Mitreißende Komik mit Carsten Höfer in Spelle

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Spelle – Tränen flossen im Laufe des Abends auf der Diele des ausverkauften Wöhlehofes, so sehr wurde gelacht. Die Grundthematik des Comedy-Programms von Carsten Höfer aus Münster, den Unterschied zwischen Mann und Frau in alltäglichen Dingen aufzuzeigen, ist eigentlich nichts Neues, aber die Art, mit er es versteht, auf humorvolle Weise geschlechterspezifisches Verhalten darzustellen, begeisterte die Zuschauer.

Gespickt mit engagierten körperbetonten Einlagen aller Art über die Unterschiede zwischen Mann und Frau in klassischen klischeebehafteten Alltagssituationen wurde den Zuschauern vor allem eines bewiesen: Männer und Frauen reden aneinander vorbei. Mit wunderbar überspitzten Beispielen unterstrich Höfer seine These, oftmals untermalt mit witzigen und bisweilen bizarren medizinisch-wissenschaftlichen Erklärungen, wie etwa dem Zusammenhang zwischen der männlichen „Biernebenhöhle“ und dem daran angeschlossenen Sprachzentrum. Besonders angetan hatte Carsten Höfer das große Geheimnis der Kommunikation zwischen Mann und Frau. Bei dem Wort Kommunikation ging ein verständnisvolles Raunen durch den Wöhlehof, Höfer hatte genau den richtigen Einstieg gefunden. Frauen sind multitaskingfähig, Männer nicht. Zwei Sachen gleichzeitig machen, davon träumen Männer nur. Vor dem Fernseher seien Männer hoch konzentriert, Frauen hingegen gucken fern, blättern in der Illustrierten und versuchen sich gleichzeitig mit ihrem Partner zu unterhalten. Auch wissen die Männer jetzt,  dass Frauen „Subtext transportieren“, sprich – nie direkt sagen, was sie meinen, Männer dagegen ihren Partnerinnen alles direkt und undiplomatisch an den Kopf werfen, sprachlich gesehen. Frauen reden immer, Männern muss man Themen geben. Oder die nur allzu bildlich dargestellten Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein beim Thema Duschen. Auf lustige Art, manchmal frech, aber nie unter die Gürtellinie gehend, analysiert der Komiker die kleinen großen Unterschiede. Überhaupt weiß er bestens Bescheid über Männer und Frauen und nutzt die Klischees, die den Geschlechtern nachgesagt werden, eiskalt aus. Gerade Höfers abwechslungs- und geistreicher Wortschatz heben ihn wohl von anderen Genrekollegen ab. Vor allem hat er aber auch das nötige Gespür dafür, das richtige Tempo in seiner Show zu wählen. Erst als er merkte, dass das Publikum sich auf ihn eingestellt hatte, auf seinen Witz und seine Pointen, zog er mit der Geschwindigkeit, aber auch mit der Intensität in Gestik, Mimik und Lautstärke an. Damit vermied er, das Publikum am Anfang mit zu viel des Guten zu überrumpeln. Zum Thema Kinder bot Höfer lebensnahe Beratung, wenn er dessen Verhalten als das eines Königs mit seinem Hofstaat parodierte und aufzeigte, wie gestresst Eltern sich um die „Aufzucht des Pflegestufe 3 Nachwuchses“ bemühen. Die versöhnliche Erkenntnis am Ende des Programms: Mann und Frau können einfach nicht voneinander lassen. Die Liebe macht´s möglich. Beim Schlussapplaus war man sich jedoch einig: Carsten Höfer glänzte mit schauspielerischer Ausdrucksstärke, mitreißender Komik und scharfem Blick auf die Realität.

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