Retter müssen sicher zum Einsatzort kommen Fahrsicherheitstraining für Rettungsdienst FAZ schult Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt

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Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) führt mit vier Rettungsassistentinnen und acht Rettungsassistenten/tinnen der Feuerwehren aus dem Kreis Steinfurt ein umfassendes Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Die Einsatzkräfte wurden mit der Fahrphysik der Rettungswagen und Gefahrensituationen vertraut gemacht, die im täglichen Straßenverkehr lauern.

Holsterfeld. Die Experten des FAZ mit Sitz in Holsterfeld schulen regelmäßig Frauen und Männer, die Motorräder, Pkws, Kleintransporter, Lastwagen, Busse oder Sonderfahrzeuge lenken. In Theorie und Praxis wurden jetzt auch die Einsatzkräfte der Feuerwehrrettungswachen in Emsdetten, Greven, Lengerich, Rheine, Steinfurt und Westerkappeln der Fahrphysik und Fahrdynamik vertraut gemacht.

Geschäftsführer Ewald Rühlmann und sein Verkehrssicherheitsprofi Dieter Lohmann wissen, welche Gefahren täglich im Straßenverkehr lauern. Wenn es wieder einmal gekracht hat oder es brennt, wird nicht nur die Feuerwehr gerufen, sondern auf jeden Fall der Rettungsdienst. Die Rettungsassistenten/tinnen eilen mit Wege- und Sonderrechten zum Einsatzort und wenn notwendig mit Patienten zum Krankenhaus. Dabei kommt es immer wieder zu brenzlichen Situationen auf den Straßen durch andere Verkehrsteilnehmer.

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Auf dem Freigelände hinter der Raststätte in Holsterfeld wurden die Retter von Dieter Lohmann in der Praxis mit der Fahrphysik und Fahrdynamik ihrer Rettungswagen (RTW) konfrontiert. Die Fahrsicherheitsexperte betonte: „Wer schnelle Hilfe bringen will, der muss auch sicher zum Einsatzort kommen. Dies gilt nicht für den Rettungsdienst ebenso wir für die Polizei und der Feuerwehren. Unsere Devise ist „Sicher ankommen um zu retten.“

Zum Auftakt meinte Lohmann: „Die Fahrphysik befasst sich bei Kraftfahrzeugen mit den Auswirkungen der physikalischen Gesetze auf das Fahrverhalten und die Wahrnehmungen der Fahrer/innen und Fahrzeuginsassen. Das Wissen dieser Gesetzmäßigkeiten ist insbesondere beim Fahren von Einsatzfahrzeugen im Feuerwehrrettungsdienst oder der Polizei sehr wichtig. Bei Kraftfahrzeugen wird der Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrbahn nur durch mehrere handtellergroße Flächen gegeben. Die Maximalkraft hängt vom hohen Kraftschlussbeiwert zwischen Reifen und Straße sowie der Radlast ab. Der Straßenzustand – trocken, feucht, nass, Schnee, Eis oder Schotter – hat den größten Einfluss auf den Kraftschlussbeiwert.“

Während des praktischen Parts erläuterte Dieter Lohmann: „Wir haben mit den Einsatzkräften im Rahmen der Prävention „Unfallverhütung und –vermeidung praktiziert. Dabei war die Schlagbremsungen bei Geschwindigkeiten von 30, 40, 50, 60, 70 und 80 Stundekilometer sehr wichtig, denn bei vielen Verehrsteilnehmern ist das starke Bremsen ein Problem. Es wird nicht konsequent genug gebremst, weil man Angst hat, dass sich das Fahrzeug überschlagen könnte“, so Lohmann. Die Rettungsassistenten/tinnen stellten fest, dass der Wagen nicht die Spur verläst, denn genau das Gegenteil passiert, wenn man auf der Bremse bleibt.“

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In der Kreisbahn erfuhren die Retter, welche physikalischen Kräfte die Reifen in den Flanken aufnehmen müssen. In Verbindung mit dem Schwerpunkt stellten die Teilnehmer fest, dass ein höheres Auto sich mehr neigt und auch mal kippen könnte, wenn man nicht „Herr / Frau“ der Situation ist. Dem entgegen wirkte das Fahrsicherheitstraining mit vollbesetztem RTW mit Fahrer, Rettungsassistent/in, Notarzt sowie Patient mit Begleitperson. Die Absolventen des Fahrsicherheitstrainings stellten fest, wie anstrengend es werden kann. Man kann besser Fahrer als Beifahrer sein denn man merkt schon, wie Fahrphysik und -dynamik wirken“, meinten sie nach dem Slalom-Fahren, bei dem die Seitenführungen der Reifen beim Lastwechsel deutlich wurde.

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Bei einer Gefahrbremsung einem Hindernis auszuweichen war ebenso eine besondere Herausforderung für die Fahrer der vier RTWs. Zudem wurde auf der präparierten Fläche mit Wasser ein Reibwert wie bei Schneeglätte simulieren. Die Teilnehmer stellten zunächst das Bremsverhalten auf trockener Fahrbahn fest. Auf der nassen Fläche wurde deutlich, dass der Bremsweg um einiges  länger wurde. „Bei unserem Fahrsicherheitstraining wurden viele Situationen durchgespielt, die während der Einsatzfahrt auf die Retter zukommen können. Wenn es dann zu Extremsituationen kommt, brauchen sie nicht lange überlegen und wissen, wie sie reagieren müssen“, resümierte Dieter Lohmann.

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