Zwei Wietmarscher sind Spitzenfahrer im Garden Pulling

Zwei Wietmarscher sind Spitzenfahrer im Garden PullingGodenschwager wurde Europameister, Fahrendorf zweifacher Deutscher Meister

Die beiden Motorsportfreunde Michael Fahrendorf (24) und Philip Godenschwager (26) aus Wietmarschen haben ein seltenes und gerade nicht billiges Hobby. Sie bauten sich so genannten Rasentraktor (im Maßstab 1 : 4) und stellten sich in den Arenen Europas den erfahrene Konkurrenten. In diesem Jahr wurde Michael Fahrendorf mit einem Punkt Vorsprung zum zweiten Mal Deutscher Meister. Philip Godenschwager kehrte als amtierender Europameister heim. Beide starten in der 500-Kilogramm-Klasse.

Seit vier Jahren macht Michael Fahrendorf mit seiner Eigenkonstruktion „Zwanzig Zehn“ beim europaweiten „Garden Pulling“ auf sich aufmerksam. Sein Rasentraktor wird von dem Motor einer Honda „Pan-European“ mit 1300 Kubikzentimeter Hubraum und 126 PS angetrieben. Die Kraft wird vom selbstgebauten Zwischengetriebe per Kette auf die Hinterachse übertragen.

 

In seiner sportlichen Präsents auf Europas Pulling-Bahnen holte sich der Wietmarscher zum Ende der Saison 2014 in Schlechtenwegen – ein Stadtteil von Herbstein im Vogelsbergkreis – in der 500-kg-„Modifiedklasse“ nach 2011 zum zweiten Mal den Titel „Deutscher Meister“. In der Schweiz in Puplinge wurde Fahrendorf 2012 sogar Vizeeuropameister.

Ebenso wie Fahrendorf ist Philip Godenschwager durch den Vater zum Garden Pulling gekommen. Bei einem Wettbewerb lernte er Michael und seine Schwester Sandra, die auch hinterm Steuer sitzt, kennen. Das Herz von Philips vor zwei Jahren in Eigenregie gebauten Traktors „Special Made“ ist ein Opel-Corsa-Turbodiesel mit 1,3 Liter Hubraum und annähernd 200 PS. „Das Getriebe kommt aus einem alten Mercedes / 8“, erläuterte Godenschwager, der dies passenden gemacht hatte. Beim letzten „European Championship Gardenpullers“ in Bakel

im Süden der Niederlande ließ Philip alle potentiellen Mitbewerber hinter sich und wurde Europameister.

 

Die beiden fahren mit einem Bulli nebst Anhänger zu den Austragungsorten. Bei einem Freund in die Niederladen übern sie auf dessen Gelände. Während der Wettbewerbe von freitags bis Sonntags schlafen die flotten Jungs im isolierten und beheizten Transporter. „Bei dem Zugkraftwettbewerb werden die PS-Giganten vor den Bremswagen gespannt, der bis zu fünf Tonnen Gewicht auf die Kufen bringt. Diesen müssen wir dann möglichst weit auf der sechs Meter breiten Bahn ziehen. Dabei kommt es keineswegs auf Geschwindigkeit an, sondern vielmehr auf Zugkraft, ähnlich wie beim Pulling der Großen“, erklärten die Puller.

 

„Ganz wichtig sind dabei die Übersetzungen, die Verteilung von Gewichten und die richtige Wahl der Reifen“, erklärten die Experten, die die Pneus aus den USA, dem Mutterland des Garden Pullings kommen lassen. Das Profil werde dann eigenhändig mit der Flex oder Schruppscheibe so geschnitten, damit für die Übertragung der Kraft möglichst viel Grip vorhanden sei. „Entscheidend ist, dass wir die Kraft des Motors optimal auf die Piste bringen“, meinten die Puller.

Nach Feierabend sitzen Michael Fahrendorf und Philip Godenschwager oft in der Garage und planen, tüfteln und bauen. Fahrendorf hat bereits die Rohkonstruktion seines neuen Rasentraktor fertig. Er will seinen Meistermachen „Zwanzig Zehn“ verkaufen und auf ein mit Turbodieselaggregat angetriebenes Kraftpaket umsteigen, um an die Erfolgsgeschichte anzuknüpfen. Der Traum für beide wäre die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

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Michael Fahrendorf (links) wurde zum zweiten Mal mit seinem „Zwanzig Zehn“ Deutscher Meister. Europameister Philip Godenschwager (rechts) setzt auf seinen Traktor „Special Made“.      Foto: Lindwehr

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Europameister Philip Godenschwager ließ beim letzten European Championship Gardenpullers in Bakel die Mitbewerber hinter sich und wurde Europameister. Foto: Stephan Görtz www.pullingpics.de

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Michael Fahrendorf war mit seinem Boliden „Zwanzig Zehn“ nicht zu halten und holte sich zum zweiten Mal den Titel „Deutscher Meister“. Foto: Stephan Görtz www.pullingpics.de

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