Opferhilfe und Polizeiinspektion gehen Kooperation ein

Die Opferhilfe Niedersachsen und die Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim haben am Montag in Lingen im Rathaus eine Kooperation beschlossen. Der Geschäftsführer der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, Dr. Horst Freels, und der Leiter der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim, Karl-Heinz Brüggemann, besiegelten diese Kooperation. Opfern von Gewaltstraftaten soll künftig schneller geholfen werden und sie sollen eine fachkundige Person der Opferhilfe an die Seite gestellt bekommen, die sie durch das gesamte Verfahren, von der Anzeige bis nach dem Strafprozess begleitet. An der Veranstaltung im Lingener Rathaus nahmen Mitglieder der Präventionsräte und von Justiz, Staatsanwaltschaften, Polizei und sozialen Einrichtungen teil. Zunächst begrüßte der Erste Stadtrat, Stefan Altmeppen, die Gäste der Veranstaltung und sprach von einem wichtigen Schritt, den diese Kooperation bedeuten würde.

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Das Foto zeigt v.l.n.r.: Karl-Heinz Brüggemann, Petra Klecina, Bernhard Witthaut, Dagmar Freudenberg, Dr. Horst Freels, Stefan Altmeppen

Polizeipräsident Bernhard Witthaut sprach anschließend von einer wichtigen Kooperation und dankte der Polizeiinspektion , die dieses Projekt mit der Opferhilfe verwirklicht hat. „Es ist die erste Polizeiinspektion in Niedersachsen, die diese Kooperation mit der Opferhilfe eingeht. Es ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, damit den Opfern geholfen werden kann“, so Witthaut weiter.

Hiltrud Frese, Mitarbeiterin im Präventionsteam der Polizeiinspektion, hatte gemeinsam mit Martina Schäfer vom Regionalbüro Osnabrück der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen die Verbindungen aufgebaut und so diese Kooperation ins Rollen gebracht.

Die Leiterin der Fachstelle Opferschutz im Landespräventionsrat Niedersachsen, Staatsanwältin Dagmar Freudenberg, erläuterte in einem Fachvortrag die Opferschutzkonzeption des Landes Niedersachsen. „Ziel ist es Opferschutz und Opferhilfe für von Straftaten Betroffene unter Beachtung der internationalen und nationalen Gesetze durchzuführen.

Dazu soll demnächst ein neuer Paragraph in die Strafprozessordnung eingefügt werden, der den Rechtsanspruch von Opfern für die psychosoziale Prozessbegleitung aufzeigt“, so Dagmar Freudenberg in ihrem Vortrag. Anschließend referierte Petra Klecina, Sozialpsychologin und Prozessbegleiterin des Frauennotruf Hannover e.V. über ihre Erfahrungen zur psychosozialen Prozessbegleitung in Hannover. Alleine im Jahr 2014 hatten dreizehn Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren im Landgerichtsbezirk Hannover dieses Angebot der Prozessbegleitung über den Frauennotruf Hannover in Anspruch genommen. „Wir wollen den Opfern helfen und ihnen im Strafprozess zur Seite stehen und die Schwere und die Folgen einer Straftat lindern und die psychischen Belastungen der Opfer minimieren“, erklärte Petra Klecina weiter. Dr. Horst Freels, Geschäftsführer der Opferhilfe Niedersachsen, machte in seinem Statement deutlich, dass „die Kooperation eine Bestätigung der guten Zusammenarbeit mit der Polizei ist.“ „Alleine 24 Prozent aller Opfer, die wir beraten, kommen auf Initiative der Polizei zu uns“, machte Freels deutlich. An elf Standorten betreibt die Opferhilfe in Niedersachsen Regionalbüros. Abschließend machte der Leiter der Polizeiinspektion, Karl-Heinz Brüggemann, deutlich, dass der Leitgedanke dieser Kooperation sei, jedem Opfer einer Straftat fachliche Hilfe zukommen zu lassen und damit die Opferrechte zu sichern und zu optimieren. „Wir haben meiner Ansicht nach die Verpflichtung, uns noch intensiver und fürsorgender um die Opfer von Straftaten zu kümmern. Diese Hilfe sieht vor, dass die Polizeiinspektion mit dem Einverständnis des Opfers eine Mitteilung an die Stiftung Opferhilfe weiterleitet. Parallel werden die Opfer von einem Mitglied des Präventionsteams kontaktiert, um erste Informationen über die Rechte und Pflichten, die sie als Opfer einer Straftat haben, zu erhalten“, erklärte Brüggemann den weiteren Ablauf. Hiltrud Frese vom Präventionsteam der Polizei befindet sich derzeit in einer Qualifizierungsmaßnahme zur Opferhilfe.

 

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