Vladimir Slivyak trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Lingen ein Aktivist fordert sofort Unabhängigkeit von Russlands Ressourcen

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hieß im Rathaus den Alternativen Nobelpreis des Right Livelihood Awards 2021 Vladimir Slivyak zum Eintrag in das goldene Buch der Stadt Lingen willkommen. Krone lobte das Engagement von Slivyak, dem Gründer und Ko-Vorsitzendem der Umweltorganisation Ecodefense, der gradlinig seine Ziele verfolge und keine Kompromisse eingehe.  

Lingen. Korne stellte heraus, dass der Eintragung ins Goldene Buch Lingens eine der höchsten Auszeichnungen sei, die Stadt zu vergeben habe. Er gratulierte Slivyak zum Right Livelihood Award und lobte dessen herausragendes Wirken, was mit dem „Right Livelihood Award“ gewürdigt wurde. „Damit werde einmal im Jahr Menschen geehrt, die an den praktischen und beispielhaften Lösungen für die drängendsten Probleme unserer Zeiten den Bereichen: Umweltschutz, Menschenrechte, Gesundheit und Bildung arbeiten“, so Krone.

Vladimir Slivyak setzte sich mit Ecodefense für eine gesunde Umwelt und für Menschenrechte in Russland und in vielen anderen Ländern ein. „Wie wichtig dieser Kampf insbesondere angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und in Russland selbst einmal werden sollte, hat wohl, keiner von uns geahnt“, bedauerte Krone. Slivyak sei einer der engagiertesten und fachkundigsten Umweltschützer Russlands, der seit Jahrzehnten gegen umweltschädliche Praktiken kämpfe und Kampagnen organisiere.

Vladimir Slivyak schaffe mit seinem sehr erfolgreichen Wirken Aufmerksamkeit und verleihe dem Protest Ausdruck, so Korne, der als beispielhaft nannte, dass Slivyak 1994 eine Anti-Atomkraft-Kampagne gestartet und die Abschaltung des inzwischen stillgelegten litauischen Kraftwerks Ignalina vom Typ Tschernobyl gefordert habe. Auch in Kaliningrad habe Slivyak den Bau eines Atomkraftwerkes verhindert, das für die Produktion von Exportstrom gedacht gewesen sei.

Korne erinnerte daran, dass Slivyak mit anderen Aktivisten den Dokumentarfilm „Auf der Kohle“ über die Zerstörung-der Natur und die Verletzung der Rechte indigener Völker im Kohlebecken Kusbass produziert habe. Der russische Staat habe 2014 Ecodefense und andere Nichtregierungsorganisationen in die Liste der so genannten „ausländischen Agenten“ aufgenommen und sie damit als einer der Hauptfeinde des Staates eingestuft, sagte Krone. Es wären 30 Verfahren aufgrund von Verletzungen des Gesetzes zu ausländischen Agenten gefolgt. Die Aktivistin hätten schließlich nach Deutschland emigrieren müssen, so Krone.

Nach dem Eintrag ins goldene Buch forderte Slivyak „Make Peace Not War“ und betonte: „Europa gibt viele Milliarden Euro für die Energie-Ressourcen: Gas, Öl, Kohle und Atomenergie aus Russland aus.“ Er wies auf die Januar-Antiatomaktion in Lingen gegen das Joint Venture zwischen TVEL, einer Tochterfirma des russischen Staatskonzerns Rosatom, und des französischen Konzerns Framatome hin. Es sei gut, dass Deutschland aus der Atomenergie aussteigt. Slivyak, der überzeugt sei, dass Putin den Ukraine-Krieg lange vorbereitet habe, der für ihn aber bisher ohne Erfolg verlaufen sei.

 Für Vladimir Slivyak ist klar: „Putin hatte geplant, Deutschland als einflussreichstes Land in Europa von russischen Energie-Ressourcen abhängig zu machen und sich somit nicht in die Ukraine-Angelegenheiten einmische. Dies hat er auch mit Unternehmen im deutschen Energieversorgungnetzt vorgehabt. Es ist gut, dass er falsch lag. Dies wirft allerdings Fragen der Sicherheit in Deutschland und Europa auf“. Slivyak sah es als sehr wichtig an, dass sich Europa von den energetischen Ressourcen Russlands unabhängig macht und forderte: „Keine Atomenergie, kein Gas und keine Kohle mehr aus Russland!“ Sein Ziel sei es, in Europa mit Politikern und Geschäftsleuten darüber zu sprechen, die Abhängigkeit von Russland für unsere Zukunft und Sicherheit sofort zu beenden.  

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