Zahlreiche Betriebe suchen noch Bewerber

Viele Schüler der Abschlussklassen haben immer noch keinen Ausbildungsplatz zum Sommer 2017. Gleichzeitig sind Ausbildungsbetriebe noch auf der Suche nach jungen Bewerbern. Besonders dem Handel fehlt es an Nachwuchs und bietet Schülerinnen und Schülern aller Schulformen gute Chancen, noch im Sommer 2017 ihre Ausbildung aufzunehmen.

Zahlreiche Betriebe suchen noch Bewerber

Rein rechnerisch müssten alle Jugendlichen, die nach der Schule eine Ausbildung machen möchten, auch eine Lehrstelle bekommen. Nach dem jüngst erschienenen Berufsbildungsbericht 2017 standen im vergangenen Jahr 100 Bewerbern 104,2 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

„Mit solchen Statistiken muss man vorsichtig umgehen, das sind bundesweite Durchschnittswerte. In einzelnen Regionen oder Berufen kann die Situation ganz anders aussehen“, sagt Simon Blanke-Bohne, Vertriebsleiter bei AUBI-plus. „Wir arbeiten mit über 20.000 Betrieben aller Größen und Branchen zusammen, die regelmäßig ihre freien Stellen bei uns auf www.aubi-plus.de ausschreiben. Aus unserer Erfahrung wissen wir, wo der Schuh drückt: Die Jugendlichen haben meist nur einen Mobilitätsradius von 25 km, d.h. sie suchen vor der eigenen Haustür und weiter entfernte Ausbildungsbetriebe sind keine Option.“

Ein weiterer Grund, warum sowohl Bewerber als auch Betriebe leer ausgehen, besteht laut Blanke-Bohne in dem Berufswunsch an sich: Tierarzthelfer, genauer gesagt Tiermedizinische Fachangestellter, ist ein häufiger Berufswunsch seitens der Jugendlichen, aber bei Weitem nicht so stark gesucht wie Kaufmann im Einzelhandel, Handelsfachwirt oder Verkäufer. Dabei böte gerade der Handel viele Möglichkeiten für junge Schulabgänger. „Von den rund 19.000 freien Ausbildungsplätzen, die bei uns noch für 2017 ausgeschrieben sind, entfallen mehr als die Hälfte auf Handelsberufe“, so Blanke-Bohne.

„Wer von der Hauptschule kommt, kann innerhalb von zwei Jahren eine Ausbildung zum Verkäufer machen. Ein Jahr länger dauert die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Auch wenn rechtlich kein Schulabschluss vorgeschrieben ist, bevorzugen viele Handelsunternehmen Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss. Für Kandidaten mit (Fach-)Hochschulreife ist eine Laufbahn als Handelsfachwirt interessant“, erklärt Melanie Sielemann, Beraterin für Bewerber.

Handelsfachwirt ist eigentlich keine Ausbildung, sondern eine Weiterbildung. Häufig ist sie eingebunden in ein spezielles Abiturientenprogramm, in dem die Auszubildenden gleich zwei Abschlüsse erwerben: Den zum Kaufmann im Einzelhandel, alternativ im Groß- und Außenhandel, und den weiter qualifizierenden Abschluss als Handelsfachwirt.

Nach dem Handel sind es vor allem die Bereiche Technik, Büro und Verwaltung sowie Logistik und Verkehr, in denen Bewerber auf der Suche nach einem freien Ausbildungsplatz schnell fündig werden und noch in diesem Jahr ihre berufliche Laufbahn starten können. Die Last-Minute-Ausbildungsplatzbörse ist über www.aubi-plus.de/lastminute/ zu erreichen.

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