Polizei übt Ernstfall in der Hänsch-Arena in Meppen ( Mit Video)

Meppen  – Eine Einsatzhundertschaft bestehend aus Beamtinnen und Beamten des Emslandes, der Grafschaft Bentheim und des Landkreises Osnabrück, hat am Mittwoch eine Großübung mit etwa 180 Teilnehmern durchgeführt. In unterschiedlichen Sequenzen wurde dabei zum Beispiel der Einsatz gegen randalierende Fußballfans trainiert. Um ein möglichst realistisches Grundszenario zu ermöglichen, fanden Teile der Übung im Stadion des Fußballdrittligisten SV Meppen statt.

Junger Polizeinachwuchs spielt Hooligans

Eines lässt sich bei Übungen wie dieser dann doch eben doch nur bedingt originalgetreu simulieren; anders als im Echtfall waren die Fußballfans im Gästeblock ebenfalls ausschließlich Polizeibeamte. Die jungen Kolleginnen und Kollegen waren im Vorfeld instruiert worden, sich möglichst nah an ihren „Vorbildern“ aus der gewaltorientierten Hooliganszene zu orientieren. So dann auch geschehen.

Übungsszenen erinnern an Relegationsspiel gegen Waldhof Mannheim

Die Übung beginnt: Nach einer strittigen Spielentscheidung flogen plötzlich Gegenstände aus dem Gästeblock auf das Spielfeld. Zeitgleich werden mehrere bengalische Feuer und Rauchtöpfe gezündet. Eine größere Gruppe steigt über den Zaun und versucht das Spielfeld zu stürmen. Binnen weniger Sekunden war die Polizei aber bereits zur Stelle. Vor dem Gästeblock wurde eine Polizeikette aufgebaut. Die Randalierer konnten damit erfolgreich daran gehindert werden, unkontrolliert auf das Spielfeld zu gelangen. Die Einsatzkräfte werden weiter angegriffen und mit Gegenständen beworfen. Einzelne Hooligans lassen sich von den zahlreichen Polizisten nicht beeindrucken und suchen die direkte Konfrontation. Zum Schutz der Beamtinnen und Beamten kommen nun Diensthunde zum Einsatz. Nachdem sich die Unbelehrbaren auch durch die Anwesenheit der Polizeihunde nicht beruhigen ließen, wurden die hochmotivierten Vierbeiner gegen diese eingesetzt. Obwohl die Hunde, wie bei solchen Übungen üblich, mit angelegtem Maulkorb auf die Angreifer losgingen, gelang es ihnen, die speziell geschützten Schauspieler mit beeindruckender Urgewalt außer Gefecht zu setzen. Die Situation war unter Kontrolle, der Einsatz geglückt. Mögen Teile der Übung für den Außenstehenden auch recht konstruiert erscheinen, bewegen sie sich doch äußerst nah an der Realität. Erst vor einigen Monaten war es beim Relegationsrückspiel zum Aufstieg in die Dritte Liga zu vergleichbaren Vorfällen mit Hooligans des SV Waldhof Mannheim gekommen.

Auch zukünftig denkbare Szenarien geprobt

Nicht nur bereits erlebtes, sondern eben auch zukünftig denkbare Einsatzsituationen wurden am Mittwoch simuliert. Weil ein Ordner im Block von Gästeanhängern angegriffen und festgehalten wurde, mussten Teile der Hundertschaft in den Block eindringen und den Ordner befreien und in Sicherheit bringen. Gerade bei solch heiklen Einsatzsituationen sind gegenseitiges Vertrauen und ein identischer Ausbildungs- und Übungsstand enorm wichtig. Neben den Einsatzszenarien stand zusätzlich Grundlagenausbildung auf dem Programm. Dabei wurde sowohl klassische Formalausbildung mit belastenden Laufeinheiten, als auch die Erfassung, Identifizierung und Erstbearbeitung von Mitgliedern größerer Gruppen geprobt.

Inspektionsleiter und Bürgermeister als Übungsbeobachter

Neben interessierten Kolleginnen und Kollegen der Polizeidirektion Osnabrück, wohnten auch Inspektionsleiter Karl-Heinz Brüggemann und Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein der Großübung bei. „Gerade mit dem Aufstieg des SV Meppen in die Dritte Liga hat sich die Einsatzbelastung und damit auch der Fortbildungsbedarf für unsere Hundertschaft deutlich erhöht“, so der Leitende Polizeidirektor Brüggemann. Bürgermeister Knurbein sei froh über die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Meppen und der Polizei im Emsland. „Die nun dem Ende entgegengehende Saison hat gezeigt, wie wichtig das funktionierende Zusammenspiel zwischen Stadt, Polizei und Verein in Fußballfragen tatsächlich ist“, so Knurrbein.

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