„Rote-Ritter-Mobil“ nun auch im Emsland

Meppen – Vor genau einem Jahr ging in der Grafschaft Bentheim ein bundesweit einzigartiges Verkehrsprojekt unter dem Namen das „Rote-Ritter-Mobil“ an den Start. Dank der finanziellen Unterstützungen der „Aktion Kinderunfallhilfe e.V.“ und „TEILEn e.V.“, konnten nun fünf weitere Mobile fertiggestellt werden. Eines davon wurde am Donnerstag an die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Meppen übergeben.

Das Rote Ritter Mobil.

Bei dem „Rote-Ritter-Mobil“ handelt es sich um einen Anhänger, der mit unterschiedlichsten Utensilien zur spielerischen Verkehrserziehung von Kindern ausgestattet ist. Emsländische Kindertagesstätten haben ab sofort die Möglichkeit, das Mobil für ihren Verkehrsunterricht auszuleihen. Die BBS Meppen haben sich bereiterklärt, die entsprechende Koordination zu übernehmen.

Die Geschichte des Projektes

Eine gute Idee ist das Eine. Um aus ihr dann aber auch tatsächlich ein gutes Projekt formen zu können, bedarf es vieler engagierter und idealistischer Köpfe.

„Ehrenritter“ und Polizeihauptkommissar Edgar Eden hatte vor vier Jahren die Idee, das „Rote-Ritter-Mobil“ aufzubauen. In Oberstudienrat Jörg Siefker von den BBS Nordhorn, fand er einen Mitstreiter, der ihn bei der Umsetzung des Projektes unterstützte. Kern des Konzeptes war es, den Kindertagesstätten für ihre Verkehrserziehung optimale Arbeitsvoraussetzungen zu schaffen. Das etwa 5000 Euro teure „Rote-Ritter-Mobil“ war aus den Präventionsmitteln von Polizei und BBS nicht zu stemmen. Nur dank der finanziellen Unterstützung der „Aktion Kinderunfallhilfe e.V.“ und „TEILEn e.V.“ ist es gelungen, die nun insgesamt sechs Mobile zu erwerben, zu gestalten und mit Inhalt zu füllen.

„Mit diesem einzigartigen Verkehrssicherheitsprojekt bekommen Erzieherinnen und Erziehern genau das Equipment an die Hand, das sie benötigen, um Kinder vom Kindergartenalter an bestmöglich für den Straßenverkehr fit zu machen“, erklärt Jan Zeibig, Geschäftsführer des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V. Noch immer würden Jahr für Jahr zu viele Kinder Opfer von Verkehrsunfällen, schwer verletzt oder schlimmstenfalls getötet, so Zeibig. Der Verein setzt sich daher seit über 20 Jahren dafür ein, Kindern und Jugendlichen nach einem erlebten Unfall mental und physisch wieder auf die Beine zu helfen und fördert Menschen, Organisationen und Projekte, die sich für den Schutz der Kleinsten im Straßenverkehr einsetzen – unter anderem mit dem alle zwei Jahre vergebenen Präventionspreis „Der Rote Ritter“. Als Sinnbild für die so wichtige Unfallprävention wurde dieser nun auch Namensgeber für die Verkehrserziehungsanhänger.

Franz-Werner Drees von TEILEn e.V. zeigte sich auch nach einem Jahr noch tief beeindruckt von dem Projekt. „Mit der heutigen Übergabe kommen wir meiner Ankündigung – das Projekt bundeweit bekannt zu machen – einen Schritt näher“, so der Geschäftsführer in Richtung der Initiatoren. TEILEn e.V. ist eine Brancheninitiative sehr namhafter Fahrzeugteile-Hersteller und -Händler. Der Verein ist seit 2013 aktiv und finanziert durch Mitgliedsbeiträge Präventionsmaßnahmen wie eine Online-Verkehrsschule, Verkehrsschulen auf Rädern für die Verkehrserziehung in Kitas bzw. Schulen sowie Sicherheitsartikel wie Warnwesten, Leuchtkragen, Signallämpchen und Fahrradhelme. Hierbei arbeitet TEILEn e.V. eng mit seinem Partnerverein Aktion Kinder-Unfallhilfe e. v.

zusammen. Im Bereich der Nachsorge kooperiert TEILEn e.V. mit der Peter-Maffay-Stiftung. Durch entsprechende Zuwendungen ermöglicht TEILEn e.V. pro Jahr 100 unfallverletzten Kindern Nachsorge-Aufenthalte in Einrichtungen der Stiftung in Deutschland oder auf Mallorca. Die beteiligten Fahrzeugteile-Hersteller und -Händler arbeiten tagtäglich für Sicherheit im Straßenverkehr. Der Schutz von Kindern auf ihrem Schulweg oder in der Freizeit ist für sie eine Herzensangelegenheit. „Wir werden unser riesiges Netzwerk dazu nutzen, das Projekt so breit es geht zu publizieren“, so der Manager in Ruhestand.

Zu den Unterstützern des Projektes zählt mittlerweile auch der Landkreis Emsland. „Gerne unterstützt der Landkreis Emsland das „Rote Ritter Mobil“, denn hier wird Verkehrserziehung spielerisch an die jüngsten Verkehrsteilnehmer herangeführt. Es freut mich, dass wir nun mit dem Mobil eine weitere Möglichkeit haben, dieses wichtige Thema Kindern im Vorschulalter näher zu bringen, um so Kinder im Straßenverkehr zusätzlich zu schützen.“

Inspektionsleiterin, ehemalige Verkehrsreferentin des Innenministeriums und Leitende Polizeidirektorin Nicola Simon, stellte die hohe Qualität der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim heraus. „Mein Herz brennt für Verkehrssicherheitsarbeit“, so die Polizeichefin.

Bereits während ihrer Zeit in Hannover habe sie die Inspektion als permanenten Vorreiter bei unterschiedlichsten Präventionsthemen wahrgenommen. „Das wird durch diese Aktion erneut bestätigt, ich bin mir sicher, dass wir noch zahlreiche Übergaben weiterer „Rote-Ritter-Mobile“ werden feiern können, denn dieses Konzept ist für die Zielgruppe klasse“, so die Polizeichefin abschließend.

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