ADAC-Rettungshubschrauber aus Rheine über 1300-mal im Einsatz „Christoph Europa 2“ geht ist wichtiges Bindeglied in der Rettungskette Helikopter fliegt gegen die Zeit für das Leben

Der von der ADAC-Luftrettung in Rheine stationierte Rettungshubschrauber (RTH) „Christoph Europa 2“ ist im letzten Jahr wieder über 1000 Mal im Einsatz gewesen. Die Maschine ist jeden Tag von 7 Uhr bis Sonnenuntergang einsatzbereit und fliegt in einem Radius von 70 Kilometern für die Notfallrettung in die Gebiete der Landkreise Grafschaft Bentheim, Cloppenburg, Emsland, Osnabrück, Steinfurt, das nördliche Nord-Rhein-Westfalen und die benachbarten Niederlande.

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Rheine. Am 1. November 1970 initiierte in München-Harlaching der ADAC den Ausbau des öffentlich-rechtlichen Luftrettungsdienstes in der Bundesrepublik mit der Indienststellung von „Christoph 1“. Mit 55 RTH an 37 Stationen ist der ADAC heute eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Zu den „gelben Engeln der Lüfte“ zählen sechs Intensivtransport-Hubschrauberstationen. Zwei Stationen befinden sich im Ausland: „Christophorus Europa 3″ in Suben (Österreich) und „Lifeliner Europa 4″ in Groningen (Niederlande).

Im Jahr werden mehr als 54 000 Rettungseinsätze geflogen, bis heute waren es weit über 800 000 Einsätze. Oberstes Ziel der modernen und leisen Hubschrauberflotten ist die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung des Patienten im Zusammenspiel mit größtmöglicher Sicherheit im Flugbetrieb. Die RTH sind für extreme Einsatzbedingungen in den Bergen oder auf See mit Winden ausgerüstet.

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt heute über ein flächendeckendes Netz von RTH, die täglich zu ihren Einsätzen starten. Das weltweit vorbildliche Rettungssystem unterstützt nicht nur den bodengebundenen Rettungsdienst, sondern sichert ebenso die Versorgung von Patienten in für Rettungs- und Notarztwagen schlecht erreichbarem Gelände. Dies unterstreicht, dass der hohe Stellenwert der Luftrettung heute unbestritten ist.

Der ADAC-RTH „Christoph Europa 2“, der auf dem Deck des Parkhauses an der Lindenerstraße stationiert ist, verfügt über eine spezielle Ausrüstung. Er fliegt in der Luftrettung mit Notarzt Primär- und Sekundär-Einsatze. Die Maschine vom Typ „Eurocopter EC 135“ ist im verstrichenen Jahr wieder über 1000 Mal gestartet.

Wenn sich ein Verkehrsunfall ereignete hat oder ein Herzinfarkt, Schlaganfall und sonstige lebensbedrohliche Situationen eingetreten sind, geht „Christoph Europa 2“ in die Luft. Wenn der RTH über „110“ (Polizei) und „112“ (Feuerwehr, Notarzt und Rettungsdienst) alarmiert wurde, kann Menschen, die sich in Gefahr befinden, schnellstens geholfen werden. Entscheidend ist hierbei, dass beim Notruf genaue Angaben gemacht werden: Was ist passiert – wie, wann und wo? Wie viele Verletzte mit welcher Verletzungsart gibt es, brennt es, sind Personen eingeklemmt, verschüttet oder vermisst.

Die Piloten nehmen nach der Alarmierung über die Einsatzleitstelle einen der neun Luftrettungsassistenten der Rheiner Feuerwehr und einen der 15 Notärzte vom Mathias-Spital an Bord. Wenn sie dann die Einsatzstelle anfliegen, wirbelt die drei Tonnen schwere Maschine schon mal Gegenstände auf oder weht sie um. „Nicht immer ist an den Einsatzstellen genügend Freiraum für die Landung vorhanden. Besonders Autofahrer, die im letzten Moment unter dem Helikopter herfahren, sind ein großes Risiko und verzögern unseren Einsatz“, bemängeln die Piloten.

Wenn bei Unfällen oder Notfällen Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr noch nicht vor Ort sind, sollen Autofahrer die Warnblinkanlag oder Blinkleuchten einschalten. Dabei dürfe diese aber nicht in nicht Richtung des anfliegenden RTH geleuchtet werden. Wenn „Christoph Europa 2“ Häuserzeilen oder einzelne Wohnhäuser anfliegt, sollten sich Personen durch winken bemerkbar machen. Es können auch weiße oder grellfarbene Tücher geschwenkt werden, die aber sicher gehalten werden müssen. „Immer noch fehlen an vielen Gebäuden die Hausnummern“, bemängeln die Luftretter, die erneut darum bitten, diese deutlich sichtbar anzubringen.

Der RTH „Christoph Europa 2“ übernimmt ebenso einen schnellen und schonenden Transport mit höchstmöglicher Versorgung in Spezialkliniken. Bei längeren Anfahrtswegen in ländlichen Regionen für den Rettungsdienst kommt die schnellste Hilfe dann aus der Luft. Der RTH erreicht zum Beispiel Nordhorn oder Lingen in nur fünf Minuten.

In „Erster Hilfe“ (EH) ausgebildet kann jeder vor Eintreffen der Rettungsmittel lebensrettend eingreifen: Allein schon die stabile Seitenlage, das Stillen von starken Blutungen und die Kontrolle der Atmung sind hier lebensentscheidend. Eine erforderliche und eingeleitete Widerbelebungsmaßnahme mit Beatmung und Herzdruckmassage muss solange weitergeführt werden, bis der Rettungsdienst und/oder Arzt vor Ort eintreffen. Wer in „Erster Hilfe“ nicht mehr ganz fit ist, sollte sich bei den Hilfsorganisationen zur nur drei Stunden dauernden „Erste Hilfe Fresh – up“ anmelden, oder aber die komplette „Erste Hilfe“ lernen.

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