Würdigung des unermüdlichen Einsatzes – Rund 800 Hilfskräfte feierten auf Einladung des Landkreises Emsland

Meppen. Etwa 800 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Emsland, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes sowie viele weitere Beteiligte beispielsweise vom Katastrophenschutzstab des Landkreises Emsland sowie Fachberater der Polizei und Bundeswehr füllten den Emslandsaal im Gasthaus Kamp in Meppen. Anlass war die Dankveranstaltung des Landkreises Emsland für die emsländischen Hilfskräfte, die bei der Bekämpfung des Moorbrandes auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen im vergangenen September im Einsatz waren. Sie hatten mit hohem Aufwand und „unermüdlichem Einsatz Schaden abgewendet von unserem Landkreis und insbesondere von unseren Bürgerinnen und Bürgern“, sagte Landrat Reinhard Winter bei der Eröffnung des Abends.

Nach einem kurzen Abriss der Ereignisse – den Beginn markiert ein Waffentest am 3. September 2018, der zu einem Großbrand auf zwölf Quadratkilometern Fläche führte –  hob Winter die Bedeutung der WTD für die Region hervor. Es sei rund um den Moorbrand eine ganze Reihe an Fehlern passiert, aber keinesfalls wolle er die Einrichtung grundsätzlich in Frage stellen, machte er klar. „Ich weiß, dass wir an vielen Stellen mitverhaftet werden, weil die Gemengelage komplex ist und Fehler der Bundeswehr dem Landkreis zugeschrieben werden“, kam Winter auch auf die Zuständigkeiten zu sprechen. „Das hoheitliche Gebiet der Bundeswehr ist für uns als Kommune unantastbar.“ Das habe den Informationsfluss und den Ablauf der Ereignisse grundsätzlich beeinflusst, betonte der Landrat.

Den Abschlussbericht der Bundeswehr zum Moorbrand und die daraus gezogenen Konsequenzen für eine personelle und technische Aufrüstung begrüßte Winter. Darüber hinaus forderte er eine „erhebliche Verbesserung des präventiven Brandschutzes“. Es gebe Zusagen, dass die Bundeswehr als Verursacher die Kosten übernehme. Erste Forderungen in Höhe von über 930.000 Euro habe der Landkreis bereits eingereicht. Die Bewertung der Umweltschäden stünde aber noch aus. Besonders betonte er, dass die nun durchzuführenden Ausgleichsmaßnahmen „vornehmlich bei uns stattfinden müssen – und nicht irgendwo anders im Lande Niedersachsen“.

Auch Medienschelte vermied er nicht: Er habe kein Verständnis für die zum Teil haarsträubenden Behauptungen rund um die Gesundheitsbelastung durch die Rauchentwicklung, denn „Fakt ist, dass alle Messungen der Schadstoffe unauffällig waren“.  

Winter dankte auch den Bürgerinnen und Bürgern des betroffenen Gebiets für ihre Ruhe und ihr Vertrauen in die Arbeit der Verwaltung und der Einsatzkräfte. Er dankte auch den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für die Bekämpfung des Moorbrandes freigestellt haben. Nur durch den Einsatz der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräfte habe der Brand gelöscht werden können. „Sie haben für die Bundeswehr die Kohlen aus dem Feuer geholt“, betonte der Landrat.

CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sprach den Hilfskräften ebenfalls ihre Anerkennung aus. „Sie haben dafür gesorgt, dass aus einem Ernstfall kein Notfall wurde“. Connemann hob darüber hinaus die Bedeutung des Ehrenamts hervor. Diese Bereitschaft sich für andere einzusetzen, mache das Emsland besonders. Nach dem Ereignis stünde nun die Aufarbeitung an. Insbesondere mahnte sie für die Zukunft einen Umgang auf Augenhöhe an. Deutlich machte sie auch, dass eine Kompensation im Landkreis Emsland erfolgen müsse.

Dies betonte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Busemann: „Der Schaden ist dort gut zu machen, wo er messbar ist, wo das Malheur stattgefunden hat“, sagte er. Er machte aber auch deutlich, dass zwischen Region und WTD, insbesondere als einem sicheren Arbeitgeber, bereits seit 140 Jahren ein gutes Einvernehmen bestehe. „Es darf in einer Partnerschaft auch mal ein Fehler gemacht werden, aber er ist dann auch wieder gerade zu rücken“, sagte er.

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