Urteil wegen Mordes in Spelle am 09.02.2015 erwartet

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Spelle. In der Verhandlung gegen den heute 25-jährigen Mann aus Spelle, der am 08. Februar 2014 einen 23-Jährige aus Spelle verprügelt und anschließend angezündet haben soll – das Opfer starb am 26. Oktober 2014 – fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren, die Nebenklage hingegen lebenslänglich. Am kommenden Montag wird das das Urteil erwartet.

 

Der 23-Jährige war am Samstagmorgen, 8. Februar 2014, gegen 8.20 Uhr auf dem Parkplatz vor einer Reihenhauszeile an der Schapener Straße von Familienangehörigen mit schwersten Kopf- und Brandverletzungen vorgefunden worden. Der junge Mann war aufgrund des lebensbedrohlichen Zustandes im ADAC-Rettungshubschrauber aus Rheine in das Zentrum für Schwerbrandverletzte nach Dortmund (BRANDDO) geflogen. Polizei und die Staatsanwaltschaft Osnabrück hatten die Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angaben der Polizei war der junge Mann auf dem Rückweg von einer Geburtstagsfeier zusammengeschlagen und dann angezündet worden. Bei der Tatortaufnahme waren in unmittelbarer Nähe des Tatortes Kampf- und Blutspuren sichergestellt worden. Im Zuge weiterer Ermittlungen durch den Zentralen Kriminaldienst (ZKD) der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim konnte ein 24-jähriger Tatverdächtiger aus Spelle wegen des Verdachts des versuchten Totschlags vorläufig festgenommen werden.

Der Mann hatte in seiner Vernehmung angegeben, dass er gemeinsam mit dem Opfer eine private Feier verlassen habe. Auf dem gemeinsamen Weg sei es dann an der Schapener Straße zu einem lautstarken Streit gekommen, in dessen weiteren Verlauf es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei. Der 24-Jährige habe mit Fäusten auf den 23-Jährigen eingeschlagen. Als dieser am Boden gelegen habe, hätte er mehrfach mit dem Fuß in das Gesicht des Opfers getreten. Anschließend sei der 24-Jährige geflüchtet. Die schweren Brandverletzungen bei dem Opfer wolle der 24-Jährige nicht verursacht haben. Die beiden Männer standen zur Tatzeit unter Alkoholeinwirkung.

Im Prozess vor dem Landgericht Osnabrück um den Tod des 23-Jährigen aus Spelle sei die Staatsanwaltschaft von der Schuld des heute 25-jährigen Angeklagten überzeugt und fordert 14 Jahre Haft wegen Mordes. Der Verteidiger führe dagegen einen Teil der schweren Kopf- und die Brandverletzungen des Opfers auf das Zutun unbekannter Dritter zurück und plädiere für eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von sechs Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung.

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