„Transrapidunglück ist auf immer Teil unserer Geschichte“ Gedenkstunde zum 10. Jahrestag des Transrapidunglücks in Lathen

Meppen. Am 22. September 2006 geschah das Unvorstellbare: Auf der Transrapid-Teststrecke in Lathen verloren beim Zusammenprall der Magnetschwebebahn mit einem Werkstattwagen 23 Menschen ihr Leben, 10 weitere wurden verletzt. Auch ein Jahrzehnt später sind der Unfall, die beteiligten Personen und die schmerzlichen Verluste keineswegs vergessen, unterstrichen Landrat Reinhard Winter und Lathens Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber im Rahmen eines Pressegesprächs am Jahrestag des Unglücks. Zuvor war in einer nicht öffentlichen Gedenkstunde mit den Hinterbliebenen sowie ehemaligen Arbeitskollegen der Opfer gedacht worden. Gemeinsam wurden dazu an der Unglücksstelle Kränze niedergelegt, bevor im Anschluss am Gedenkstein an der Strecke, der als bleibendes Monument des Erinnerns 2007 installiert wurde, ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wurde. Anschließend kamen insgesamt rund 160 geladene Gäste, in erster Linie Angehörige, ehemalige Kollegen und Mitarbeiter der Transrapidversuchsanlage, im Lathener Haus des Gastes mit Vertretern der kommunalen Politik zusammen, um sich gemeinsam zu erinnern und auszutauschen.

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Vertreter der Betreibergesellschaft IABG, der Samtgemeinde Lathen, des Landkreises Emsland sowie Hinterbliebene bei der Kranzniederlegung am Gedenkkreuz an der Unglücksstelle.

Auf eine große öffentliche Gedenkfeier habe man bewusst verzichtet, um Raum für die zu schaffen, die im Mittelpunkt stehen sollten: die Opfer und die Hinterbliebenen des Unglücks. „Wir haben uns für eine nicht-öffentliche Veranstaltung im begrenzten Kreis entschieden, um dem Wunsch der Angehörigen zu entsprechen“, erläutert Winter.  In kurzen Ansprachen gingen Landrat Winter und Samtgemeindebürgermeister Weber im Rahmen der Veranstaltung auf ihre Rollen und ihre Wahrnehmung der Geschehnisse in 2006 ein und brachten ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme aber auch den Dank gegenüber den damals beteiligten Einsatzkräften zum Ausdruck.  Mit Blick auf die Magnetschwebetechnik betonte Weber, dass der Unfall nicht der ausschlaggebende Punkt für die Einstellung des Betriebes auf der Anlage gewesen sei und nicht in einen direkten Zusammenhang mit der Technologie gebracht werden dürfe. Er sehe das bisherige Scheitern der Transrapidtechnik in Deutschland vielmehr als Versagen von Bund und beteiligten Unternehmen: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das elektromagnetische Schweben die einzige Alternative für ein energiefreundliches Beförderungssystem in Europa ist.“ Winter unterstrich, dass als überfälliger Schritt nun der Rückbau der Versuchsanlage in Lathen durch die Betreibergesellschaft und den Bund koordiniert werden müsse. Auch wenn die Anlage damit aus dem Lathener Landschaftsbild verschwinde, bleibe die Erinnerung bestehen, so der Landrat: „Der Transrapid, das Unglück und seine Opfer, aber auch die schmerzhaften Einschnitte für die Betroffenen und ihre Angehörigen, die bis heute nachwirken, werden immer in der Geschichte des Emslan-des präsent sein.“

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