Nachteule: Zeiten und Strecken anpassen, Marketing intensivieren Hochschule stellt Studie zum Nachtbussystem vor

Die Zeiten und Strecken der Nachteule müssen angepasst und das Nachtbussystem durch ein umfassendes Marketingkonzept besser bekannt gemacht und beworben werden. Das sind im Wesentlichen die Ergebnisse des Hochschulprojektes zum Thema „Optimierungspotentiale für die Nachteule“. Die Stadt Lingen hatte die interdisziplinäre Studie stellvertretend für alle beteiligten Kommunen und die VGE Emsland-Süd bei der Hochschule Osnabrück – Standort Lingen in Auftrag gegeben. Hintergrund war das jährliche Defizit von circa 40.000 Euro, das die Nachteule eingefahren hatte.

„Die Studierenden der Kommunikationswissenschaften haben circa 1900 Personen in den letzten Wochen und Monaten zur Nachteule befragt“, erläuterte zunächst Professor Dr. Thomas Steinkamp vom Institut für Kommunikationsmanagement. Dabei hätten viele der Befragten die Nachteule als sehr kostengünstiges, sicheres und vor allem zuverlässiges Beförderungsmittel gegenüber dem Taxi bewertet. Allerdings seien die Fahrzeiten nicht mehr auf dem neuesten Stand. So fange das Nachtleben mittlerweile erst gegen 23 Uhr an, so dass die potentiellen Nutzer dann auch erst gegen 3 bis 5 Uhr nach Haus wollten. Zudem müsse die Nachteule intensiver beworben und beispielsweise durch spezielle Aktionen im Bus auf sich aufmerksam machen. „Die Nachteule muss stärker ins Bewusstsein der Nutzer“, fasste Thomas Steinkamp zusammen. „Die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Systems sind Stärken mit denen dieses werben kann. Angepasst werden müssen allerdings die Fahrtzeiten.“

Prof. Dr. Ingmar Ickerott vom Institut für Management und Technik ergänzte, dass Gespräche mit den Kommunen und Sponsoren ergeben haben, dass alle Beteiligten eine Fortführung des Systems wollen. Die Studierenden hatten ermittelt, dass bei einem so genannten kostenoptimierten Modell die Nachteule schwarze Zahlen schreiben könnte. Allerdings müssten die Strecken  dann auf die Hauptstrecken reduziert werden. „Das Emsland gibt es her, dass ein Nachtbussystem hier kostenneutral betrieben werden kann“, so Ingmar Ickerott. „Doch an dieser Stelle stellt sich die Frage, wie viel zusätzlichen Service man sich leisten will. Wenn man allerdings Strecken und Zeiten anpasst, beliebte Ziele in der Region noch besser anbindet und das Marketing intensiviert, dann könnten mehr Kunden für das Nachtbussystem gewonnen werden.“ Zudem sei jeder der so genannten Diskounfälle einer zu viel, ergänzte Günter Schnieders, der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadt Lingen. „Wenn wir durch ein funktionierendes Nachtbussystem nur einen Unfall vermeiden können, dann ist das jede Investition wert.“

Oberbürgermeister Dieter Krone und Hermann Meyering von der VGE Emsland-Süd dankten den Professoren und den involvierten 20 Studierenden für die umfassenden Ergebnisse. „Es freut mich, dass wir unsere eigenen Annahmen bestätigt sehen“, sagte Hermann Meyering. „Ich sehe aber auch ein, dass sich das Nutzerverhalten geändert hat und wir unsere Kommunikation insgesamt verbessern müssen.“ Dieter Krone ergänzte, dass er mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen in intensiven Gesprächen zur Zukunft der Nachteule stehe. Bis zum 30. September laufe die Nachteule erst einmal wie gewohnt weiter. Im nächsten Schritt wolle die VGE Emsland-Süd nun auf Basis der Hochschulstudie mit den involvierten Gemeinden und Städten ein Konzept erarbeiten und dieses vorstellen.

 

 

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