Erste Kartoffelpflanzen schauen aus der Erde

Landvolk

In diesem Jahr wurden die Frühkartoffeln im Anbau unter Folie Anfang März gelegt. Ein guter Zeitpunkt, meint Henning Meyer, Vorsitzender der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft Niedersachsen: „Kühle Nächte, sonnige Tage und ausreichend Regen sorgen für gute Wachstumsbedingungen“, sagt der Landwirt aus Immensen bei Hannover. Er freut sich, dass die Pflanzkartoffeln gut gekeimt haben und bereits die ersten Pflanzen aus den Dämmen schauen. Unter der Folie entsteht ein Treibhauseffekt, das feucht-warme Klima regt das Wachstum an. Löcher in der Folie sorgen für den nötigen Luftaustausch. „Ohne den Austausch kann es zu einem CO2-Stau kommen. Deshalb müssen die Anbauer die Folie auch zum richtigen Zeitpunkt entfernen“, erklärt Meyer.

Im vergangenen Jahr konnte die Aussaat wegen des kurzen Winters noch früher stattfinden, somit gab es auch eine sehr zeitige Ernte. Wann in diesem Jahr die ersten „Neuen“ auf dem Markt sind, ist nach Angaben des Landvolk-Pressedienstes noch nicht genau absehbar. Dies hängt ebenso wie Erntemenge und Qualität stark von der Witterung der kommenden Wochen ab. Üblicherweise werden die ersten noch losschaligen Knollen im Mai aus dem Boden geholt. Für eine feste Schale brauchen sie noch etwas mehr Reifezeit. Nachdem das Kartoffelkraut entfernt wurde, bleiben die Kartoffeln noch zwei bis drei Wochen auf dem Acker und bilden eine feste Schale aus. „Sie werden voraussichtlich im Juli geerntet“, meint Meyer und weiß auch, dass er mit den Frühkartoffeln schnell sein muss: „Vermarktet werden die Knollen abgesackt über den Großmarkt, Hofläden und Märkte oder als Verarbeitungskartoffeln für Pommes, Chips und Fertiggerichte. Ab Mai drängen Frühkartoffeln aus Israel, Ägypten oder Spanien auf den Markt und machen unserer niedersächsischen Ware Konkurrenz.“

Landesweit wurden im vergangenen Jahr 5,11 Mio. Tonnen Kartoffeln auf 105.400 Hektar Fläche geerntet. In Burgdorf bei Hannover bauen etwas 150 Landwirte Frühkartoffeln an und haben sich so eine Nische geschaffen. Auf ihren Flächen hat das Sturmtief vor Ostern beträchtlichen Schaden angerichtet. „Mindestens ein Drittel unser Folien mussten wir komplett ersetzen, viele andere wurden beschädigt“, schildert Meyer die Situation seiner Berufskollegen. In 25 Jahren Kartoffelanbau habe er so einen Schaden noch nicht erlebt.

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