Emsländische Wasserstoffprojekte in Lingen für europäische IPCEI-Förderung ausgewählt BMWi sendet wichtiges Signal an regionale Wasserstoffprojekte / Ziel der Förderung ist der Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft / Vier von zehn niedersächsischen Projekten im emsländischen Lingen verortet

Lingen. Die Freude im Emsland ist groß: Das Bundeswirtschafts- und das Bundesverkehrsministerium haben deutschlandweit 62 Wasserstoff-Großprojekte für eine Förderung im Rahmen des europäischen IPCEI (Important Projects of Common European Interest) ausgewählt – mit dabei sind vier Wasserstoffprojekte aus Lingen. Die unter dem Projektnamen „Lingen Green Hydrogen“ (LGH2) bekannten, zusammengehörigen Wasserstoffprojekte „LGH2, Lingen – BP“ und „LGH2, Lingen – Ørsted“ wurden für den Bereich ‚Nutzung Industrie‘ ausgezeichnet. Im Bereich ‚Erzeugung‘ konnte sich das Projekt „GET H2, Lingen – RWE Generation“ qualifizieren, im Bereich Infrastruktur wird das Projekt “Green Crane, Lingen – Hydrogenious” als förderwürdig erachtet.

Vier von zehn niedersächsischen IPCEI-Projekten im EmslandDass vier von insgesamt zehn niedersächsischen Leuchtturmprojekten in der Region verortet werden, spiegelt die Bemühungen der emsländischen Akteure unter dem Dach der H2-Region Emsland wider, als Vorreiterregion im Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zu agieren. Der Landrat des Emslandes, Marc-André Burgdorf, freut sich über das wichtige Signal von der Bundesebene: „Der Landkreis Emsland ist optimal aufgestellt, um Vorreiter bei dem Aufbau der nationalen wie internationalen Wasserstoffwirtschaft zu sein. Die in Aussicht gestellten Förderungen werden die Entwicklung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff insgesamt beschleunigen und die jetzt schon bestehenden Netzwerke und Modellprojekte weiter vorantreiben.“


Lingen als Kern einer europäischen Wasserstoffwirtschaft

Für den Oberbürgermeister der Stadt Lingen, Dieter Krone, zeigt die Nachricht aus dem BMWi deutlich, dass die nachhaltige Arbeit im Einsatz für die Energiewende bereits Früchte trägt: „Diese Entscheidung für die vier Lingener Projekte ist eine großartige Nachricht für den Wasserstoffstandort Lingen und zeigt, dass wir hier vor Ort im Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Weichen zur Zukunft des Energiestandorts Lingen richtig gestellt haben. Damit setzten wir weitere wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Wasserstoffstandort Lingen“, so Krone. „In Lingen und im Emsland können wir nun Zukunft mitgestalten und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland in puncto Wasserstofftechnologie zur Nummer 1 in der Welt wird.“

Das Emsland und Lingen gelten bereits heute überregional als wichtiger Startpunkt einer europäischen Wasserstoffwirtschaft. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den emsländischen Akteuren im Bereich Wasserstoff zahlt sich dabei aus. Die Projekte bauen aufeinander auf und bilden so die verschiedenen Bereiche einer Wasserstoffwirtschaft ab. Das erweist sich als wichtiger Standortvorteil.

„Die geplante Produktion von grünem Wasserstoff durch die RWE Generation sowie BP und Ørsted in Lingen wird ergänzt durch den Import von in Spanien produzierten grünen Wasserstoff im Rahmen des Green Crane-Projektes“, erklärt Dr. Tim Husmann, Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland: „Dieser Wasserstoff kann dann entweder direkt von regionalen Abnehmern genutzt oder über eine Wasserstoff-Verteilinfrastruktur zu überregionalen Abnehmern weitergeleitet werden.“ Auch der Aufbau dieser Verteilinfrastruktur ist Teil des GET H2-Projektes, das in Lingen seinen Startpunkt hat und im Rahmen des IPCEI auch in angrenzenden Bundesländern gefördert werden soll. Zusammen bilden die Projekte laut Husmann nicht nur die komplette Wertschöpfungskette ab, sondern leisten zugleich wichtige Pionierarbeit im Aufbau des deutschlandweit ersten, frei zugänglichen Wasserstoffnetzes.

Dreistellige Millionenförderung erwartetDie endgültige Entscheidung, ob und in welcher Höhe die Fördermittel nach Lingen fließen, hängt nun von der europäischen Vernetzung der Projekte ab: „Damit die Projekte im europäischen Gesamtkontext als wichtig eingestuft werden, erfolgt nun in den nächsten Schritten die Vernetzung mit weiteren europäischen IPCEI Projekten“, so Husmann: „Ende des Jahres halten dann hoffentlich die emsländischen Akteure die Förderzusagen in ihren Händen – erwartet werden kann ein hoher dreistelliger Millionenbetrag.“


Förderung wichtiger europäischer Projekte
Die IPCEI-Förderung erfolgt innerhalb eines gemeinsamen europäischen Projekts mit dem Ziel, die verschiedenen nationalen Akteure so miteinander zu vernetzen, dass eine gemeinsame europäische Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden kann. Aus den insgesamt 230 eingegangenen Projektskizzen wurden die 62 Projekte ausgewählt, um die gesamte Wertschöpfungskette eines Wasserstoffmarktes abzubilden. Mit insgesamt 8 Mrd. Euro staatlichen Fördermitteln aus Bundes- und Landesmitteln sollen Investitionen in Höhe von 33 Mrd. Euro ausgelöst werden, über 20 Mrd. Euro von privaten Investoren.

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