Osteopathie – Neue Wege in der Medizin“ – Vortrag zum Thema „Osteopathie im Alter“ des Fördervereins im St. Johannes Stift Spelle

Spelle – „Was ist Osteopathie?“ Diese Frage stellte Franz Wilmes, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins St. Johannes Stift Spelle, in seiner Begrüßung dem Referenten Wolfgang Brinkmann. Etwa 50 interessierte Gäste stellten sich vermutlich die gleiche Frage. Sie waren der Einladung des Fördervereins gefolgt und warteten in der Cafeteria des St.-Johannes-Stiftes auf die Ausführungen des Referenten. Brinkmann, Arzt der Allgemeinmedizin in Spelle, ist zudem auch ausgebildeter Osteopath. Er bezeichnet die Osteopathie als eine Heilkunde, bei der der Osteopath mit seinen Händen die Menschen untersucht und behandelt. In der Osteopathie geht man von der Annahme aus, dass der menschliche Körper selbst in der Lage ist, sich zu heilen. Voraussetzung ist die gute Beweglichkeit und auch die gute Versorgung aller Knochen, Muskeln, Sehnen und Organe. Der Osteopath untersucht das Gewebe des ganzen Körpers, um etwaige Bewegungseinschränkungen aufzuspüren. Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, entstehen zunächst Gewebespannungen und es folgen Funktionsstörungen. Diese Störungen kann der menschliche Organismus nicht mehr kompensieren. Die Folgen sind dann Beschwerden. Beim Aufspüren dieser Beschwerden, der sogenannten „somatischen Dysfunktion“, die der Osteopath beheben möchte, greift er auch häufig auf die klinische Diagnostik zurück wie Röntgenbilder und Laborwerte, um die eigenen Möglichkeiten optimal zu nutzen. Bei all diesen Untersuchungen und Therapien betrachtet der Osteopath den Patienten als Einheit von Körper, Geist und Seele. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen ging Wolfgang Brinkmann auch auf die „Geschichte“ der Osteopathie vom 19. Jahrhundert bis heute hin. Andrew Taylor Still (1828-1917) prägte den Begriff „osteopathy“. Er stellte sich die Frage, wie er Menschen helfen könne und suchte neue Wege über die frühere traditionelle „heroische“ Medizin hinaus. Weiterhin spannte Brinkmann einen weiten Bogen der Entwicklung der Osteopathie bis heute hin. Wichtige Stationen sind u.a. mit den Namen W.G. Sutherland, Anne Wales und Prof. J. Carreiro verbunden. In Deutschland werden an der „Hochschule für gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar“ (HGWR) Studiengänge für „Osteopathische Medizin / Osteopathie“ angeboten. Zielsetzung ist hier die Vermittlung der osteopathischen Sichtweise in Diagnose und Therapie funktioneller Störungen des gesamten Körpers. In seinen Schlussworten wies der Referent noch einmal darauf hin, dass beide Verfahren, sowohl die Schulmedizin als auch die Osteopathie, wissenschaftlich begründet seien. Abschließend bedankte sich Wilmes für den informativen, kurzweiligen Vortrag und bemerkte, dass man einen ganz neuen Zugang zu der doch recht unbekannten Thematik „Osteopathie“ gefunden habe.

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