Urteil verkündet: 1Jahr auf Bewährung und Freispruch wegen Mordes

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Spelle/OSNABRÜCK. In dem Strafverfahren um den Tod eines jungen Mannes in Spelle hat das Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück heute das Urteil verkündet. Der 25-jährige Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er 2.000,- € an die Hinterbliebenen des Geschädigten zahlen. Im Übrigen – insbesondere vom Vorwurf des Mordes – sprach die Kammer den Angeklagten aber frei.

Das Schwurgericht ist nach durchgeführter Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der Angeklagte in der Nacht zum 08. Februar 2014 zunächst mit dem späteren Tatopfer gefeiert und Alkohol konsumiert hatte. Auf dem Heimweg sei er mit dem Geschädigten in Streit geraten und habe diesen geschlagen und getreten.

Den weiteren Anklagevorwurf, den Geschädigten anschließend angezündet zu haben, hielt das Schwurgericht jedoch nicht für erwiesen. Diese Inbrandsetzung könne nach den Erkenntnissen aus der Beweisaufnahme nicht so abgelaufen sein, wie es die Anklageschrift ausführte (vgl. Pressemitteilung Nr. 01/15). Allein abgerissene Zweige einer benachbarten Buchenhecke hätten nicht ausgereicht, die festgestellten Verbrennungen zu erzeugen. Nach den Ausführungen der gehörten Sachverständigen sei mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ca. 40-prozentiger Alkohol als Brandbeschleuniger eingesetzt worden. Es sei jedoch nicht feststellbar, dass der Angeklagte derartigen Alkohol in der Tatnacht dabei hatte. Die Angaben der Zeugen sprächen eher dafür, dass dies nicht der Fall war. Daher sei allenfalls ein mehraktiges Geschehen denkbar, bei dem sich der Angeklagte zunächst vom Tatort entfernte, sich den Brandbeschleuniger besorgte und dann zurückkehrte. Ein solcher Ablauf sei zwar möglich, aber nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Gewissheit festzustellen. Ein Streit des bereits verletzten Geschädigten mit anderen Personen sei nicht auszuschließen, zumal an den Buchenzweigen auch fremde DNA-Spuren entdeckt worden seien. Angesichts dieser Zweifel verbleibe es bei den Körperverletzungshandlungen, die der Angeklagte von Beginn an eingeräumt hatte.

Archiv Fotos:  ES Media Spelle News

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