4-Tonnen-Marke fast überschritten Förderpreis: Marlies Exeler bereitet Obst und Gemüse an kreiseigener Carl-Orff-Schule zu

Lingen. Über drei Tonnen Obst und Gemüse hat sie mundgerecht zubereitet, und ohne Corona-Homeschooling wäre die 4-Tonnen-Marke wohl schon überschritten worden. Termine in der Woche stimmt sie auf ihren Einsatz an der kreiseigenen Carl-Orff-Schule ab und auch der Urlaub wird so gelegt, dass sie ihre Aufgabe als „Obst-Beauftragte“ erfüllen kann: Marlies Exeler erhielt in der Kategorie „Alt für Jung“ den Johann Bünting-Förderpreis für ihr außerordentliches Engagement an der Förderschule.

Auf Vorschlag der Schule, vertreten durch das Kollegium und 80 Schülerinnen und Schüler, kam Exeler in die engere Auswahl für die Auszeichnung, die sie dann Ende Dezember entgegennehmen konnte. Völlig überrascht, weil sie von einem normalen Arbeitseinsatz ausging, fand sich Exeler in der Carl-Orff-Schule ein und wurde vom Ersten Kreisrat Martin Gerenkamp für den Landkreis Emsland als Träger der Schule, Schulleiterin Regina Hannemann sowie Celia Brandenburger von der Johann Bünting-Stiftung und Sabine Geveshausen von der Förderpreis-Jury mit den Neuigkeiten empfangen. Neben einer Urkunde für ihren Einsatz gab es auch ein Preisgeld von 5000 Euro, das der Schule zur freien Verwendung zugutekommen soll.

„Marlies Exeler ist in unserem Schulleben ein fester Bestandteil. Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihren Einsatz und fragen nach ihr, wenn wir obstfreie Zeiten haben. Mit Geburtstagsständchen, gemalten Bildern und einem Blumenstrauß am Endes eines Schuljahrs sagen sie ,Danke´“, schildert Hannemann die Bedeutung von Person und Projekt für den Schulalltag. Die Preisvergabe sei eine zusätzliche großartige Form der Anerkennung, betont die Schulleiterin. „Kindern die Vielfalt von Obst und Gemüse nahezubringen und damit den Grundstock für eine veränderte, gesündere Ernährung zu legen, ist das Ziel, das hier erreicht wird“, lobt Gerenkamp die ehrenamtliche Initiative und gratuliert der 70-Jährigen zur besonderen Auszeichnung.

Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es das Schulobstprogramm der EU. Jedem Kind in einer Grundschule und jedem Kind einer Förderschule bis Klasse 6 sollen im Rahmen des Programms täglich 100 g Obst und Gemüse an vier Tagen in der Woche unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Wegen des hohen zeitlichen Aufwands drohte das Projekt an der Schule nach zwei Jahren zunächst eingestellt zu werden. Marlies Exeler kam da gerade zur richtigen Zeit: Sie übernahm die Aufgabe im August 2016, nachdem sie in den Ruhestand gegangen war. Seitdem erledigt sie diese Aufgabe verlässlich und mit Freude“, so Gerenkamp. Exeler war zuvor an der Grundschule Brögbern (Stadt Lingen (Ems)) als Schulsekretärin tätig. Nach ihrem Ausscheiden war es ihr wichtig, den Kontakt zu Kindern nicht zu verlieren und in Zukunft im Umfeld Schule ehrenamtlich tätig zu sein.

Die Johann Bünting-Stiftung setzt sich seit 2006 zum Wohle der Menschen in der Region ein.Neben der finanziellen Förderung in Projektthemen wie u. a. Gesundheitspflege, Bildung, Erziehung, Kunst und Kultur wird jedes Jahr der Johann Bünting-Förderpreis an zwei Preisträger verliehen. Er ist mit je 5.000 Euro dotiert.

Bild: (v. r.) Erster Kreisrat Martin Gerenkamp, Schulleiterin Regina Hannemann, Preisträgerin Marlies Exeler und Ehemann Franz-Josef Exeler, Celia Brandenburger von der Johann Bünting-Stiftung, Sabine Geveshausen von der Förderpreis-Jury sowie Elternvertreterin Karmen Koos und Ortsbürgermeister Michael Teschke bei der Übergabe des Johann Bünting-Preises. (Foto: Carl-Orff-Schule)

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