen und als eine der ersten deutschen Kommunen neben Hannover und Göttingen hat der Landkreis Emsland am Präventionsprogramm „Communities That Care“ (CTC) teilgenommen – zunächst noch als Modellversuch von 2009 bis 2012 in den vier Samtgemeinde Werlte, Sögel, Freren und Spelle, später dann unbefristet in Kooperation mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen und der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Jetzt nimmt das Projekt einen weiteren wichtigen Schritt: In den Jahren 2015 und 2016 kann es auf zusätzliche Städte und Gemeinden im Landkreis ausgeweitet werden. Haren (Ems) und Meppen werden beitreten.

Möglich wird die Ausweitung auf dann insgesamt sechs Kommunen durch weitere Fördermittel, die vom Landespräventionsrat Niedersachsen bereitgestellt wurden. Landrat Reinhard Winter begrüßte die Bürgermeister Helmut Knurbein (Stadt Meppen) und Markus Honnigfort (Haren, Ems) aus diesem Anlass im Meppener Kreishaus. Da der Landkreis das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim durchführt, nahmen auch ihr Leiter, Karl-Heinz Brüggemann, und Klaus Hackmann, Experte für Kriminalprävention, teil. In dem Projekt sollen Risikofaktoren wie Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt, Schulversagen und Jugendkriminalität gezielt reduziert und Schutzfaktoren eingerichtet werden. „Es soll eine Umgebung geschaffen werden, in der Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen und sich positiv entwickeln können. Es setzt also an, bevor etwas passiert“, erläutert Winter. Dazu werden langfristige Präventionsstrategien erarbeitet, die auf die jeweiligen Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten sind. Dazu wurden in Sögel, Werlte, Freren und Spelle lokale Akteure der Schulen, Kommunen, Familienzentren, Kirche, Landkreis Emsland, Polizei und Ehrenamtliche tätig. Bereits bestehende Präventionsangebote wie beispielsweise KomA (Kontrollierter Umgang mit Alkohol) und die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz durch Elternkurse sowie vielfältige Angebote direkt vor Ort wurden dabei gezielt ausgeweitet, neue Angebote wie Sozialkompetenzprogramme in Schulen zusätzlich eingeführt. Winter hofft auch, dass weitere Städte und Gemeinden Interesse an einer Beteiligung signalisieren werden.

„Es geht nun darum zu überlegen, wie die Erfahrungen aus der Praxis in den neuen Standorten Meppen und Haren konkret umgesetzt werden können“, betonten Honnigfort und Knurbein. Im Einzelnen sollen nun u. a. ein Gebietsteam gegründet und die lokale Koordination festgelegt werden. Anhand der Ergebnisse der Befragung von Schülern im Alter von zwölf bis 18 Jahren, die an den weiterführenden Schulen im gesamten Kreisgebiet vor den diesjährigen Sommerferien durchgeführt werden soll, sollen entsprechende Maßnahmen überlegt werden.   „Wir sind sehr froh, dass wir mit Haren und Meppen zwei weitere Kommunen aus dem Emsland für dieses Projekt gewinnen konnten und wir die guten Erfahrungen, die wir in Werlte, Sögel, Spelle und Freren sammeln konnten, jetzt auch dort anwenden können“, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion, Karl-Heinz Brüggemann.

Communities that Care (zu deutsch: Gemeinschaften, die sich kümmern) wurde Anfang der 1990er Jahre in den U.S.A. entwickelt und wird mittlerweile auch u. a. in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Australien und Kanada praktiziert. Es beinhaltet eine umfassende und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Präventionsstrategie in der Kommune, um Kinder und Jugendliche frühzeitig vor gefährdenden Einflüssen zu schützen.

CTC

Bild: (v. l.) Landrat Reinhard Winter, Bürgermeister Helmut Knurbein (Meppen), Bürgermeister Markus Honnigfort (Haren) und  Karl-Heinz Brüggemann, Leiter der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, kamen zum konstituierenden Treffen zusammen. (Foto: Landkreis Emsland)

 

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